Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet schwach - Unsicherheitsfaktoren belasten

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen am Donnerstag im frühen Handel die Kursverluste. Vor dem grossen US-Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag und dem Verfassungsreferendum in Italien am Wochenende gebe es zu viele Unsicherheitsfaktoren, heisst es von Händlerseite. In diesem Umfeld hielten sich Investoren eher zurück.
01.12.2016 10:15

Die von der Opec am Vortag beschlossene Drosselung der Fördermengen hat zwar die Ölpreise weiter nach oben getrieben. Am hiesigen Aktienmarkt hat das aber zunächst keinen nennbaren Effekt. Die breit abgestützte Abwärtsbewegung am Markt untermauert die Verunsicherung auf Investorenseite. Scheitert das Referendum in Italien, dürfte sich das am kommenden Montag deutlich auf die Finanzmärkte auswirken. Schon jetzt hat vor allem der italienische Bondmarkt Blessuren davongetragen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.30 Uhr 0,37% auf 7'845,74 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,10% auf 1'253,00 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,33% auf 8'594,75 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 14 im Plus, 13 im Minus und UBS, Kühne+Nagel und Sonova sind unverändert.

Zu den Abschlägen im SMI tragen massgeblich die drei schwachen Schwergewichte Roche (-1,0%), Nestlé und Novartis (beide -0,7%) bei. Dabei folgen die beiden Pharmawerte den schwachen US-Vorgaben. Dort hatten Aktien aus dem Pharma- und Gesundheitssektor zu den grössten Verlierern gezählt.

Entsprechend geben auch im breiten Markt mit Straumann, Cassiopea und BB Biotech weitere Vertreter der Branche mit Abschlägen von durchweg etwa 1% überdurchschnittlich nach.

Bei Nestlé lassen sich die Investoren angesichts der Kursentwicklung nicht von dem Bericht beeindrucken, dass der Nahrungsmittelkonzern eine Methode gefunden, um die Menge von Zucker in Schokolade zu verringern.

Für Zykliker wie LafargeHolcim, Swatch und Richemont geht es bei Kursabschlägen zwischen 0,7 und 0,5% ebenfalls abwärts. Sie hatten am Vortag noch zu den Favoriten gezählt.

Allerdings ist der Trend unter den Zyklikern an diesem Morgen nicht einheitlich. Denn neben den genannten Verlierern legen mit Syngenta (+1,0%), Sika (+0,9%) und Geberit (+0,8%) auch diverse konjunktursensible Werte zu. Syngenta sind am Morgen mit Nachrichten von der chinesischen ChemChina in den Fokus gerückt. Demnach wollen die Chinesen zur Finanzierung der Übernahme einen Fonds auflegen.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit zeigt sich unterdessen mit dem allgemeinen Geschäftsgang ebenso zufrieden wie mit der Integration der skandinavischen Sanitec. Das Geschäft laufe grundsätzlich weiterhin gut, sagt CEO Christian Buhl in einem Interview mit AWP.

Deutlich stärker zeigen sich auch die Anteilsscheine der Credit Suisse. Sie führen mit einem Plus von 1,9% die Gewinnerliste an. Bankaktien hatten in den USA am Vortag den Finanzsektor nach oben geführt. Julius Bär folgen in einigem Abstand mit +0,2% und auch die UBS schlägt sich mit einem unveränderten Kurs besser als der Gesamtmarkt.

Im breiten Markt heben sich noch Sulzer (+0,8%) mit einem weiteren Zukauf ab. Der Industriekonzern übernimmt die Kontrolle über das Gasturbinengeschäft von Rotec, deren Sitz in Moskau ist. Analysten heben in Kommentaren hervor, dass es sich dabei um eine "Bolt-On-Aquisition" handele, also einen Ergänzungskauf.

Der Spezialkunststoffhersteller Gurit (+0,7%) wiederum stösst mit der angekündigten Übernahme des PET-Strukturschaum-Geschäftes von BASF auf positives Echo. Der Zukauf sollte Gurits Produktpalette gut ergänzen, heisst es von Analystenseite.

Bei den Verlierern fallen Accu um 18,9% zurück, nachdem das Unternehmen über Liquiditätsprobleme bei der Tochter Nexis berichtete.

hr/cp

(AWP)