Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig Bewegung - Zurückhaltende Anleger

Zürich (awp) - Der Handel am Schweizer Aktienmarkt bleibt auch zur Wochenmitte von Zurückhaltung geprägt. Der Leitindex SMI startete mit leichten Abgaben in den Tag und drehte in der Folge in die Gewinnzone, das Plus hält sich jedoch in Grenzen. Am Tag des Opec-Treffens warten die Anleger gespannt darauf, ob sich die Ölminister der erdölexportierenden Länder auf eine Reduktion der Förderquoten einigen können. Und auch mit Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag sowie dem Verfassungsreferendum in Italien vom Wochenende neigen die Investoren zur Vorsicht.
30.11.2016 10:15

Am Ölmarkt ist die Nervosität gross, wobei sich der Ölpreis aktuell vom zuletzt gesehenen Rückgang etwas erholen kann. Letzten Angaben zufolge befindet sich die Opec kurz vor einer Einigung. Das Ziel der Organisation ist es, die Produktion zu drosseln und so die Preise zu stützen. Am Nachmittag rückt der US-Arbeitsmarkt in den Vordergrund. Einen ersten Hinweis auf den Bericht vom Freitag liefern traditionell die Zahlen des Arbeitsmarktdienstleisters ADP.

Der Swiss Market Index (SMI) steigt um 9.30 Uhr 0,10% auf 7'852,47 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,15% auf 1'250,23 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12% auf 8'605,68 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 24 im Plus, fünf im Minus und SGS notieren unverändert.

Bei Actelion (-1,9% auf 205 CHF) nehmen die Anleger nach dem Wirrwarr in den vergangenen Tage um eine mögliche Übernahme durch den US-Konzern Johnson&Johnson einen kleinen Teil der Kursgewinne mit. Ende letzter und zu Beginn dieser Woche katapultierten Übernahmegerüchte sowie die Bestätigung von Seiten Actelions, dass mit J&J Gespräche geführt würden, den Actelion-Kurs bereits auf 190 CHF.

Danach bremste im gestrigen Handel ein Bericht der "Financial Times" über eine mögliche Zusammenlegung von Geschäftsteilen den Aufwärtstrend, ehe von Agenturseite ein J&J-Angebot in Höhe von 246 CHF in den Raum gestellt wurde. Analysten und Anleger seien verunsichert, dennoch bleibe die Hoffnung auf eine Barofferte intakt, so ein Marktexperte.

Bei Aryzta (-0,6%) kommt es ebenfalls nach dem Kursanstieg in dieser Woche zu Gewinnmitnahmen. Der Backwaren-Konzern hatte am Montag zwar schwache Zahlen zur Geschäftsentwicklung präsentiert, doch äusserte sich das Management zur Zukunft optimistisch.

Zu den wenigen Verlierern zählen auch Roche (-0,2%), während Novartis (+0,3%) leicht zulegen. In einer Sektorstudie hat die Deutsche Bank die Kursziele sowohl für Novartis als auch für Roche gesenkt, gleichzeitig aber die Ratings mit 'Hold' bzw. 'Buy' bestätigt.

Auch die Titel von Nestlé (+0,1%) bewegen sich kaum vom Fleck, während sich Zykliker wie Swatch (+1,3%), Richemont (+1,0%) oder LafargeHolcim (+1,2%) zuvorderst im SMI/SLI eingereiht haben. Zuletzt hatten ermutigende Aussagen zum US-Luxusgütermarkt etwa von der Schmuckmarke Tiffany's den Sektor gestützt.

Im Plus liegen auch Chemiewerte wie Clariant (+1,0%) oder Givaudan (+0,4%). Die Titel dürften von einer positive aufgenommenen Sektorstudie der Deutschen Bank etwas Auftrieb erhalten, auch wenn das Kursziel für Givaudan leicht gesenkt worden ist. Zudem gebe die Neuauflage der Fusionsverhandlungen zwischen Linde und Praxair den Chemiewerten Halt, hiess es.

Am breiten Markt macht der Technologiekonzern Oerlikon (-0,4%) heute von sich Reden: Einerseits stärkt die Gruppe mit der Übernahme der deutschen Citim den Bereich additive Fertigung, und andererseits verliert sie Hans Ziegler als Veraltungsratsmitglied. Als Gründe für den sofortigen Rücktritt wurden laufende, auf seine Person bezogene Untersuchungen genannt. Ziegler scheidet deshalb auch aus dem VR von Schmolz+Bickenbach (-1,5%) aus.

Weiter haben die Aktionäre des Milchverarbeiters Hochdorf (-0,3%) grünes Licht für die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Pharmalys Laboratories gegeben. Und das Pharmaunternehmen Cosmo (-3,0%) kündigte die Gründung der US-Tochter Aries an.

mk/rw

(AWP)