Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig verändert - Grossbanken unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag wenig verändert gestartet und knüpft damit nicht an den relativ starken Wochenstart an. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen sind verhalten: an der Wall Street hatte sich der Leitindex Dow Jones Industrial über weite Strecken unentschlossen präsentiert und den Handel quasi unverändert beendet. Und die Aktienmärkte in Japan wie auch in China notierten mit leichten Abschlägen.
20.09.2016 10:15

Die Blicke richten sich nun immer stärker auf die am (morgigen) Mittwoch anstehenden Zinsentscheide in den USA und Japan. Marktbeobachter gehen mehrheitlich davon aus, dass die US-Notenbank den Leitzins wohl erst einmal nicht weiter erhöhen wird. Dafür sprechen zuletzt mehrheitlich schwache Konjunkturdaten. Die japanische Zentralbank dürfte ihren geldpolitischen Lockerungskurs im Gegenzug wohl fortsetzen. Makroseitig sind im weiteren Tagesverlauf kaum Impulse zu erwarten. Einzig am Nachmittag stehen Daten zum US-Immobilienmarkt auf dem Programm.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 09.30 Uhr 0,03% auf 8'198,26 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt dagegen 0,15% auf 1'238,55 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) steht unverändert bei 8'921,39 Punkten. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen 17 im Minus und 13 im Plus.

Auffällig schwach präsentierten sich einmal mehr die beiden Grossbankenwerte UBS (-1,4%) und CS (-1,3%). Marktteilnehmer würden nun wieder vermehrt auf keinen Zinsschritt der US-Notenbank noch im September spekulieren, hiess es in Händlerkreisen. Hält die US-Notenbank in Sachen Zinsen die Füsse still, würden sich die Aussichten für das Kapitalmarktgeschäft weltweit nicht gerade verbessern.

Auch Zykliker wie Adecco (-0,9%) oder die am Vortag noch starken Dufry (-0,8%) fallen mit grösseren Abgaben auf. Die Chemiewerte Clariant (-0,5%) geben ebenfalls klar nach. Das Aktienresearch von Bernstein hat die Bewertung der Titel mit "Underperform" aufgenommen. Clariant sei weiterhin stark auf Industriechemikalien ausgerichtet, was die mittelfristigen Wachstumsaussichten bedrohe, hiess es.

Wenig verändert notieren die Titel der beiden Luxusgüter- und Uhrenhersteller Swatch (-0,2%) und Richemont (+0,1%). Die am Morgen veröffentlichten Uhrenexportdaten seien nicht so schlecht wie erwartet ausgefallen, hiess es im Handel. Für Erleichterung dürfte auch sorgen, dass die Bestellungen aus dem wichtigen Markt China wieder zugenommen haben.

Auf der Gewinnerseite haben nachrichtenlos Schindler (+0,4%) die Nase vorn. Auch seit Jahresbeginn schneidet der Titel besser als der Gesamtmarkt ab. Anleger greifen zudem bei Gesundheitswerten zu: Galenica und Sonova steigen um jeweils 0,4%.

Die beiden schwergewichtigen Pharmaaktien Roche und Novartis (je +0,3%) legen nach dem starken Wochenstart weiter zu. Bereits in der Vorwoche hatten die Titel überdurchschnittlich abgeschnitten. In Zeiten grosser Unsicherheiten wie derzeit vor dem US-Leitzinsentscheid würden Aktien mit defensivem Charakter verstärkt nachgefragt, hiess es im Handel.

Auch die ebenfalls defensive Nestlé-Aktie (+0,2%) hat Oberwasser. Hier hilft zudem ein positiver Analystenkommentar. Der Broker Mainfirst habe das Rating auf "Outperform" erhöht, hiess es im Handel.

Im breiten Markt ziehen AFG um 2,5% auf 14,35 CHF an. Am Vorabend hatte der Bauzulieferer 2,64 Mio neue Aktien zum Preis von 14,30 CHF platziert. Mit dem Erlös soll die im Juni 2016 bekanntgegebene Akquisition der Koralle Gruppe finanziert werden. Börsenneuling VAT legt um 1,8% zu. Für die seit April an der SIX kotierten Aktien des Vakuumventilherstellers hat die UBS das Rating auf "Buy" erhöht und das Kursziel nachgezogen.

Gesucht sind auch die wenig liquiden Crealogix-Aktien (+0,8%). Das Softwarehaus hat für das im Juni abgeschlossene Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatzanstieg ausgewiesen, unter dem Strich allerdings erneut Verlust gemacht. Der Titel notiert zurzeit auf Mehrjahreshoch.

Bell fallen nach einer Übernahme um 2,2% zurück, was angesichts bis anhin starken Laufs der Aktie auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte.

cp/uh

(AWP)