Aktien Schweiz Eröffnung: Verluste auf breiter Front - Banken sehr schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit schwächeren Kursen auf breiter Front in die Sitzung gestartet. Nachdem die Vorgaben aus den USA und auch von den wichtigsten europäischen Börsenplätzen negativ waren, hat der SMI wegen des Ruhetags am gestrigen 1. August ein gewisses Nachholpotential nach unten. Dass der SMI nicht tiefer im Minus ist, verdankt er den gesuchten Novartis. Im Fokus stehen nach dem Wochenende weiterhin die Ergebnisse des Bankenstresstests in Europa.
02.08.2016 10:15

Diese sind zwar insgesamt nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, hinterlassen aber wegen der weiterhin bestehenden Probleme dennoch insgesamt eher ein Gefühl der Ernüchterung. So sind in Europa die Banken nach gutem Start am Montag schliesslich tiefer aus dem Handel gegangen. Belastet wird das Börsensentiment zum Wochenstart auch von schwachen PMI-Daten aus der Eurozone und aus China, wo der entsprechende Index mittlerweile auf unter 50 Punkte gefallen ist und somit eine Kontraktion der Industrieaktivitäten ausweist. Hinderlich ist der allgemeinen Kauflust zudem der weiter gesunkene Ölpreis.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,46% tiefer bei 8'090,16 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,95% auf 1'197,22 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,42% auf 8'790,83 Punkte. Von den 30 Blue Chips stehen 22 im Minus.

Die Nachrichtenlage ist bei den Blue-Chip-Unternehmen zu Beginn der verkürzten Handelswoche noch gering. Erst am Freitag folgt mit den Quartalszahlen von LafargeHolcim der nächste offizielle Termin. Diese Aktien verzeichnen am Dienstag ein Minus von 2,2%. Am Montag hatte der Zementkonzern mit dem Verkauf der Kontrollmehrheit an Sichuan Shuangma für 507 Mio CHF eine weitere Devestition bekanntgegeben. Dies sei zwar ein weiterer, aber nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu den insgesamt geplanten Devestitionen, heisst es am Markt.

Im Rampenlicht stehen derzeit aber vor allem CS (-4,8%) und UBS (-4,6%) im Zusammenhang mit dem Bankenstresstest, auch wenn diese beiden Banken nicht getestet wurden. Nachdem beide Banken in der Vorwoche ihre Quartalszahlen vorgelegt hatten, resultierte für die CS-Aktien ein Wochenminus von 1,6% und für die UBS ein Plus von 1,7%. Am Wochenende und am Montag sind zu den Ergebnissen der UBS, welche erst am vergangenen Freitag präsentiert wurden, weitere Kommentare verbunden mit insgesamt marginalen Kurszielanpassungen eingetroffen.

Belastend dürfte indes vor allem der erwähnte Stresstest sein, welcher das Sentiment für Bankaktien erneut belastet hat. Der europäische Branchenindex der Kreditinstitute fiel am Montag um 1,8% zurück. Die Ergebnisse fielen zwar teilweise besser aus als befürchtet, Experten warnten jedoch rasch vor einem voreiligen Aufatmen. So habe der Stresstest etwa bei der Deutschen Bank, welche gerne mit der Credit Suisse verglichen wird, auch die Schwachstellen sehr deutlich aufgezeigt.

Klare Verluste verzeichnen auch Dufry (-2,7%) nach den Semesterzahlen vom Freitag, als bereits ein Minus von 0,5% resultiert hatte. Zum Wochenbeginn haben Natixis und die Credit Suisse gesenkte Kursziele für das Unternehmen genannt. Die Resultate für den berichtszeitraum seien ziemlich enttäuschend ausgefallen, hiess es dazu bei der CS.

Auffälligere Abgaben erleiden auch Richemont (-2,4%) und Swatch (-2,0%). Die Credit Suisse hat im Rahmen einer Studie zu den Schweizer Uhrenherstellern das Rating für die Swatch-Inhaberaktien direkt auf "Underperform" von "Outperform" zurückgenommen und dasjenige für Richemont auf "Underperform" von "Neutral". Auch die Kursziele für die beiden Titel wurden deutlich gestutzt. Nach einer Umfrage bei den Verkäufern dränge sich der Schluss auf, dass die Talsohle noch nicht durchschritten sei und die ursprünglichen Annahmen zu optimistisch gewesen seien, hiess es dazu bei der Bank unter anderem.

Auf der Gewinnerseite fallen Novartis (+0,8%) auf, welche mit dieser Avance einen noch tieferen SMI-Stand verhindern. Die Novartis-Tochter Alcon hat in den USA die Zulassung für den Micro-Stent CyPass erhalten. Mit Hilfe dieses chirurgischen Gerätes kann die Augenkrankheit Glaukom behandelt werden.

Im breiten Markt büssen jeweils nach Zahlen Oerlikon 0,7% ein, während die Aktien der Glarner KB 0,3% zulegen. Nach der definitiven Beilegung des Patentstreits mit Apple rücken Kudelski um 3,4% vor.

cf/rw

(AWP)