Warten auf Fed-EntscheidGewinne im SMI bröckeln ab

Angeführt von einigen Zyklikern und mit der Unterstützung der Grossbanken, legte der Leitindex SMI zunächst im frühen Geschäft zu, ehe die Gewinne unter der Last der Abgaben von Roche und Nestlé abzubröckeln begannen.
31.01.2017 12:45
Am Firmenhauptsitz von Roche in Basel.
Am Firmenhauptsitz von Roche in Basel.
Bild: cash

Die Sorgen der Anleger um die von US-Präsident Donald Trump verordnete Abschottungsstrategie hätten sich vorläufig etwas gelegt, hiess es am Markt. Doch liessen die anhaltenden Unsicherheiten derzeit im Vorfeld des US-Zinsentscheids keine grösseren Kurssprünge zu.

Der von massiven Protesten begleitete Einreisestopp der US-Administration für Bürger aus sieben Ländern mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung habe an den Börsen zu Verunsicherung geführt und Fragen bezüglich des künftigen Handeln Trumps aufkommen lassen, so der Händler weiter. Dies habe der grundsätzlich freundlichen Stimmungslage einen Dämpfer versetzt. Am Berichtstag könnten im Verlauf einige Konjunkturdaten für Bewegung sorgen, doch richte sich der Fokus bereits auf den am morgigen Mittwoch anstehenden Leitzinsentscheid der US-Notenbank.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12.10 Uhr mit 0,14% höher bei 8'332,77 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,30% auf 1'333,88 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17% auf 9'105,59 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 21 im Plus und neun im Minus.

Am Schweizer Markt geben Givaudan (-4,0%) nach enttäuschenden Geschäftszahlen deutlich nach, dies nachdem die Titel am Vortag noch zu den grössten Gewinnern gezählt hatten. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hat im Jahr 2016 die Erwartungen beim Umsatz zwar knapp erfüllt, kritisiert wurde dagegen die sich abschwächende operative Marge. Auch eine grosszügigere Dividendenausschüttung vermag die Aktionäre nicht versöhnlich zu stimmen.

Weitere Abgaben müssen Aryzta (-0,8%) hinnehmen, nachdem am Berichtstag bekannt wurde, dass sich der US-Aktionär Massachusetts Mutual Life von Aktien getrennt und den Anteil auf 4,29% von zuvor 6,1% gesenkt hat. Kursverluste sind etwa auch noch bei Lonza (-0,9%) und den Schwergewichten Nestlé (-0,4%) und Roche (-0,7%) zu sehen. Der Pharmakonzern wird am morgigen Mittwoch den Geschäftsbericht 2016 vorlegen. Im Gegensatz dazu gewinnen Novartis nach einer Kurszielerhöhung leicht dazu.

Auf der Gegenseite zählen die Uhrentitel von Swatch (+1,2%) und Richemont (+2,0%) zu den grössten Gewinnern, dies nach Gewinnmitnahmen am Vortag. Bei Richemont wurde bekannt, dass es bei den Marken Alfred Dunhill, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin und Piaget zu Wechseln in der Chefetage kommt. Alle vier Maisons hatten zuletzt unter den schwierigen Bedingungen am Luxusgütermarkt zu kämpfen. Kursfantasien bieten seit einigen Wochen die erstarkte Nachfrage in China, wo kürzlich das für die Branche wichtige Neujahrsfest begonnen hat.

Zykliker gesucht

Gesucht sind auch weitere Zykliker wie Schindler (+2,0%), ABB (+0,7%) sowie nach Kurszielerhöhungen Adecco (+0,5%), Swiss Life (+1,0%) oder Zurich Insurance (+0,8%). Die Banken UBS und Credit Suisse liegen mit 0,9% und 0,8% weiterhin gut im Plus. Der Deutschen Bank ist es gelungen, in der russischen Geldwäscherei-Affäre mit der britische Finanzaufsicht FCA und der New Yorker Finanzaufsicht eine Einigung zu erzielen, was mit Erleichterung aufgenommen wird.

Im breiten Markt haben Hügli (-1,1%), die Luzerner Kantonalbank (+0,4%), Coltene (-0,1%), die Kantonalbank Jura (+7,1%) sowie die Beteiligungsgesellschaft HBM (+0,1%) Zahlen publiziert. Weiter hat die Schweizer Börse die Dekotierung der Aktien von Accu Holding per Ende April angeordnet. Die volatilen Titel büssen derzeit 7,4% ein.

Anschlusskäufe sind dagegen bei Metall Zug (+3,7%) zu sehen. Nach dem Zahlenausweis vom Vortag haben Vontobel und Kepler Cheuvreux ihre Kurszielschätzungen angehoben. Addex avancieren mit 5,8%. Das Biotechunternehmen hat von der Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF) einen Forschungszuschuss in Höhe von 835'000 USD erhalten. Und Myriad gewinnen nach Bekanntwerden des Abgangs von CEO Stephen Dunford 3,8% dazu.

(AWP)