Aktien Schweiz: Etwas höher in einem impulslosen Handel

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit einer leicht freundlichen Tendenz in die neue Woche gestartet. Die alten Themen bleiben den Börsianern aber auch im neuen Monat erhalten: Der Handelsstreit der USA mit China - am Wochenende sind die Sonderzölle in Kraft getreten -, Italien, Rezessionsängste und die Frage, ob ein sogenannter "harter Brexit" zum 31. Oktober verhindert werden kann.
02.09.2019 11:30

Zudem wird auf "Dorian" geschaut. Der Hurrikan hat auf seinem Weg Richtung Florida über den nördlichen Inseln der Bahamas gewütet. Eine Reihe von Konjunkturzahlen aus Europa hat das Geschehen an der Börse nur wenig beeinflusst. Da an der Wall Street wegen des Feiertags "Labor Day" am Montag nicht gehandelt wird, bleiben die Impulse von jenseits des Atlantiks dagegen aus.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11 Uhr 0,30 Prozent höher bei 9'925,81 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,21 Prozent auf 1'505,31 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,27 Prozent auf 12'093,45 Zähler. Von den 30 SLI-Werten notieren 17 fester und 13 schwächer.

An die Spitze setzen sich die Aktien von Adecco (+1,9%). Credit Suisse hat die Aktien des Personalvermittlers auf "Outperform" von "Neutral" hochgestuft. Die CS-Analysten sehen für Adecco gute Entwicklungsmöglichkeiten an der Börse. Die Frühindikatoren würden sich stabilisieren und bei der Marge gebe es Potenzial, hiess es in einer Studie der Bank.

Swiss Re ziehen um 1,5 Prozent an. Die Aktie holt damit einen Teil der Freitagsverluste auf, als die Aktien im Zusammenhang mit befürchteten Schäden, die der Hurrikan "Dorian" anrichten könnte, 3 Prozent verloren hatten. Der Wirbelsturm ist zuletzt zu einem Hurrikan der gefährlichsten Kategorie hochgestuft worden. "Schäden erlauben der Versicherern auch stets, höhere Prämien zu verlangen", sagt ein Händler. Die Aktien des Allspartenversicherers Zurich stehen 0,5 Prozent höher.

Einer guten Nachfrage erfreuen sich zudem Papiere aus dem Gesundheitssektor wie Sonova (+1,3%) und Roche (+0,9%). Der Pharmakonzern hat bei zwei Phase III Studien zum Grippemittel Xofluza positive Ergebnisse erzielt. Gefragt sind auch einzelne Zykliker wie Kühne+Nagel und LafargeHolcim mit jeweils plus 0,4 Prozent.

Julius Bär gewinnen 0,3 Prozent. Der Vermögensverwalter hält an der italienischen Vermögensverwaltungs-Tochter Kairos fest. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (+0,4%) und UBS (-0,3%) tendieren uneinheitlich.

Dagegen fallen die Anteile von Novartis (-0,2%). Der Pharmakonzern hat an einem Fachkongress in Paris detaillierte Daten der Paragon-HF-Studie zum Herzmittel Entresto vorgestellt. Wie bereits vor Monatsfrist bekannt gegeben, hat das Medikament die gesteckten Ziele knapp verfehlt. Nach Ansicht der ZKB müsste dieses Studienergebnis bereits in dem Aktienkurs eingepreist sein.

Die Aktien von Nestle gewinnen 0,7 Prozent auf 111,80 Franken. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 118 von 110 Franken nach oben revidiert.

Deutlich nach unten geht es mit Technologiewerten wie AMS (-2,5%) und Temenos (-1,1%). Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,7%) leiden erneut unter den Unruhen im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong.

Am breiten Markt stehen Hiag (-5,9%) nach Halbjahreszahlen stark unter Druck. Der Immobilienentwickler musste wegen Sondereinflüssen und ausserordentlichen Abschreibungen einen Millionenverlust ausweisen. Daher fällt die Dividende für 2019 aus.

Die Aktien von Burkhalter fallen um 1,2 Prozent. Die Installationsfirma spürt den hohen Preisdruck in der Branche und hat im ersten Semester 2019 trotz eines leicht höheren Umsatzes weniger verdient. Der Börsenneuling Aluflexpack (+2,9%) war hingegen gut unterwegs und ist deutlich gewachsen. Unter dem Strich gab es allerdings - auch wegen der IPO-Kosten - einen Verlust.

ra/uh

(AWP)

 
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