Aktien Schweiz Eröffnung: SMI tritt auf der Stelle - Erholung stockt

Zürich (awp) - Dem Schweizer Aktienmarkt geht im frühen Handel am Montag die Luft für eine fortgesetzte Erholung aus. In der Vorwoche hatte sich der Leitindex SMI nach dem ersten Brexit-Schock erstaunlich schnell und deutlich erholt - ebenso wie die meisten internationalen Börsen. Ein Grund für Händler, zur Vorsicht zu mahnen.
04.07.2016 10:03

Die Volatilität werde auch weiterhin hoch bleiben, sind sich Börsianer sicher. Zudem ist die Frage, wie nachhaltig die jüngste Erholung ist. Denn beispielsweise die geldpolitischen Risiken seien nach wie vor da, warnte ein Händler. Ein weiterer hob die ungleich verteilte Erholung hervor. Sie habe noch nicht alle Branchen und Asset-Klassen erreicht. Hierzulande stehen zum Wochenstart keine marktrelevanten Termine an. In den USA bleiben die Börsen zudem wegen eines Feiertages an diesem Montag geschlossen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr um 0,08% höher bei 8'091,62 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt dagegen um 0,12% nach auf 1'191,88, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% höher notiert bei 8'739,50 Punkten. Von den 30 Blue Chips stehen 14 im Plus, 15 im Minus und ABB sind unverändert.

In dem insgesamt nahezu unveränderten Markt stechen die Anteilsscheine vom Agrochemiekonzern Syngenta mit einem Plus von 0,6% hervor. Die Papiere vom Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS (+0,4%) legen nach einem angekündigten Zukauf in Taiwan ebenfalls überdurchschnittlich zu. Damit stärke SGS seine führende Position, lautet ein erster Analystenkommentar.

Unterstützung bekommt der Markt auch von den drei Schwergewichten Novartis (+0,6%), Roche und Nestlé (beide +0,1%). Hier sorgt vor allem Novartis für Gesprächsstoff: Der Pharmakonzern will laut einem Bericht der "Sonntagszeitung" seine milliardenschwere Beteiligung am Wettbewerber Roche noch in diesem Jahr verkaufen. Die Anteile sollten an institutionelle Investoren veräussert werden, heisst es ohne Angabe von Quellen. Dass sich Novartis von den Anteilen trennen will, hatte der Konzern bereits zuvor deutlich gemacht.

Mit Actelion (+0,5%) legt bei den Blue Chips noch ein weiterer Gesundheitstitel etwas deutlicher zu. Die Experten der Deutschen Bank schreiben in einer aktuellen Studie, dass die anstehenden Quartalszahlen Raum für weiter erhöhte Umsatzschätzungen bieten könnten.

Unter den Schlusslichtern sind dagegen erneut die Aktien der Grossbanken UBS (-1,1%) und Credit Suisse (-0,7%) sowie die Aktien der Privatbank Julius Bär (-1,0%) zu finden. CS-Chef Tidjane Thiam mahnt die Anleger im "SonntagsBlick" angesichts des derzeit tiefen Aktienkurses zur Geduld. Die Aktie der Grossbank fiel in der vergangenen Woche auf einen Rekord-Tiefstand. Zudem berichtete die NZZ, dass bei Analysten die Zweifel am Kapitalpolster der Credit Suisse steigen.

Neben den Bank-Aktien stehen im frühen Handel am Montag auch die Versicherer erneut verstärkt unter Druck. Neben den Anteilsscheinen der Swiss Life (-0,9%) fallen die Papiere von Bâloise (-0,7%), Zurich (-0,6%) und Swiss Re (-0,5%).

Am breiten Markt sind die Aktien von Sulzer (+7,7%) die grossen Gewinner. Der Industriekonzern übernimmt die deutsche Geka GmbH. Der Unternehmenswert der Transaktion wird auf 260 Mio EUR veranschlagt. Laut Vontobel-Analyst eine positive Entscheidung.

Am anderen Ende sind - wie bei den Blue Chips - vor allem Finanzwerte zu finden. Die Aktien der Vermögensverwalter EFG und GAM gehören mit Kursverlusten zwischen 2-3% zu den schwächsten Werten.

Spannend bleibt es derweil auch bei Gategroup (-0,4). Die Übernahme des Airline-Caterers durch den chinesischen Mischkonzern HNA ist noch nicht gesichert. HNA hat laut dem provisorischen Zwischenergebnis die Mindestandienungsquote von 67% noch nicht erreicht.

hr/cp

(AWP)