Aktien Schweiz Eröffnung: SMI wenig verändert - freundliche Grundstimmung

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag wenig verändert in den Handelstag gestartet. Der SMI legt damit nach den markanten Gewinnen vom Vortag einen Marschhalt ein. Die Stimmung am Markt ist laut Händlern nach den Steuer-Andeutungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump vom Vortag aber nach wie vor gut. Für einen weiteren deutlichen Anstieg fehlten jedoch die Impulse, zumal von den grossen Schweizer Unternehmen kaum Nachrichten vorliegen.
10.02.2017 10:14

Er werde in zwei bis drei Wochen "Phänomenales" zum Thema Steuern bekannt geben, hatte Trump am Vortag angekündigt. "Es bleibt damit aber unklar, welche Reformen geplant sind", dämpfte ein Analyst den allgemeinen Optimismus. Simple Steuersenkungen würden seiner Meinung nach schneller und effektiver wirken als eine komplexe Reform, die primär auf den Schutz der US-Arbeitsplätze abziele. Etwas Rückenwind geben zudem die neusten und überraschend positiven Zahlen zu Chinas Aussenhandel.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,04% höher bei 8'440,88 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,04% auf 1'338,40 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 9'235,78 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln sind 21 im Plus, sieben im Minus und zwei unverändert.

An der Spitze bei den Blue Chips rangieren aktuell LafargeHolcim (+0,6%) und auch andere Zykliker wie ABB (+0,5%) und Adecco (+0,4%) legen überdurchschnittlich zu. Diese profitieren besonders von der neu entfachten Trump-Euphorie. Bei LafargeHolcim ist das Tüpfelchen auf dem i, dass die geplante Mauer zu Mexiko teurer werden dürfte als gedacht - was für den Betonhersteller tendenziell eine positive Nachricht ist.

Ebenfalls klar im Plus sind die beiden Luxusgüterpapiere von Richemont (+0,6%) und Swatch (+0,5%). Sie dürften von den neusten chinesischen Aussenhandelszahlen profitieren. Sowohl die Aus- als auch die Einfuhren nahmen deutlich stärker zu als von Experten erwartet. China ist für beide Konzerne von grosser Bedeutung und die Aussenhandelszahlen ein Indiz für den Geschäftsgang auf diesem wichtigen Markt.

Klar überdurchschnittliche Gewinne verzeichnen ausserdem noch SGS (+0,6%), Galenica (+0,5%) sowie Clariant und Syngenta (je +0,4%).

Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche legen unauffällig je 0,1% zu. Swisscom zeigen sich mit +0,2% ebenfalls unauffällig, obwohl das Unternehmen in Italien in eine Untersuchung der Kartellbehörden involviert ist.

Die mit Abstand grössten Einbussen erleiden auf der anderen Seite Zurich (-1,2%), die am Vortag nach der Publikation der Jahreszahlen schon leicht nachgegeben hatten. Wie üblich treffen am Tag nach der Ergebnispräsentation diverse Analystenkommentare ein. Diese sind negativ gefärbt: So senkt Macquaire das Rating auf "Underperform" von "Neutral", und Kepler Cheuvreux bestätigt die "Reduce"-Einstufung und senkt gleichzeitig das Kursziel leicht. Anhand der vorgelegten Zahlen sei es schwierig für ihn, Fortschritte zu erkennen, meint der Macquaire-Experte.

Dahinter geben Swiss Re (-0,8%) am stärksten nach. Die Gesellschaft gab vorbörslich bekannt, dass sie das Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen habe.

Zu den Verlierern zählen ausserdem alle Bankentitel, wobei Julius Bär (-0,5%) etwas stärker nachgeben als UBS (-0,4%) und CS (-0,1%). Julius Bär hat am Morgen mitgeteilt, dass das Institut von einer ausländischen, namentlich nicht genannten Gesellschaft auf gut 300 Mio EUR eingeklagt worden ist. Das Finanzinstitut bestreitet die bereits ältere Forderung "entschieden".

Abgesehen davon sind nur noch Kühne+Nagel (-0,3%) und Bâloise (-0,2%) im Minus.

Relativ viel los ist zum Wochenausklang am breiten Markt. So hat der Chemiekonzern Ems (+5,2%) überzeugende Zahlen vorgelegt. Weniger euphorisch werden die Resultate von der Graubündner Kantonalbank (+0,5%) und von Mobimo (-0,1%) beurteilt.

Auffällig ist ausserdem die Entwicklung bei Leonteq (-7,2%), die schon am Vortag regelrecht eingebrochen waren. Nun kursiert ein Gerücht, wonach für ein grosses Aktienpaket ein neuer Besitzer gesucht werde.

rw/cf

(AWP)