Aktien Schweiz: Höhenflug wird von Novartis leicht gebremst

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochvormittag ganz knapp im Minus. Der seit Jahresbeginn andauernde Höhenflug, welcher am Vortag für den SMI in einem neuen Allzeithoch gipfelte, wird damit lediglich etwas gebremst. Für den knapp negativen Stand des Leitindex sind vor allem die nach einer Abstufung schwachen Novartis verantwortlich. Die von der wieder vorsichtigeren Geldpolitik in Europa und den USA gestützte Stimmung wird von der Reduktion der weltweiten Wachstumsprognose durch den IWF oder von provozierenden Aussagen des US-Präsidenten Trump kaum getrübt.
10.04.2019 11:30

In Sachen Geldpolitik rückt am Nachmittag die EZB mit ihrer Zinssitzung in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Marktteilnehmer erwarten allerdings wenig Neues. Weder dürfte die Notenbank ihre Geldpolitik wesentlich ändern, noch werden wichtige Details zu den jüngsten Beschlüssen erwartet. Hinsichtlich des am Berichtstag startenden EU-Gipfels zum Brexit gibt es kaum noch Zweifel, dass der Termin für den britischen EU-Austritt noch einmal um etliche Monate verschoben wird. Mit der damit verbundenen Unsicherheit konnten die Aktienmärkte bislang aber recht gut leben.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt um 10.50 Uhr 0,05 Prozent auf 9'577,35 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03 Prozent auf 11'426,63 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steht dagegen wegen der nur begrenzten Wirkung der Novartis-Schwäche 0,05 Prozent höher bei 1'475,96 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titel legen 20 zu und 8 geben nach, zwei (Clariant und Zurich) stehen unverändert.

Die grössten Verluste verzeichnen aktuell Julius Bär (-2,5%), nachdem der Titel im SMI Alcon Platz machen musste.

Für Alcon selber geht es aktuell um 2,1 Prozent nach unten. Nach dem gestrigen Börsenstart bei überraschend starken 55 Franken und einem Schlusskurs bei über 58 Franken kommt es damit zu einer ersten Korrektur. Viele Marktteilnehmer sprachen nach dem ersten Handelstag von einer sehr stolzen Bewertung und schätzen den Titel entsprechend als "massiv überbewertet" ein. Die Aktie weise derzeit ein negatives Chancen-/Risiko-Verhältnis auf, meinte denn auch ein Händler. Optimistischer gestimmte Marktteilnehmer raten hingegen vorerst zum Abwarten.

Nach dem gelungenen Börsendebut von Alcon büssen Novartis am Tag danach mit 1,4 Prozent ebenfalls klar an Terrain ein und belasten damit den SMI entscheidend. Nach der Abspaltung der Augensparte haben zahlreiche Analysten ihre Kursziele für Novartis angepasst. Unter dem Strich bewerten sie den Schritt zwar positiv, halten aber fest, dass sich Novartis nun in seiner konzentrierten Struktur beweisen müsse. Ins Gewicht fällt für den Novartis-Kurs vor allem die Abstufung durch Morgan Stanley auf "Underweight"

Die Mehrheit der Titel legt aber wie erwähnt zu, allen voran Lonza (+2,1%) und mit etwas Abstand Vifor Pharma (+1,2%) oder LafargeHolcim (+1,0%).

Etwas gesucht sind weiterhin auch Sika (+0,5%), welche bereits am Vortag dank solider Umsatzzahlen im ersten Quartal anzogen. Nestlé stützen den Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,4 Prozent, wobei die Titel von einer Neueinschätzung von Barclays mit dem Rating "Overweight" profitieren.

Im breiten Markt stehen die Aktien des Detailhändlers Valora (-6,5%) deutlich unter Abgabedruck. Belastet wird der Titel insbesondere von einer Abstufung durch Baader Helvea. Der Broker ist nach einer Neueinschätzung der Lage direkt von einer Kauf- auf eine Verkaufsempfehlung umgeschwenkt, was vor allem mit der Neuausschreibung der Bahnhof-Kioske durch die SBB begründet wurde.

Auf der Gegenseite fallen Gurit mit einem Plus von 5,3 Prozent auf. Der Spezialkunststoff-Hersteller hat im ersten Quartal 2019 aufgrund von Zukäufen den Umsatz deutlich gesteigert.

Cosmo (+3,3%) gehören ebenfalls zur erweiterten Spitzengruppe. Hier hilft der Abschluss eines Vertriebsvertrags für ein neues Endoskopie-Gerät mit Medtronic.

cf/uh

(AWP)

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