Aktien Schweiz Eröffnung: SMI tritt auf der Stelle - Warten auf Impulse

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch kaum verändert in Angriff genommen und pendelt seither um den Schlussstand des Vortages. Dem Markt fehlten derzeit die Impulse und mit Blick auf den Ende Woche anstehenden US-Arbeitsmarkt dürften sich die Anleger zunehmend in Wartestellung zurückziehen, meinen Händler. Auch die Vorgaben aus den USA geben den europäischen Märkten keine Richtung vor: An der Wall Street bewegten sich die wichtigsten Indizes am Dienstag nach Europaschluss kaum mehr von der Stelle und blieben somit in Sichtweite der Rekordstände.
31.08.2016 10:20

Die US-Zinspolitik und dabei die Frage, ob die Zinsen bereits im September oder erst im Dezember weiter erhöht werden, sei das zentrale Thema an den Finanzmärkten, so ein Händler. Weitere Hinweise zur Beantwortung dieser Frage erhoffen sich die Anleger von den anstehenden Jobdaten, wobei der Bericht des privaten Dienstleisters ADP heute am frühen Nachmittag erste Indikationen über die Lage am US-Arbeitsmarkt liefert. Etwas später steht auch noch der Einkaufsmanagerindex aus Chicago zur Publikation an.

Der Swiss Market Index (SMI) steigt am letzten Tag des Monats bis 09.30 Uhr um leichte 0,02% auf 8'237,57 Punkte, womit sich für den August ein Plus (aktuell 1,3%) abzeichnet. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt am Berichtstag 0,04% auf 1'247,73 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03% auf 8'954,30 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln gewinnen 14 dazu und 16 geben nach.

Bei den Blue Chips fallen Bâloise (+1,5%) mit starken Avancen auf und weiten so die Kursgewinne des Vortages aus. Mit dem am Dienstag vorgelegten und von Nachreservierungen in Deutschland belasteten Gewinn hatten die Basler die Analystengemeinde zunächst enttäuscht. Gleichzeitig wurden aber die operative Geschäftsentwicklung insbesondere in der Schweiz sowie die Aussicht auf weiterhin attraktive Dividendenzahlungen als positive Argumente für ein Engagement bei Bâloise ins Feld geführt.

Mit der Aussicht auf den nächsten US-Zinsschritt präsentieren sich die Grossbanken UBS (+0,9%) und Credit Suisse (+1,2%) weiterhin fester. Die CS-Papiere wurden zuletzt auch vom Interesse grosser US-Investoren getragen. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Asset Manager Capital Group seinen Anteil auf über 5% ausgebaut hatte. Derweil erklärte VR-Präsident Urs Rohner in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt", dass er der Bank auch noch nach 2018 vorstehen und sie auf dem eingeschlagenen Weg, weg vom schwankungsanfälligen Investmentbanking hin zur Vermögensverwaltung, begleiten will.

Zusätzlichen Halt geben dem Gesamtmarkt die Kursgewinne der Pharmaschwergewichte Roche (+0,2%) und Novartis (+0,1%), wobei letztere vorbörslicher deutlicher im Plus erwartet worden waren. Denn die Novartis-Tochter Sandoz hat für das Biosimilar Erelzi die Marktzulassung in den USA erhalten und kann nun den Amgen-Blockbuster Enbrel zur Behandlung von Arthritis, Rheuma oder Schuppenflechte konkurrieren. Die Zulassung stelle einen Durchbruch dar, und Erelzi werde dank des breiten Anwendungsumfelds und der hohen Nachfrage bedeutende Umsätze generieren, schreibt die ZKB.

Richemont (-1,4%) verzeichnen derweil die grössten Einbussen. Die Aktien der Schmuck- und Luxusuhrengruppe wurden von der UBS auf 'Neutral' von 'Buy' abgestuft. Ein Treffen mit Uhrenverkäufern in Hong Kong habe bestätigt, dass das Umfeld für die Schweizer Uhrenindustrie schwierig bleibe, so die UBS. Swatch hatte zuletzt deutlicher an Wert eingebüsst als Richemont und verliert nun lediglich 0,3%.

Am breiten Markt zählen die Tecan-Aktien (+0,4%) zu den Gewinnern. Der Laborausrüster kündigte die Übernahme der US-amerikanischen SPEware Corporation an, was den Bereich Massenspektrometrie optimal ergänze, meinen Analysten. Vetropack ziehen mit einer Kurszielerhöhung im Nachgang zu den Halbjahreszahlen um 1,1% an.

Dagegen verlieren Straumann deutliche 4,6%, nachdem der Singapurer Staatsfonds GIC seine Beteiligung von 14% auf unter 5% reduziert hat. Dabei hat der ehemals zweitgrösste Einzelaktionär rund 1,4 Millionen Aktien im Markt platziert. Straumann hat selbst auch zugegriffen und 530'000 eigene Aktien für 200 Mio CHF erworben. Das Aktienpaket sei mit einem Abschlag von 6% abgestossen worden, was die Kurseinbussen erkläre, heisst es am Markt.

mk/uh

(AWP)