Aktien Schweiz: Frühe Gewinne eingebüsst - Impulse Mangelware

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag wenig verändert. Die leichten Gewinne aus dem frühen Handel sind damit abgebröckelt. Hierzulande belasten vor allem die schwachen Novartis, Nestlé und Lonza. Das Leitbarometer Swiss Market Index (SMI) verteidigt aber die in der Vorwoche zurückeroberte Linie bei 9'100 Punkten. Die übergeordnete Stimmung bezeichnete ein Händler in Zürich als zuversichtlich. Es fehlten derzeit jedoch die entscheidenden Impulse, um das Jahreshoch bei knapp 9'200 Punkten von Anfang August anzugreifen.
27.09.2017 12:50

Zu Reden gibt ein Medienbericht, demzufolge US-Präsident Donald Trump an diesem Mittwoch seine lange erwarteten Steuerpläne veröffentlichen will. Nach Informationen der "New York Times" will Trump den Steuersatz für Unternehmen auf 20 von 35% senken. Auch für Privatpersonen sollen die Belastungen über vereinfachte Steuerregeln und Abschreibungsmöglichkeiten verringert werden. Mit diesen Massnahmen will Trump das US-Wirtschaftswachstum ankurbeln. Es sei allerdings fraglich, ob er sich mit seinen Steuerplänen durchsetzen könne, nachdem er mit der Reform der Krankenversicherung gescheitert war, hiess es.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12 Uhr noch 0,03% höher bei 9'116,26 Punkte und damit rund 30 Punkte unter dem im frühen Handel markierten Hoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die schwachen Novartis und Nestlé stärker gekappt sind, gewinnt 0,11% auf 1'457,98 Punkte, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,01% tiefer notiert auf 10'388,78 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln steht je die eine Hälfte im Plus, die andere im Minus.

Die Schwergewichte Novartis und Nestlé belasten den Gesamtmarkt mit Abgaben von 0,5% bzw. 0,2%. Auch das dritte Schwergewicht Roche (-0,1%) wird etwas tiefer als am Vortag gehandelt. Konkrete News zu Novartis liegen nicht vor. Im Handel werden die Abgaben in Zusammenhang mit Gewinnmitnahmen gebracht, da der Titel zuletzt gut im Markt gelegen habe und das Jahreshoch vom Sommer in Schlagweite sei.

Im Blick sind weiterhin Nestlé nach dem gestrigen Investorentag. Zur Wochenmitte treffen grossomodo wohlwollende Analystenkommentare ein. Vor allem ist der Westschweizer Nahrungsmittelhersteller in der Gunst der Oddo-Analysten gestiegen. Diese empfehlen die Nestlé-Aktien neu zum Kauf. CEO Mark Schneider habe an der Veranstaltung keine Wunder versprochen, sondern die Betonung auf Unternehmensdisziplin und Effizienz gelegt - Bereiche in denen er über eine hohe Glaubwürdigkeit und einen starken Leistungsausweis verfüge, heisst es. Am Vortag hatte der Titel in einem schwachen Gesamtmarkt 1,8% zugelegt.

Die grössten Verluste verzeichnen Lonza mit -3,0%, welche bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatten. Hier wird in Marktkreisen auf Gewinnmitnahmen verwiesen, nachdem der Titel seit Jahresbeginn über 50% zugelegt hatte. Verkauft werden mit Sonova (-0,9%), Sika (-0,6%) und Logitech (-0,5%) weitere Titel mit einer im Jahresverlauf bislang überdurchschnittlichen Entwicklung.

Aryzta (-1,5%) fallen nach dem Einbruch vom Vortag weiter zurück. Mit dem zum Wochenbeginn vorgelegten Jahresabschluss sei es der Konzernleitung nicht gelungen, Vertrauen bei den Investoren zurückzugewinnen, hiess es im Handel.

Auf der Gewinnerseite sind vor allem Finanzwerte gesucht wie CS (+1,5%), UBS (+1,2%)und Julius Bär (+0,6%). Hier wird in Marktkreisen auf die Unterstützung durch die Äusserungen von US-Notenbankchefin Janet Yellen vom Vorabend verwiesen. Sie hatte sich erneut für einen graduellen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ausgesprochen. Ein sich normalisierendes Zinsumfeld sei grundsätzlich positiv für den Finanzsektor zu werten, hiess es. Davon würden auch Versicherungswerte wie Swiss Life (+1,2%) profitieren.

In der Spitzengruppe sind weiter Swatch (+1,0%) zu finden, und auch LafargeHolcim (+0,5%) sind nach einer schwachen Entwicklung an den Vortagen im Aufwind.

Am breiten Markt fallen Meyer Burger mit Gewinnen von 5,7% auf. Am Vortag war der Titel des Solarzulieferers allerdings ohne konkrete Gründe um rund 8% nach unten gerauscht. In grösserem Ausmass ist auch die im Rappenbereich gehandelten Lumx (+4,8%) gesucht. Der Hedgefonds-Anbieter wird nach Börsenschluss sein Halbjahresergebnis veröffentlichen.

Grössere Abgaben verzeichnen hingegen Alpiq (-2,8%), Swissquote (-2,1%) und Goldbach (-2,0%).

cp/rw

(AWP)