Aktien Schweiz Eröffnung: Technische Erholung - Banken an der Spitze

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat nach den massiven Verlusten am Vortag am Freitag zu einer Gegenbewegung angesetzt und legt in der Frühphase rund 1,5% zu. Händler verweisen dabei auf die einigermassen guten Vorgaben aus den USA. Dort gingen die Aktienmärkte zwar ebenfalls schwach aus dem Handel, konnten ihre Verluste im späten Handel aber reduzieren. Zudem würden die von ihrem Tief erholten Ölpreise dem Markt eine deutliche Unterstützung bieten, heisst es.
12.02.2016 10:00

Wie nachhaltig die Erholung ist, muss sich aber noch zeigen. In letzter Zeit sei der Absturz nach einer Erholung jeweils umso stärker ausgefallen, meinte ein Marktbeobachter, zuletzt so gesehen am (gestrigen) Donnerstag auf die deutlichen Gewinne vom Mittwoch. Am Nachmittag könnten US-Makrodaten zu Detailhandelsumsatz und Konsumentenvertrauen noch für eine Wende sorgen, zumal die meisten Daten zur US-Wirtschaft zuletzt etwas geschwächelt und die US-Notenbank bezüglich weiterer Zinspolitik offenbar etwas ratlos gemacht haben.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 09.30 Uhr 1,35% auf 7'598,11 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, erholt sich um 1,46% auf 1'131,58 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,41% auf 7'892,81 Punkte.

Alle SMI/SLI-Titel notieren zur Berichtszeit im Plus, wobei die Ausschläge erneut relativ gross sind mit +4,5% für den besten und praktisch unverändert für den schwächsten Titel. Die Volatilität gemessen am VSMI fällt leicht, bleibt mit 31,5 Punkten aber sehr hoch.

Auch wenn der SMI am Freitag mit einem Plus ins Wochenende gehen sollte, dürfte die Gesamtwoche tiefrot ausfallen. Nach einem Minus von 4,3% in der vergangenen Woche verliert das wichtigste Schweizer Aktienbarometer auf dem aktuellen Niveau in etwa in gleichem Ausmass.

Je länger je mehr sprechen Investoren von einem Bärenmarkt. Gemäss Definition ist das der Fall, wenn der Index über eine gewisse Zeit mehr als 20% verliert. Bei einem Höchststand im Vorjahr von 9'527 Punkten beträgt das Minus hierzulande rund 20%. Von einer "gesunden Korrektur" könne nach den Teils panikartigen Verkäufen in den vergangenen Tagen jedenfalls keine Rede mehr sein, heisst es.

Besonders arg gebeutelt wurden bisher im Jahr die Bankaktien mit Minusraten von 43% für die CS, 29% für die UBS oder 24% für Julius Bär am Donnerstag zum Handelsschluss. Hier werden neben den allgemeinen Konjunkturängsten auch die Gefahr vor grösseren Kreditausfällen und noch höheren Negativzinsen als Argumente für die massiven Verluste genannt. Die Banken haben entsprechend am meisten Korrekturbedarf und führen das Feld der Gewinner am Freitagmorgen klar an: CS gewinnen 4,5%, UBS 3,7% und Julius Bär immerhin 1,5%.

Vom höheren Ölpreis profitieren ausserdem Transocean (+3,1%) als beste Zykliker. Das Ölbohrservice-Unternehmen hat im Flottenbericht neue Verträge seit dem 26. Oktober mit einem Geschäftsvolumen von insgesamt etwa 500 Mio USD aufgeführt. Der Titel gehört mit einem bisherigen Minus 2016 von 34% ebenfalls zu den schwächsten Schweizer Blue Chips. Das Gleiche gilt für LafargeHolcim (-32%), wobei hier die Erholung mit +0,7% unterdurchschnittlich bleibt.

Im (positiven) Fokus stehen Schindler (+2,8%). Der Innerschweizer Lift- und Rolltreppen-Hersteller hat vorbörslich sein Jahresresultat 2015 veröffentlicht und dabei in etwa im Rahmen der Schätzungen abgeschlossen. Ein Lichtblick sei vor allem der überzeugende Ausblick für das laufende Jahr, meinen Analysten.

Die defensiven Schwergewichte zeigen sich alle knapp durchschnittlich, wobei Novartis (+1,3%) das Feld knapp anführt vor Roche (+1,2%) und Nestlé (+1,%). Der Nahrungsmittelhersteller wird nächste Woche seine Jahreszahlen präsentieren. Die schwächste Performance am Freitagmorgen zeigen neben den bereits erwähnten Titeln Syngenta (+0,1%), Lonza (+0,4%) und Givaudan (+0,6%).

Im breiten Markt sorgen vor allem Temenos für Interesse mit einem Plus von 5,7%, dies allerdings nach einem Minus von 4,5% am Vortag. Das Bankensoftware-Haus hat am Vorabend Zahlen präsentiert und hält am Freitag einen Investorentag ab.

Tecan (+1,6%) profitieren derweil von einer Kurszielerhöhung durch Berenberg. GKB zeigen sich nach Zahlen unverändert, Zug Estates legen nach Vorabzahlen 0,6% zu. Von der besseren Stimmung für Bankentitel getrieben legen ausserdem Swissquote 6,5% zu.

uh/ys

(AWP)