Aktien Schweiz - Der Schweizer Börse fehlen die Impulse

Der Schweizer Aktienmarkt ist auch am Montagmittag weiter auf Richtungssuche. Der Leitindex SMI war nach wenig inspirierenden Vorgaben von den Überseebörsen bereits kaum verändert gestartet.
27.02.2017 13:00
Keine klare Richtung an der Schweizer Börse zum Wochenbeginn.
Keine klare Richtung an der Schweizer Börse zum Wochenbeginn.
Bild: ZVG

Auch im bisherigen Handelsverlauf blieben Impulse aus. In der Euro-Zone hat sich die Wirtschaftsstimmung im Februar zwar erneut verbessert, im Grossen und Ganzen wurde dies aber im Vorfeld so erwartet. Die Zurückhaltung der Anleger wird im Handel auch auf die am morgigen Dienstag mit grosser Spannung erwartete Rede von US-Präsident Donald Trump vor dem US-Kongress zurückgeführt.

Nachdem Trump die Märkte auf die Folter gespannt hat, brennen sie nun darauf, Details zu den angekündigten Steuerplänen zu erfahren, wie es heisst. Im Hintergrund schwele jedoch weiter die Unsicherheit rund um die Frage, ob die US-Notenbank schon im März den Leitzins ein weiteres Mal anhebt. Im weiteren Tagesverlauf könnte die Entwicklung der Auftragseingänge bei den langlebigen Gütern in den USA für frischen Wind sorgen.

Der SMI steht gegen Mittag 0,2% tiefer bei 8512 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,1% auf 1347 Zähler nach und der breite SPI um 0,1% auf 9330. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus und 14 im Plus.

Luxusgüteraktien auf der Verliererstrasse

Die grössten Verlierer sind aktuell die beiden Uhrenwerte Swatch (-1,5%) und Richemont (-0,7%), die am Morgen noch unauffällig notiert hatten. Weitere Zykliker wie SGS (-0,4%) und Kühne+Nagel (-0,6%) werden verkauft. Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel wird zur Wochenmitte die Geschäftszahlen zum vergangenen Jahr vorlegen.

Weiterhin schwach präsentieren sich die beiden Grossbankenwerte UBS (-0,7%) und CS (-0,5%), die bereits in der Vorwoche jeweils rund 2% nachgegeben hatten und damit zu den grossen Verlierern gehörten. Wie es im Handel heisst, sorgt eine Bankenstudie aus dem Hause Kepler Cheuvreux für schlechte Stimmung, in der die Analysten den europäische Bankensektor auf "Neutral" zurückstufen.

Eine erhebliche Belastung sind die schwergewichtigen Roche, die um 0,5% zurückfallen. Unternehmensspezifische News liegen zum Pharmakonzern aber nicht vor. Der Titel entwickelte sich seit Jahresbeginn bislang allerdings besser als der Gesamtmarkt.

Dufry und Sika stark gefragt

Bei den Gewinnern stehen wie bereits am Morgen Dufry (+1,7%) an erster Stelle. Die Aktie entwickelt sich seit Jahresbeginn verhältnismässig stark und knüpft damit an die im vergangenen Sommer eingeleitet Aufwärtsbewegung an. Mitte März wird der Konzern das Zahlenset zum vergangenen Geschäftsjahr veröffentlichen.

Weiterhin nachgefragt werden auch Sika (+1,3%), dies nach dem bereits starken Lauf am Freitag im Anschluss an positiv aufgenommene Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Dahinter legen mit Syngenta (+0,7%), Sonova (+0,6%), Adecco (+0,6%), Aryzta (+0,6%) und Galenica (+0,5%) Aktien aus verschiedenen Segmenten zu.

Auch Lonza (+0,4%) rücken vor. Der Feinchemiekalienhersteller investiert zusammen mit der französischen Sanofi knapp 300 Millionen Franken in die Errichtung einer Anlage für Säugetierzellkulturen zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern in der Schweiz. Mit Sanofi erhält Lonza einen starken Pharmapartner und kann damit das Portfolio der Wirkstoffproduktion weiter ausbauen, wie es bei der ZKB heisst.

GAM nach Vorschlag für VR-Wechsel gesucht

Am breiten Markt ziehen GAM um über 10% an. Der Hedgefonds RBR, der 2,1% an GAM hält, schlägt eigene Kandidaten als Mitglieder des Verwaltungsrates vor, von denen einer zum VRP gewählt werden soll. Für das erste Halbjahr 2016 hatte GAM einen Gewinneinbruch von rund 50% ausgewiesen. Für Schlagzeilen hatte RBR im vergangenen Jahr durch einen Machtkampf mit dem damaligen Verwaltungsrat des Airline-Caterers Gategroup gesorgt. Im Jahresverlauf war Gategroup dann von der chinesischen HNA-Gruppe übernommen worden.

Einen Kursprung legen Kuros (+16%) hin. Das kleine Biotech-Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Marktfreigabe für das Mittel MagnetOs Granulat als Knochenersatz-Extender zur Anwendung an der posterolateralen Wirbelsäule erhalten. Nach Produktneuigkeiten legt auch die Aktie des Genfer Biotech-Unternehmens Addex (+11%) zu. Gesucht sind auch Bucher (+4,1%) nach einer Kaufempfehlung durch Baader Helvea.

Myriad fallen hingegen um über 10% zurück, die am Freitag nach einem enttäuscht aufgenommenen Zahlenkranz zum vergangenen Geschäftsjahr bereits um 20% eingebrochen waren.

(AWP)