Aktien Schweiz Eröffnung: SMI tritt in dünnem Handel auf der Stelle

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt tritt der Leitindex SMI am Donnerstag im frühen Handel auf der Stelle. Der Hauptgrund für den verhaltenen Auftakt am vorletzten Handelstag dieses Jahres sind vor allem schwache Vorgaben aus Übersee. So hatte der Dow Jones am Mittwoch nach dem europäischen Handelsschluss noch mehr als 100 Punkte abgegeben. In Asien schlossen sich die Märkte dem Trend überwiegend an.
29.12.2016 10:15

Der Handel zwischen den Jahren ist von dünnen Volumina gekennzeichnet. Die meisten Händler hätten ihre Bücher bereits geschlossen. Vor allem mit Blick auf die USA heisst es am Markt, Investoren fingen langsam an, sich der Realität zu stellen. Dies bedeute, dass nicht länger die Erwartungen, die mit einer Präsidentschaft Donald Trumps verbunden sind, gehandelt würden. Das könne zum Teil die aktuellen Kursverluste erklären.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 9.30 Uhr unverändert bei 8'257,00 Stellen. Auf Jahressicht wird der Leitindex ziemlich sicher ein Minus aufweisen. Aktuell steht er auf einem Abschlag von 6%, auf dividendenbereinigter Basis sind es rund 3%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,14% auf 1'303,21 Zähler nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03% auf 8'994,01 Punkte verliert. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, acht im Plus und Swatch-Aktien sind unverändert.

Zu den auffälligsten Werten zählen die Aktien der Credit Suisse (-1,5%) am Morgen. Hier verweisen Börsianer zur Begründung für die Kursschwäche auf einen Bericht des "Wall Street Journal" wonach die US-Wertpapieraufsicht SEC wegen umstrittener Kredit an das südostafrikanische Land Mosambik eine Untersuchung eingeleitet hat. Die SEC untersucht demnach den Verkauf von Anleihen von Mosambik im Volumen von 850 Mio USD. Neben dem Schweizer Institut seien auch die französische BNP Paribas und die russische VTB von der Untersuchung betroffen.

Im Sog der CS folgen die Aktien der UBS (-0,7%) und von Julius Bär (-0,6%) mit etwas Abstand.

Finanzwerte insgesamt gehören an diesem Donnerstagmorgen zu den schwächeren Titeln. So geben auch die Anteilsscheine von Bâloise (-0,4%), Zurich (-0,2%)und Swiss Re (-0,1%) überdurchschnittlich nach.

Aber auch bei den Zyklikern geben Branchenvertreter wie ABB (-0,6%), LafargeHolcim (-0,4%), Schindler und Dufry (-0,2%) stärker als der Markt ab. Mit Blick auf die Vorgaben aus den USA hatten Börsianer noch angemerkt, dass die Kursverluste dort am Vortag auf breiter Basis gewesen seien, so dass sich auch hier die Verlierer-Liste über mehrere Branchen erstreckt.

Dass es zu keinen grösseren Abschlägen kommt, verdankt der Schweizer Leitindex den drei Schwergewichten Novartis (+0,3%), Roche und Nestlé (jeweils +0,2%). Bei den Pharmawerten verweisen Händler im Fall von Novartis auf Marktgerüchte, wonach der Konzern an dem US-Unternehmen Intercept Pharmaceuticals interessiert sein soll.

Bei Roche wiederum hatte es offenbar eine an sich eher belastende Mitteilung gegeben, dass die britische Zulassungsbehörde National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) auch weiterhin von einer Empfehlung für das Krebsmittel Trastuzumab emtansine (auch als Kadcyla bekannt) absehe und dies mit zu hohen Kosten begründet. Zwischen dem Basler Konzern und der britischen Behörde hatte es in der Vergangenheit immer wieder ähnliche Diskussionen gegeben.

Mit Nachrichten machten im breiten Markt unter anderem DKSH (+0,3%) mit einem neuen Auftrag in Thailand von sich reden.

Das Biotechunternehmen Basilea (-0,9%) kündigt unterdessen eine personelle Veränderung an. Zum Jahresbeginn wird Ursula Eberhardt die neue Personalchefin des Unternehmens.

Der erst seit kurzem zum chinesischen Mischkonzern HNA gehörende Airline-Caterer Gategroup baut das Geschäft in der Flugverpflegung stark aus. Gategroup übernimmt von Air France die Kontrolle an der französischen Servair. Erst vor einer Woche hatte HNA den Vollzug der Gategroup-Übernahme mittgeteilt.

Absoluter Spitzenreiter sind die Aktien der Accu Holding mit +41%. Am Vortag waren sie wegen der bevorstehenden Handelsaussetzung um mehr als ein Drittel eingebrochen. Das Unternehmen sei nicht mehr in der Lage, die Aufrechterhaltungspflichten zu erfüllen, hiess es von der SIX.

hr/dm

(AWP)