Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig verändert - Kaum Unternehmensnews

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit etwas tieferen Kursen - insgesamt allerdings wenig bewegt - in die neue Woche gestartet. Händler sprechen von schwächeren US-Vorgaben, die das Geschehen etwas belasten würden. Fed-Vizepräsident Stanley Fischer hatte die Investoren am Freitag an der Notenbankkonferenz von Jackson Hole nämlich mit Andeutungen aufgeschreckt, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr sogar noch zwei Mal anheben könnte.
29.08.2016 10:15

Insgesamt wird aufgrund mangelnder Unternehmensnews aber ein ruhiger Handelstag erwartet. Der Feiertag in Grossbritannien (Sommer-Bankholiday) dürfte den ohnehin ruhigen Handel zusätzlich bremsen, heisst es. Die ZKB spricht in einem Kommentar von einer "Verdauungsphase" nach den Kursgewinnen, die nach dem Brexit-Taucher Ende Juni eingesetzt hätten. Kurzfristig sei jedenfalls mit keinen grösseren Kursfortschritten zu rechnen, Angst vor einer grösseren Korrektur müsse man aber nicht haben.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst am Montag um 09.30 Uhr 0,01% ein auf 8'167,34 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,08% auf 1'236,14, während der breite Swiss Performance Index (SPI) gar leicht um 0,02% zulegt auf 8'889,709 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 12 im Plus, 16 im Minus und zwei (Clariant, Adecco) unverändert.

Wichtige bzw. kursbewegende Nachrichten sind am Montag Mangelware, entsprechend halten sich die Ausschläge auf Einzeltitel-Basis in Grenzen. Auch von Analystenseite gibt es zum Berichtszeitpunkt kaum entscheidende Rating-Umstufungen oder Kurszielveränderungen.

Zu einer leichten Korrektur kommt es bei den Pharmawerten Roche (+0,3%) und Novartis (+0,1%), die sich in der vergangenen Woche erneut schwach entwickelt hatten. Grund war, dass sich die US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kritisch über die Preispolitik eines Biotech-Unternehmens geäussert hatte. Die Demokratin hatte aber auch schon früher erklärt, dass sie gegen hohe Medikamentenpreise in den USA vorgehen will.

Bei Roche waren Spekulationen dazugekommen, dass Novartis sein grosses Roche-Aktienpaket möglichst schnell loswerden wolle. Das heute leicht positive Sentiment beim Roche-GS wird bekräftigt durch einen kleinen Erfolg in den USA: Die Gesundheitsbehörde FDA hat einem Zika-Test von Roche die Genehmigung zur Anwendung in Notfallsituationen gewährt. Novartis diskutiert derweil am Montag an einem Anlass über neue Technologien im Gesundheitsbereich.

Klar im Plus notieren ausserdem die Bankenwerte Julius Bär (+0,9%), CS (+0,4%) und UBS (+0,2%). Bär und CS sind damit die beiden Spitzenwerte im Tableau der Blue Chips. Alle drei hatten zudem bereits in der vergangenen Woche mit Kursgewinnen von zwischen 2,1% und 7,0% überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Am oberen Ende der Tabelle halten sich nach einer halben Stunde ausserdem ABB (+0,2%), Syngenta (+0,2%) sowie Zurich Insurance (+0,1%). Beim Versicherer werden laut Wochenendpresse diese Woche rund 300 Mitarbeiter erfahren, dass man sich von ihnen trennt.

Auf der Gegenseite sind vor allem Zykliker zuoberst zu finden, angefangen mit LafargeHolcim (-1,1%), Richemont (-0,8%), Schindler PS (-0,6%) oder Sika (-0,6%). Mit Bâloise (-0,6%) ist lediglich ein Finanzwert mit bei den schwächsten Werten. Der Versicherer wird am (morgigen) Dienstag die Halbjahreszahlen zeigen.

Im breiten Markt stehen Bachem (+3,8% auf 86,75 CHF) an der Tabellenspitze. Die Bank Vontobel hat das Kursziel für die Aktien des Peptid-Herstellers nach den am Freitag publizierten, starken Halbjahreszahlen auf 107 von 71 CHF erhöht. Gut im Schuss sind ausserdem im frühen Handel VAT (+3,0%), SNB (+2,3%) oder LifeWatch (+2,2%). Etwas Mühe haben auf der anderen Seite u.a. Valora (-3,6%), Implenia (-3,4%) oder Meyer Burger (-2,6%).

Ausserdem büssen u-blox (-2,4%) nach den deutlichen Verlusten am Freitag nach enttäuschenden Zahlen auch heute wieder an Wert ein. Auch Ems (-0,2%) verlieren nach der Publikation der definitiven Halbjahreszahlen. Diese hatten allerdings "keine wesentlichen Abweichungen" zum provisorischen Abschluss gezeigt.

uh/ra

(AWP)