Aktien Schweiz - Feste Pharmawerte ziehen SMI ins Plus

Am Schweizer Aktienmarkt hat der Leitindex am Freitag entgegen dem Trend an den anderen europäischen Märkte leicht fester geschlossen. Für den SMI-Anstieg sorgten vor allem die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche.
30.11.2018 18:15

Im Vorfeld des am Freitag beginnenden G20-Gipfels hätten sich die Anleger aber insgesamt zurückgehalten, heisst es am Markt. Im Fokus stand für die Märkte klar das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Die widersprüchlichen Signale in den vergangenen Tagen hätten die Investoren zuletzt vermehrt vor kurzfristigen Engagements abgehalten, meint ein Marktanalyst. Es bestehe jedenfalls ein Risiko, dass die Börsen am Montag in die eine oder andere Richtung ausschlagen würden. Eine Entspannung im Handelsstreit könnte aber zusammen mit den jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell über einen langsameren Zinsanhebungs-Fahrplan doch noch für ein Weihnachtsrally sorgen.

Der SMI schliesst 0,3 Prozent im Plus auf 9038 Punkten. Für die gesamte Börsenwoche resultierte damit ein Plus von 2,2 Prozent. Der 30 Aktien umfassende SLI gab dagegen 0,3 Prozent auf 1392 Zähler nach und der breite SPI schliesst praktisch unverändert bei 10'541 Stellen. Von den 30 grössten Werten schliessen nur gerade 4 im Plus, während 25 im Minus und 1 unverändert aus dem Handel gehen.

Gefragte Pharmatitel

Nach oben gezogen wurde der Leitindex von den gesuchten Pharmatiteln Roche (+1,9%) und Novartis (+0,7%), die beide neue Jahreshöchststände markieren. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-0,1%) beendet den Handel knapp im Minus. Gesucht waren zudem die ebenfalls defensiven Swisscom (+0,8%) sowie die im laufenden Jahr sehr starken Titel des Pharmazulieferers Lonza (+1,2%).

Die Versicherungstitel Swiss Life (unv.) und Zurich (-0,03%) bewegten sich kaum, während Swiss Re (-0,2%) etwas nachgeben. Die Bank Vontobel bekräftigte am Freitag die Kaufempfehlung für die Swiss-Life-Aktien nach dem Investorentag und erhöhte ihr Kursziel. Dagegen standen die Grossbankenwerte CS (-1,2%) und UBS (-0,9%) den ganzen Handelstag unter Druck.

Moderat im Minus zeigen sich auch zyklische Werte wie ABB (-0,5%) oder Sika (-0,4%). Die Analysten von Kepler Cheuvreux bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Sika-Titel, nahmen aber ihr Kursziel und ihre Gewinnschätzungen aufgrund der wachsenden Unsicherheit an der makroökonomischen Front etwas zurück.

Luxusgüteraktien unter Druck

Die Luxusgüterwerte Swatch (-1,2%) und Richemont (-1,0%) beenden den Handelstag deutlich tiefer. Noch stärkere Abschläge gibts für die Titel des Liftherstellers Schindler (-2,3%) und des Chemiekonzerns Clariant (-3,1%). Die Analysten von Macquarie haben in einer Studie zu europäischen Chemietiteln die Clariant-Aktien mit einem "Neutral"-Rating nur gerade im Mittelfeld und klar hinter anderen europäischen Konkurrenten eingestuft.

Für die am Vortag noch festen Technologiewerte wie Logitech (-1,3%) oder die Aktien des Bankensoftware-Herstellers Temenos (-2,1%) ging es ebenfalls wieder deutlich abwärts. Stärkste Verlierer im SMI/SLI sind die volatilen Titel des österreichischen Chipherstellers AMS (-5,3%), für die damit der Stabilisierungsversuch vom Vortag bereits wieder Geschichte wurde.

Am breiten Markt zeigen die kleineren Biotechtitel eine deutlich Erholung. Molecular Partners (+4,5%) etwa profitieren von einem freundlichen Kommentar der Credit-Suisse-Analysten, die allerdings die Titel mit "Neutral" einstuften. Die Titel des Handelsdienstleisters DKSH (-2,0%) können nicht von einem Auftrag des deutschen Keksherstellers Bahlsen profitieren.

Der CEO des Heizungs- und Lüftungsherstellers Belimo (-1,1%) sieht für das kommende Jahr einige politische Unwägbarkeiten. Dennoch sei er für die Zukunft optimistisch, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. Noch leicht im Minus schliessen die Titel von Huber+Suhner (-0,1%). Er sei verhalten optimistisch für das kommende Jahr, sagte der CEO des Verbindungstechnikspezialisten im AWP-Interview.

(AWP)