Aktien Schweiz Eröffnung: Verluste - Erholung vorerst unterbrochen

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen am Donnerstag im frühen Handel die Kursverluste. Nachdem der Leitindex SMI an den vorangegangenen zwei Handelstagen seine "Brexit"-Verluste nahezu ausgeglichen hatte, ist die Erholung nun erst einmal unterbrochen. Die Marktlage bleibe weiterhin angespannt, heisst es von Händlerseite. Die Folgen des Brexit seien nach wie vor nicht abzusehen.
30.06.2016 10:15

Entsprechend volatil dürften sich die Finanzmärkte auch in absehbarer Zukunft entwickeln. Zuletzt hatte die Hoffnung, dass die weltweit führenden Notenbanken den Finanzmärkten helfen werden, gestützt. Diese sei nun aber wieder etwas in den Hintergrund getreten und an der Börse fokussierten sich Anleger an diesem Morgen eher wieder auf den Bankensektor und die Risiken, die durch den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU entstehen könnten.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 9.30 Uhr 0,61% auf 7'930,62 Zähler. An den vorangegangenen beiden Handelstagen hatte er insgesamt 5% gewonnen, nachdem er zunächst mit Verlusten von etwas mehr als 5% auf den Brexit reagiert hatte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,63% auf 1'167,66 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,53% auf 8'567,20 Zähler. Von den 30 Blue Chips stehen 25 im Minus, die restlichen fünf im Plus.

Passend zur Marktstimmung gehören die Aktien der beiden Grossbanken UBS (-2,0%) und CS (-1,3%) zu den grössten Verlierern unter den Blue Chips. Am Vortag noch hatten die Anteilsscheine der UBS zusammen mit den Versicherungsaktien zu den grössten Gewinnern gezählt. Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits einige Analysehäuser zu Wort gemeldet hatten, folgten nun die Experten von Kepler Cheuvreux und Morgan Stanley mit Kurszielsenkungen.

Noch deutlichere Abschläge verzeichnen die Anteilsscheine von Adecco (-2,2%). Analysten der Citigroup senkten am Morgen ihre Gewinnschätzungen für den Personalvermittler deutlich, was zu einem gekappten Kursziel führt.

Auch die beiden Uhrenhersteller Richemont (-1,2%) und Swatch (-1,1%) stehen erneut weit oben auf den Verkaufslisten. Auch ihre Kursziele wurden erneut reduziert. Für beide Unternehmen sehen die Analysten die politische Unsicherheit und die neuen Verwerfungen auf Währungsseite als Belastungsfaktoren.

Die drei Schwergewichten Novartis (-0,9%), Roche (-0,5%) und Nestlé (-0,3%) tragen zum insgesamt schwächeren Gesamtbild bei. Die Studienergebnisse von Novartis zum Produktkandidaten PKC410 in der Behandlung von systemischer Mastozytose bewertet die ZKB grundsätzlich positiv.

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Aktien von Schindler (+0,8%) und Swisscom (+0,7%). Aber auch Lonza (+0,4%) und SGS (+0,3%) können sich gegen den schwächeren Trend stemmen. Unternehmensspezifische Nachrichten gab es bei keinem Wert.

Im breiten Markt zeigen sich die Anteilsscheine vom Computerzubehör-Hersteller Logitech (-0,7%) unbeeindruckt von der angehobenen Dividende. Diese sei aber erwartet worden, heisst es im Kommentar der ZKB.

Mit die grössten Gewinne verzeichnen die Aktien von Vontobel mit +2,2%. Die Bank stellt zusammen mit der Raiffeisen-Gruppe die Partnerschaft im Asset Management neu auf übernimmt deren Asset Management-Tochter Vescore. Bei der UBS werten die Analysten es als positiv, dass Vontobel seine Verbindung mit Raiffeisen verfestigen kann.

Ausserdem ist die Immobiliengesellschaft Investis an diesem Morgen an der Börse gestartet. Im frühen Handel notieren die Aktien bei einem Kurs von 55,50 CHF und damit um 4,7% höher. Der erste Kurs kam bei 53,75 CHF zustande; emittiert worden waren die Aktien zu 53 CHF und damit eher am unteren Ende der zuvor angestrebten Bandbreite 49 bis 68 CHF.

hr/tp

(AWP)