Aktien Schweiz Eröffnung: Wieder im Rückwärtsgang - Grossbanken sehr schwach

(Aktualisiert und mit weiteren Einzeltiteln ergänzt)
16.06.2016 10:15

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit Verlusten gestartet. Nach der zaghaften Erholungsbewegung vom Vortag hat der Leitindex SMI damit wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Kaum einen Einfluss auf den Kursverlauf hatten die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank. Eine Woche vor der Abstimmung in Grossbritannien über den Verbleib in der Europäischen Union halten die obersten Währungshüter wie erwartet die Füsse still. Die Negativzinsen auf Giroguthaben belassen sie bei 0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25%.

Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen sind negativ. Die US-Notenbank hat den Leitzins wie erwartet nicht angerührt. Da jedoch keine klaren Signale hinsichtlich eines Termins für eine mögliche nächste Zinsanhebung gegeben wurden, reagierten die Anleger an der Wall Street enttäuscht. Auch in Asien dominierte die Farbe Rot. Vor allem die Börse in Tokio wurde von einer breiten Verkaufswelle erfasst, nachdem die japanische Notenbank die Geldschleusen vorerst nicht weiter öffnen wird.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.45 Uhr 0,65% auf 7'629,71 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,86% auf 1'150,64 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,67% auf 8'275,60 Punkte ein. Alle 30 Blue Chips notieren im roten Bereich.

Die Brexit-Angst hat die Märkte damit wieder fest im Griff. Bereits in den Tagen zuvor hatte ein mögliches Ausscheiden des Inselstaates aus der Europäischen Union und mögliche wirtschaftliche Folgen die Stimmung arg belastet.

Auf Titelebene gehören hierzulande die beiden Grossbankenwerte CS (-2,0) und UBS (-1,5%) zu den grossen Verlierern. Die Schweizerische Nationalbank hat den beiden Grossbanken am Donnerstag in ihrem Bericht zur Finanzstabilität eine Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, aber weitere Massnahmen angemahnt. Sie fordert die Institute auf, weitere Massnahmen zu ergreifen insbesondere in Bezug auf die Leverage-Ratio und das verlustabsorbierende Kapital im Falle einer Abwicklung der Bank.

Die Vortagessieger LafargeHolcim (-1,5%) stehen ebenfalls unter Druck. In den vergangen Wochen hatte der Titel happige Kursverluste verbucht. Weitere Zykliker wie Aryzta (-1,4%), Dufry (-1,3%), Richemont (-1,3%) fallen stärker zurück. Sonova (-1,4%) verdauen den heutigen Dividendenabgang relativ gut.

Die schwergewichtigen Nestlé (-0,3%) halten sich deutlich besser als der Gesamtmarkt und verhindern damit ein tieferes Abgleiten. Auch Novartis (-0,4%) und Roche (-0,5%) schneiden etwas besser ab. Roche hat für sein Medikament Gazyvaro in Kombination mit einer Chemotherapie in der EU die Zulassung bei der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten.

Top-Werte sind SGS, die mit einem Abschlag von 0,2% gehandelt werden.

Am breiten Markt stehen GAM (-1,0%) etwas deutlicher unter Druck. Nach der vor wenigen Tagen erfolgten Gewinnwarnung senkte Goldman Sachs das Kursziel für den Titel. Die Probleme mit den Performance-abhängigen Gebühren, den Geldabflüssen und der Gebührenmargen blieben auf kurze Frist bestehen, heisst es.

Die Aktien des Chipherstellers Ams (-0,6&) sind nach einer Übernahme im Blick. Grössere Verluste verbuchen ohne News u.a. Addex (-5,6%) und Myriad (-4,7%).

Auf der Gewinnerseite fallen Wisekey mit +5,1% auf, die damit allerdings immer noch weit unter der Erstnotiz von April notieren.

cp/cf

(AWP)