Aktien Schweiz: Frühe Verluste wettgemacht - Vifor und SGS gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag leicht im Plus. Die frühen Verluste hat der SMI dabei in der zweiten Vormittagshälfte eliminiert und gleichzeitig die Marke von 9'100 zurückerobert. Zum Intraday-Jahreshoch fehlt damit wieder nur noch rund 1%. Von einem schwungvollen Handel könne aber noch keine Rede sein, hiess es am Markt. Der Leitindex bleibe weiterhin in seinem seit Mai bestehenden Handelsband zwischen knapp 8'900 und gut 9'100 Punkten gefangen. Im Fokus steht am Berichtstag die von US-Präsident Trump angekündigte Steuerreform.
28.09.2017 12:42

Diese wird mit positiven und negativen Kommentaren begleitet, insgesamt sind die Pläne aber noch vage und deren Auswirkungen kaum abschätzbar. Entsprechend verhalten reagieren die Investoren auf die Pläne Trumps. Es sei noch nicht klar, wie hoch die Entlastung bei den Einkommen ausfallen werde und welche Einkommensgruppen davon betroffen seien, hiess es unter anderem. Und noch wichtiger sei die Reform der Unternehmensbesteuerung. Die Details zur Steuerreform müssen nun zuerst im Kongress verhandelt werden. Am Nachmittag sind aus den USA noch verschiedene Konjunkturdaten angekündigt, unter anderem etwa Angaben zum BIP.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.50 Uhr 0,13% höher bei 9'110,2 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die Titel noch etwas stärker gekappt sind, gewinnt 0,27% auf 1'461,49 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12% auf 10'381,0 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zwei Drittel im Plus und ein Drittel im Minus.

An der Spitze der Gewinner stehen weiterhin SGS (+3,7%). Gestützt werden die Titel von einer Aufstufung durch Morgan Stanley auf "Overweight" mit gleichzeitig deutlich erhöhtem Kursziel. Es gebe weitere Hinweise dafür, dass sich die Endmärkte für Warenprüfungen und Inspektionen besserten, hiess es dazu beim US-Institut.

Zu SGS haben Vifor Pharma (+3,4%) zwischenzeitlich praktisch aufgeschlossen. Analysten zeigen sich nach dem Investorentag vom gestrigen Mittwoch zufrieden mit den Einblicken, die das Unternehmen gewährt habe. Die Präsentationen hätten zu einem besseren Verständnis des Unternehmens geführt, heisst es in den Kommentaren.

Weitere klare Gewinner sind Lonza (+1,0%) und Aryzta (+0,9%) oder die beiden Grossbanken CS und UBS (je +0,8%). Letztere erhalten etwas Auftrieb durch einen positiv gefärbten Kommentar von Morgan Stanley zum europäischen Bankensektor. Dieser sei unterbewertet und keinesfalls überkauft, so die US-Bank. Für ein freundliches Klima für den Bankensektor sorgt zudem die Ratingagentur Moody's mit einer positiven Einschätzung für die Banken in Deutschland.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,3%) und Roche (+0,2%) haben mittlerweile ebenfalls ins Plus gedreht. Novartis wird gemäss einem Agenturbericht ein Interesse an dem französischen Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) nachgesagt.

Die am schwersten gewichteten Aktien von Nestlé (-0,7%) fallen dagegen zurück. Die Gewinne im Zusammenhang mit dem freudig kommentierten Investorentag vom Dienstag sind damit wieder dahingeschmolzen.

Noch etwas mehr büssen Adecco (-0,8%) ein, dies nach einer Ratingsenkung auf "Hold" von "Buy" durch Kepler Cheuvreux. Das Institut nimmt eine vorsichtigere Haltung gegenüber dem Marktwachstum insbesondere in den USA ein und reduziert entsprechend auch die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre.

Und schliesslich die grössten Abgaben verzeichnen Dufry (-1,5%). Diese befinden sich damit im Einklang mit dem allgemein schwachen Retailsektor in Europa.

Im breiten Markt ziehen SHL Telemedicine um 1,0% an, nachdem das Unternehmen für das erste Semester dank Sondereffekt eine Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet hat. Und Panalpina legen nach einer kleineren Akquisition in Holland um 0,6% zu.

Gar um 2,6% verteuern sich VAT Group. Hier sorgt der Einstieg von Rudolf Maag als strategischer Investor mit einem Anteil von 10% für Fantasie. Ascom ziehen um 7,6% an, nachdem UBS das Rating auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft hat.

LumX brechen dagegen nach Zahlen um gut 13% ein, allerdings stand das Papier des Hedgefonds-Anbieters bereits davor im tiefen zweistelligen Rappenbereich. Das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen Rapid Nutrition verlässt die Schweizer Börse kommendes Frühjahr nach nur einem Jahr wieder - die Papiere ziehen um 31% auf 21 Eurocents an.

cf/ra

(AWP)