Aktien Schweiz: Gewinne auf breiter Front - Roche bremsen

Der Schweizer Aktienmarkt folgt am Dienstag den starken Vorgaben aus den USA und legt weiter zu. Doch die schwergewichtigen Roche-Papiere bremsen dem Gesamtmarkt etwas. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hatte am Vorabend einen neuen Rekord erzielt und erstmals in seiner Geschichte die Marke von 21'500 Punkten überwunden. Noch stärker avancierte der Technologiesektor - dieser hat seine jüngste Schwächephase überwunden.
20.06.2017 12:54

Im Handel wird zudem auf Aussagen William Dudleys von der US-Notenbank verwiesen, der als geldpolitische Taube gilt. Dudley äusserte sich am Vorabend zur Wirtschaft in den USA und plädierte für weitere graduelle Zinsanhebungen. Am Nachmittag richtet sich die Aufmerksamkeit dann auf den Leistungsbilanzausweis der USA im ersten Quartal.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12 Uhr 0,29% höher auf 9'056,29 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,22% auf 1'432,79 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,25% auf 10'314,70 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Plus und zehn im Minus.

Die Papiere von Novartis ziehen um 1,3% an und stützen den hiesigen Aktienmarkt massgeblich. Bei dem Pharmakonzern hält der positive Newsflow auch am Dienstag an: Gemeldet wurden gute Daten zum Augenmittel RTH258 zur Behandlung von altersbedingter neovaskulärer Makula-Degeneration. Analysten sprechen von "ermutigenden" Studiendaten.

Dem stehen Abgaben von 1,1% in Roche gegenüber. Händlern zufolge gibt es aktuell Umschichtungstransaktionen zu Gunsten von Novartis. Exane BNP Paribas hat das Rating für Roche auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt und das Kursziel reduziert. Der Grund: Die detaillierten Ergebnisse der APHINITY-Studie zum Hoffnungsträger Perjeta. Und im Antikörper-Bereich habe das Präparat Tecentriq seine Rolle als Spitzenkandidat eingebüsst, so die Expertin.

Nestlé steigen derweil um 0,7% und erreichten im frühen Handel ein neues Allzeithoch. Nachdem der Nahrungsmittelkonzern bereits vergangene Woche sein US-Süsswarengeschäft zur Disposition gestellt hatte, wurde nun ein Minderheitsanteil an der US-Firma Freshly erworben, einem Anbieter von frisch zubereiteten Mahlzeiten.

Für Aryzta geht es derweil 0,2% nach unten. Der Backwarenkonzern musste mit dem Americas-COO Ronan Minahan einen weiteren Management-Abgang melden. Aryzta setzt erneut auf eine Zwischenlösung: Keith Cooper ist neuer Chef des Amerika-Geschäfts auf einer ad-Interim Basis.

Der weitere Managementabgang beweise, dass die Baustelle bei Aryzta immer noch gross sei, kommentierte die ZKB. Zudem wurde bekannt, dass sich mit dem spanischen Fondsmanager Francisco Garcia Parames ein bekannter Substanzinvestor mit 3,16% bei Aryzta eingekauft hat.

Clariant ziehen um 1,4% auf 21,01 CHF an, nachdem Société Générale das Rating den Chemiekonzern auf "Buy" von "Hold" und das Kursziel auf 25 von 20 CHF erhöht hat. Der zuständige Analyst rechnet mit einer Erholung in den Kerngeschäften. Und die Synergien und das künftige Transformationspotenzial werde den zyklischeren Produktemix wettmachen, den Clariant nun mit der Fusion mit Huntsman erhalte.

Die Bankaktien Credit Suisse (-0,2%), Julius Bär (+0,1%) und UBS (+0,2%) geraten etwas ins Hintertreffen. Die Versicherer haben mit Swiss Life (+1,4%), Swiss Re (+1,5%) und Zurich Insurance (+0,7%) die Nase vorne.

Am breiten Markt fallen DKSH mit einem Abschlag von 4,5% auf. Mit Merrill Lynch und der Credit Suisse haben gleich zwei einflussreiche Institute ihre Einstufung für den Marktdienstleister auf jeweils "Neutral" gesenkt. Beide gehen von einem sich abschwächenden Momentum in einigen Schlüsselmärkten aus.

Gurit (+3,7%) profitieren derweil von einer Ratingerhöhung auf "Übergewichten" durch die ZKB. Das Unternehmen habe jüngst mit gutem Newsflow wie grösseren Auftragseingängen aufwarten können, so der zuständige Analyst.

Ausserdem konkretisiert sich ein Neuzugang an der Schweizer Börse. Die Aktionäre der Versandapotheke Zur Rose haben am Vorabend an einer ausserordentlichen Generalversammlung die Voraussetzungen für einen Börsengang geschaffen. Mit einem Gang an die Schweizer Börse noch in diesem Jahr will Zur Rose, wie vor zehn Tagen mitgeteilt, mindestens 200 Mio CHF einnehmen.

Die Papiere des aktuellen Börsenneulings - Idorsia - verteuern sich um weitere 3,8%.

ra/cp

(AWP)