Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet schwächer in die Woche - Banken belasten

Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen zum Handelsstart am Montag die Kursverluste. Als grösste Belastungsfaktoren für den SMI erweisen sich die Kurseinbussen bei den Grossbanken. Sie leiden unter Nachrichten des Konkurrenten Deutsche Bank. Wenig Orientierungshilfe kommt derweil von den Märkten in Übersee.
06.03.2017 10:14

Eine geplante Kapitalerhöhung der Deutschen Bank zusammen mit einem weiteren Umbau schickt Bankenwerte europaweit abwärts. Im Handel sind Kommentare zu hören, die Deutsche Bank ähnele immer mehr der Credit Suisse. Darüber hinaus sind es vor allem die Aussichten für das Wirtschaftswachstum in China sowie die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed, die am Markt für Gesprächsstoff sorgen.

Für den Swiss Market Index (SMI) stehen um 09.30 Uhr Kursverluste von 0,42% auf 8'633,48 Punkte zu Buche. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,53% auf 1'367,99 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,37% auf 9'505,63 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 26 im Minus, drei im Plus und Richemont ist unverändert.

Nachdem es in den ersten Handelsminuten für die Papiere der Credit Suisse zunächst um mehr als 3% abwärts ging, haben sich die Titel mittlerweile auf ein Minus von 2,6% eingependelt. Die Anteilsscheine der UBS stehen aktuell noch um 1,5% tiefer und haben damit ihr anfängliches Minus ebenfalls reduziert. Mit -0,4% stehen Julius Bär in etwa wie der Gesamtmarkt. Die Deutsche Bank hat am Wochenende eine Kapitalerhöhung über rund 8 Mrd EUR sowie einen weiteren Umbau angekündigt. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden.

Zur CS hatte es am Wochenende noch einen Bericht gegeben, wonach die Grossbank eine Absage des geplanten Börsengangs der Schweiz-Tochter prüft. Dies hatte die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf drei Quellen berichtet. Eine CS-Sprecherin verwies lediglich auf Aussagen von Konzernchef Tidjane Thiam vom 14. Februar. Seit die Jahresbilanz 2016 präsentiert wurde, habe sich "nichts verändert", sagte sie.

Stärker als der Markt geben auch die Aktien der Swiss Life (-1,1%) ab. Hier hatte es Abstufungen etwa durch die UBS und Kepler Cheuvreux gegeben, wobei Kepler das vor allem mit dem zuletzt guten Kursverlauf begründete.

Weiter oben auf der Verlierer-Liste finden sich dann noch Aktien von Zyklikern wie Syngenta (-1,0%), ABB (-0,9%) und Dufry (-0,6%). Bei Syngenta reagieren Investoren damit etwas verschnupft auf die Nachricht, wonach das chinesische Handelsministerium bislang noch keinen Genehmigungsantrag von ChemChina für die geplante 43 Mrd USD schwere Übernahme von Syngenta erhalten hat. Das sagte der scheidende Handelsminister Gao Hucheng am Rande eines Treffens des chinesischen Parlaments.

Die Aktien von Swatch (+0,1%) und Richemont (unverändert) erhalten dagegen etwas Rückenwind aus China. Am Wochenende hat der Volkskongress in Peking seine Wachstumsprognose für 2017 insgesamt etwas reduziert, trotz des langsamsten Wachstums seit 26 Jahren sieht der oberste Wirtschaftsplaner des Landes, He Lifeng, die Wirtschaft aber auf Kurs. Das Wirtschaftswachstum von 6,7% im vergangenen Jahr sei "stabil und gesund" gewesen, sagte er am Montag am Rande des Volkskongresses.

Dass die Kursverluste insgesamt nicht noch deutlicher ausfallen, ist auch den Kursen von Nestlé (-0,1%) und Novartis (-0,2%) zu verdanken, die sich besser als der Markt halten. Nur Roche fallen mit -0,4% in etwa mit dem Gesamtmarkt. Novartis kann dabei nur bedingt von seinen Mitteilungen zur Generika-Tochter Sandoz und deren wirksamen Biosimilar und dem eigenen Mittel Cosentyx profitieren.

Im breiten Markt ist die Berichtssaison an diesem Montagmorgen mit den Zahlen von Alpiq (+0,7%), der dem Flughafen Zürich (-0,8%) und der VZ Holding (-0,6%) weitergegangen. Dabei haben die beiden Kursverlierer VZ Holding und der Flughafenbetreiber laut ZKB aber leicht besser als erwartet abgeschnitten.

hr/rw

(AWP)