Aktien Schweiz Eröffnung: Weitere Einbussen - Actelion brechen ein

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag schwach gestartet und bleibt auf Konsolidierungskurs. Bereits zu Wochenbeginn hatte der Leitindex SMI den Rückwärtsgang eingelegt und ist im heutigen Handel im frühen Geschäft für kurze Zeit sogar unter die Marke von 7'800 Punkten gerutscht. Belastet wird die Stimmung an der Börse von den Sorgen um das italienische Verfassungsreferendum vom Wochenende. Zudem deute an der Wall Street nach der jüngsten Rekordjagd einiges auf eine Überhitzung des Marktes hin, hiess es. Hierzulande hat derweil die zuletzt gesehene "Übernahmeeuphorie" bei Actelion einen Dämpfer erhalten.
29.11.2016 10:15

Die bevorstehende Abstimmung in Italien verunsichere die Investoren, meinen Händler. Ein "No" könnte nicht nur die nächste politische Krise im Land auslösen, sondern auch in die EU abstrahlen, so die Befürchtung. Denn faktisch würden sich die Italiener damit wohl für einen europakritischeren Kurs entscheiden. Zunächst rückt aber das morgige Opec-Treffen in den Fokus. Im Vorfeld dazu gab es noch keine Einigung zu Förderkürzungen, was den Ölpreis belastet. Heute Nachmittag dürften Daten zum US-Konsumentenvertrauen und zum BIP die Märkte bewegen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 9.30 Uhr 0,16% auf 7'810,35 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,19% auf 1'237,62 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,23% auf 8'552,33 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 16 im Minus und 14 im Plus.

Actelion büssen deutliche 6,0% auf 178,60 CHF ein. Wie die "Financial Times" berichtet, überprüfen der Schweizer Pharmakonzern und die US-Gesellschaft Johnson&Johnson "nur" eine Kombination aus Teilen beider Unternehmen. Diese Nachricht löst an der Börse grosse Enttäuschung aus, schliesslich hatten zuletzt Übernahmespekulationen den Kurs bis gestern um über 20% in die Höhe getrieben. In Marktkreisen war sogar von einem Transaktionspreis von bis zu 250 CHF je Aktie die Rede.

Bei den Schwergewichten verlieren Nestlé 0,4% und Novartis 0,1%, wogegen Roche um 0,3% zulegen. Mit Berenberg und Liberum haben gleich zwei Analystenhäuser das Kursziel für die Nestlé-Aktie gesenkt. Die Bank Berenberg empfiehlt die Titel aber weiterhin zum 'Kauf'. Mit dem neuen CEO Mark Schneider hofft der Experte auf mehr Kostendisziplin, eine stärkere Portfoliorestrukturierung und ein schnelles Wachstum der Sparte Health Science. Roche wiederum profitieren von einer Ratingerhöhung auf 'Strong Buy' durch S&P Global.

Die Finanztitel können sich von den Abgaben des Vortages etwas erholen: Credit Suisse gewinnen 0,2% und UBS sogar 0,5%. In der Branche geht die Sorge um, dass eine Niederlage Renzis im Verfassungsreferendum die schwachen italienischen Institute gefährden könnte. Ausserdem wurden die Finanzwerte zuletzt durch eine Warnung vor Milliardenrisiken bei der Monte dei Paschi belastet.

Aryzta weiten die gestrigen Kursgewinne um 1,3% aus. Am Montag hatten die Aktien mit einer Achterbahnfahrt auf die präsentierten Zahlen reagiert, schlossen den Handel aber dank Kommentaren des Managements zum Ausblick mit +1,4% ab.

Im breiten Markt richtet sich der Blick der Anleger auch auf das Pharmaunternehmen Cosmo (Aktie: +1,1%), das heute ein Investorentreffen durchführt. Cosmo kündigte dabei Details zu zwei erfolgreichen Phase-III-Studien mit dem Produktkandidaten Zemcolo gegen Reisedurchfall sowie zum Kontrastmittel LuMeBlue an.

Deutlich fester eröffneten Evolva (+5%) den Handel. Ab Dezember übernimmt Oliver Walker die Aufgabe des Finanzchefs. Bereits im September hatte Evolva bekannt gegeben, dass der bisherige CFO Jakob Dynnes Hansen das in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Unternehmen verlassen wird. Wisekey klettern um 7,0% in die Höhe. Das Cybersecurity-Unternehmen plant eine technologische Zusammenarbeit mit dem chinesischen IT-Unternehmen Feitian zur Abwehr von Hackerattacken.

Sunrise büssen hingegen 0,6% ein, dies obwohl das Unternehmen im neusten Mobilfunknetz-Test des deutschen Branchenmagazins Connect vor Branchenprimus Swisscom (-0,3%) und dem Konkurrenten Salt liegt.

mk/cp

(AWP)