Aktien Schweiz Eröffnung: Verschnaufpause - Banken und Schwergewichte belasten

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse legt am Dienstag nach der rasanten Erholung der vergangenen Tage zunächst eine Pause ein. Belastet werden die Dividendenpapiere vor allem von Abgaben in den Grossbanken und in den defensiven Schwergewichten. Für Rückenwind hatte in den letzten zwei Tagen neben einem guten US-Arbeitsmarktbericht auch die reduzierte Unsicherheit mit Blick auf die politische Führung Grossbritanniens gesorgt, hiess es aus dem Handel. So wurde mit Theresa May rasch eine Nachfolgerin für den noch amtierenden Premierminister David Cameron gefunden.
12.07.2016 10:15

Die Vorgaben der internationalen Leitmärkte würden derweil einen weiteren Anstieg unterstützen. An der Wall Street kletterte der S&P-500 auf ein Rekordhoch und auch an den Börsen Asiens ging es überwiegend nach oben. Für Zuversicht sorge auch der Zahlenkranz des Aluminium-Konzerns Alcoa, der nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallen sei. Alcoa macht traditionell den Auftakt für die Saison der US-Quartalsberichte.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst bis 9.30 Uhr um 0,16% auf 8'104,47 Punkte ein. Während der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, um 0,09% auf 1'191,95 Punkte steigt, gibt der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 8'775,57 nach. Bei den 30 Blue Chips stehen 19 Gewinner 11 Verlierer gegenüber.

Marktbewegende News sind bei den Blue Chips Mangelware; daher sind es vor allem Analystenvoten, welche die Kurse lenken. "Daumen nach unten" hiess es bei Bernstein zu den beiden Grossbankenaktien Credit Suisse (-0,1% auf 10,50 CHF) und UBS (-0,5% auf 12,29 CHF). Die Amerikaner nehmen die Abdeckung für beide Papiere mit dem Rating "Underperform" auf und versehen sie jeweils mit einem einstelligen Kursziel. Für die Credit Suisse sind es 6 CHF, für die UBS immerhin 8 CHF.

Die UBS gerät zudem laut "NZZ" nun auch in den Strudel des Korruptionsfalls um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Dokumente sollen belegen, dass auch die Grossbank eine fragwürdige Rolle gespielt habe, so das Blatt. Eine Stellungnahme der Bank steht noch aus.

Adecco steigen um 0,5, obschon das Aktienresearch von HSBC die Einstufung für Adecco auf Hold von Buy gesenkt hat und gleichzeitig ein deutlich tieferen Kursziel nennt. Angesichts der Unsicherheit, die wegen des Brexit auftauche, habe er seine Aussichten für das organische Wachstum in Grossbritannien gesenkt, so der zuständige Analyst.

Für den Sanitärtechniker Geberit (-0,4%) senkt ebenfalls HSBC das Kursziel, während es für LafargeHolcim (+1,1%) erhöht wurde. Die wirtschaftliche Abschwächung, mit der durch den Brexit zu rechnen sei, scheine vollständig in den Kurs eingepreist zu sein, hiess es mit Blick auf den Zementhersteller. Grössere Gewinne gibt es auch bei Aryzta (+1,0%), Richemont (+1,4%) und Sonova (+0,8%).

Die defensiven Schwergewichte bieten dem Schweizer Aktienmarkt am Berichtstag keinen Halt: Novartis büssen 0,6% und Roche 0,5% ein; die beiden Pharmariesen werden kommende Woche über das zweite Quartal 2016 berichten. Nestlé schneiden mit -0,1% nur marginal besser ab. Die genannten Titel hätten in zahlreichen Portfolios eine hohe Gewichtung und würden entsprechend überdurchschnittlich bei Reduzierungen von Aktienquoten durch die Anleger leiden, heisst es.

Am breiten Markt gab es weitere Vorboten der Berichtssaison. So hat die auf industrielle Automatisierung spezialisierte Perrot Duval ihren Gewinn - von einem sehr tiefen Niveau aus - verzehnfacht. Die Aktien werden 2,8% höher gehandelt.

Adval Tech steigen um deutliche 4,4%. Die Industriegruppe trennt sich von ihrer Kunststoffsparte Molds und verkauft die Einheit an das US-Luft- und Raumfahrtunternehmen Barnes Group. Den Erlös von 133 Mio CHF wollen die Berner primär für den Abbau von Schulden einsetzen.

Ins Schlaglicht rücken auch die Papiere des Fintech-Unternehmens Leonteq (+2,4%). Dort hat die als aktiver Investor bekannte Veraison ihre Beteiligung zügig auf über 5% ausgebaut. Erst letzte Woche hatte die Beteiligungsgesellschaft ihren Einstieg bei Leonteq mit einem Anteil von 3,22% gemeldet, was den Papieren innert dreier Handelstagen zu einem Kursplus von mehr als 20% verhalf.

ra/cf

(AWP)