Aktien Schweiz: Fester - Zinshoffnungen überlagern Konjunkturängste

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Freitag kurz vor Mittag leichte Gewinne. Nach dem Absturz Mitte der Woche setzt sich damit die am Vortag eingeleitete Stabilisierungstendenz fort. Gestützt wird der SMI dabei von den sich verdichtenden Anzeichen für eine weitere Zinssenkung der amerikanischen Notenbank bereits Ende dieses Monats. Anlass dazu gaben am Vortag erneut schwache Konjunkturdaten aus der wichtigsten Volkwirtschaft der Welt.
04.10.2019 11:30

So hat sich die Stimmung der US-Dienstleister unerwartet deutlich verschlechtert und ist im September auf den tiefsten Stand seit gut drei Jahren gefallen. Davor hatte bereits der starke Rückgang des ISM-Index für die Industrie die Investoren aufgeschreckt, welcher als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA gilt. Die schon zuvor bestehenden Sorgen um die globale Konjunktur haben also jüngst noch einmal zugenommen, was in naher Zukunft für etwas volatilere Börsenmärkte sorgen könnte. Ein weiterer Test für die Aktien steht in dieser Hinsicht am Nachmittag mit der Publikation der US-Arbeitsmarktdaten bevor.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 10.50 Uhr 0,36 Prozent höher bei 9'795,51 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt 0,23 Prozent auf 1'489,41 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44 Prozent auf 11'934,5 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien stehen 22 höher und 8 tiefer.

Grösster Gewinner sind derzeit AMS (+2,6%). Händler verweisen einerseits auf die Vorgaben aus den USA, wo Technologiewerte am Donnerstag deutlich hinzugewonnen hatten. Andererseits wird ein weiterer Bericht über eine erhöhte Produktion des neuen iPhone 11 bei Apple erwähnt. So hat die japanische Zeitung "Nikkei Asian Review" über die Produktionsausweitung beim US-Konzern berichtet.

Für einen guten Teil der Gewinne des Gesamtmarktes sind indes Roche (+1,4%) verantwortlich. Der Genussschein, der in den beiden Vorwochen gut gelaufen war, macht sich daran, die deutlichen Verluste vom Dienstag und Mittwoch wieder aufzuholen. Im Vergleich zum vergangenen Freitag resultiert zwar noch immer ein Minus, allerdings hat sich dieses nun schon deutlich verkleinert. Noch immer dürfte der Kurs von Roche dabei von der insgesamt guten Vorstellung am Krebs-Kongress Esmo in Barcelona gestützt sein, der diese Woche zu Ende gegangen ist.

Die beiden anderen Schwergewichte, Nestlé und Roche, liegen mit Avancen von 0,5 bzw. 0,4 Prozent im breiten Mittelfeld.

Gewinne von jeweils 1 Prozent oder knapp darüber verzeichnen noch Kühne+Nagel, Sonova, Swisscom und Logitech. Letzter profitieren wie AMS von einer freundlichen Stimmung für Technologie-Aktien.

Auf der Gegenseite können sich ABB und LafargeHolcim (je -1,2%) nicht vom seit Dienstag anhaltenden Negativtrend lösen. Für ABB hat das Institut ODDO BHF SCA das Kursziel gesenkt und die Einstufung "Reduce" bestätigt. An den Vortagen hatte sich bereits JPMorgan und die Société Générale wenig zuversichtlich für die Aktie geäussert.

Neuerliche Verluste ergeben sich auch bei Swatch (-1,0%) und Richemont (-0,4%). Von den Banken büssen UBS (-0,9%) klar mehr ein als CS (-0,4%) und Julius Bär (-0,3%).

Im breiten Markt fallen Aryzta mit einem satten Plus von über 11 Prozent auf. Nach langer Suche wurde nun ein Käufer für die Beteiligung am französischen Tiefkühlprodukte-Hersteller Picard gefunden. Kurstreiber dürfte die Erleichterung darüber sein, dass sich die Cash-Situation des Backwarenkonzerns damit klar verbessert.

cf/ys

(AWP)

 
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