Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet mit leichten Abgaben - kaum Impulse

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Abgaben in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Nach der mit leichter Enttäuschung aufgenommenen EZB-Entscheidung am Vortag, zum Handelsschluss in Europa kaum veränderten US-Indizes und verhaltenen asiatischen Märkten fehle es an Impulsen, heisst es. In Asien wird die Stimmung zudem von Meldungen zu neuen Atomwaffentests in Nordkorea belastet.
09.09.2016 10:15

Die die Politik des billigen Geldes scheine langsam ein Ende zu finden, hiess in Marktkreisen nach der EZB-Entscheidung. Diese hatte die Zinsen unverändert gelassen und auch ansonsten sei alles beim Alten geblieben. Lediglich die Wachstumsprognose wurde leicht nach unten korrigiert. Präsident Mario Draghi will an der Unterstützung der Märkte festhalten, bis die Inflation das EZB-Ziel erreicht, hält weitere Stimuli derzeit aber nicht für notwendig. In China hat unterdessen die Preissteigerung die Erwartungen nicht erfüllt. Am Morgen stehen in einigen europäischen Ländern Daten zur Handelsbilanz und Industrieproduktion an, in den USA am Nachmittag Daten zu den Lagerbeständen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 9.30 Uhr 0,08% auf 8'308,54 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,04% auf 1'266,29 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 9'027,16 Punkte. Von 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, acht im Plus und Bâloise unverändert.

Nachrichten aus dem Schweizer Unternehmensuniversum sind am Freitag Mangelware. Deutlichere Abgaben unter den Blue Chips verzeichnen SGS (-1,0%, 2'184 CHF) nach einer Herabstufung auf Underweight durch Morgan Stanley. Das Wachstumsprofil sei nun im Verhältnis zur eigenen Historie schwächer, heisst es. Das Kursziel wird jedoch um 115 auf 2'095 CHF nachgezogen.

Schwächer zeigen sich erneut die konjunktursensitiven Lonza (-0,9%), LafargeHolcim (-0,8%), Geberit (-0,6%) oder Givaudan (-0,6%). Die Aktien der Uhrenhersteller Richemont (-0,2%) und Swatch (-0,3%) reagieren kaum auf die chinesischen Inflationszahlen.

Abwärts geht es für die Pharmaschwergewichte Roche (-0,6%) und Novartis (-0,4%). Letztere haben ein neues Immunoglobulin-Testsystem vorgestellt, dass insbesondere bei der Asthma-Diagnose Vorteile bieten soll.

Die schwergewichtigen Nestlé (+0,2% auf 78,70 CHF) profitieren leicht von einer Hochstufung durch das Research der Deutschen Bank auf Buy (Hold). Das Kursziel stieg um 10 auf 90 CHF. Insgesamt habe sich die Qualität des Geschäfts verbessert, heisst es.

Swiss Re (-0,3%) werden hingegen durch eine Analystenstudie belastet. Barclays hat im Rahmen einer Branchenstudie das Anlagerating für die Aktien des Rückversicherers auf Underweight (Equal Weight) gesenkt. Das Kursziel wurde jedoch auf 90,00 von 85,30 CHF angehoben. In der Branche seien die Erträge unter Druck, die Dividendenrenditen dürften sich aber als stabil erweisen, so die Einschätzung. Am Wochenende trifft sich die Branche im Fürstentum Monaco und diskutiert die Konditionen für das kommende Jahr.

Grösster Gewinner unter den SMI-Werten sind CS (+1,5%) und auch die zweite Grossbank UBS (+1,1%) zeigt sich freundlich. Beobachtern zufolge könnte hier die Meldung helfen, die angeschlagene italienische Grossbank Unicredit prüfe eine massive Kapitalerhöhung. Dies würde der Stabilität des Bankensystems diesen, hiess es.

Auch Julius Bär (+0,4%) und Swiss Life (+0,5%) legen leicht zu. Ansonsten finden sich noch Adecco (+0,5%), Aryzta (+0,4%) und ABB (+0,3%) unter den Gewinnern.

Im breiter gefassten Markt fallen DKSH (+2,9%) nach einer Heraufstufung durch HSBC auf Hold positiv auf. Sunrise (-2,5%) wurden hingegen nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate von Kepler Cheuvreux auf Hold (Buy) gesenkt. Das Kursziel wurde mit 72 CHF bestätigt.

Der Spezialkunststoffhersteller Gurit (-1,1%) hat aus Grossbritannien einen Auftrag im Volumen von 15 Mio CHF für kohlefaserbasierte Karosserieteile von einem OEM-Unternehmen (Original Equipment Manufacturer) erhalten.

yr/ra

(AWP)