Aktien Schweiz: Klare Erholung zum Wochenstart

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Montag fester. Nach einer der schwächsten Wochen seit längerer Zeit sehe man "hier und dort" etwas Erholung - vor allem in den zuvor schwächsten Titeln, sagte ein Händler. Ansonsten sei es relativ ruhig, auch die Vorgaben aus den USA und Asien seien wenig bewegt gewesen. Während die Börsen in Japan und Südkorea stabile Kurse meldeten, ging es an Chinas Märkten abwärts. US-Präsident Donald Trump hatte Peking weitere Zölle auf Waren im Wert von 267 Milliarden US-Dollar angedroht.
10.09.2018 11:30

Das Hauptthema an den Märkten sei weiterhin der Handelsstreit. Dieser betrifft, ausgehend von den USA, immer mehr Länder, heisst es in einem Kommentar am Montag. Neben China, der EU, Mexiko und Kanada gerate nun auch Japan in den Fokus. Schon jede kleine weitere Eskalation im Handelsstreit oder aber weitere Verwerfungen an den Devisenmärkten in den Schwellenländern dürften ausreichen, um Druck auf den Markt auszuüben, so ein weiterer Marktbeobachter. Volatilität dürfte für diese Woche deshalb vorprogrammiert sein.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 10.50 Uhr 0,70 Prozent auf 8'905,42 Punkte. In der Vorwoche gab der SMI 1,5 Prozent ab, nachdem zum Wochenstart noch die 9'000er-Marke zurückerobert worden war. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt 0,66 Prozent auf 1'454,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,63 Prozent auf 10'618,75 Zähler.

Besonders stark bewegen die Schwergewichte Novartis (+1,5% auf 80,32 Fr.) und Roche (-0,2%) den Index. Dabei profitieren Novartis von einer Kaufempfehlung durch Merrill Lynch: Neu heisst es "Buy" nach zuvor noch "Underperform" - bei einem Kursziel von 100 Franken nach 85. Neue Produkte sollten zu einem Wachstum des Gewinns je Aktie bei dem Pharmakonzern beitragen, heisst es in der Studie. Zudem dürfte die geplante Abspaltung der Augensparte Alcon ein positiver Impulsgeber für die Aktien sein.

Roche hingegen wurden vom selben Institut auf "Neutral" zurückgenommen.

Die schwergewichtigen Nestle (+0,5%) legen derweil etwas zu.

Deutlich fester notieren auch Richemont (+1,3%) nach einem Zwischenbericht. Der Luxusgüterkonzern erzielte in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahrs deutlich mehr Umsatz, auch organisch wurden die Markterwartungen übertroffen. Neu wird zudem Jérôme Lambert die Leitung der Gruppe übernehmen. Im Schlepptau von Richemont legen auch Swatch (+0,7%) zu.

Bei Clariant (+1,5%) wurde derweil der Einstieg des saudi-arabischen Chemieriesen Sabic von den Wettbewerbsbehörden genehmigt. Es dauerte länger als gedacht; ursprünglich hatten die Unternehmen die Genehmigungen bereits Ende Juni erwartet. Der Kauf eines Anteils von 24,99 Prozent macht Sabic zum grössten strategischen Ankeraktionär von Clariant.

Swiss Re (+1,1%) legen ebenfalls zu. Der Rückversicherer rechnet mit einem stabilen Preisumfeld, wie das Unternehmen anlässlich des jährlichen Branchentreffens "Les Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo schreibt. Am Nachmittag steht noch eine Pressekonferenz an.

Die prozentual grössten Gewinne verzeichnen indes Dufry (+2,5%), nachdem die Titel in der Vorwoche zu den grössten Verlieren unter den Bluechips gehörten. Auch auf Jahressicht steht der Reisedetailhändler nicht gut da.

Dagegen sind Logitech (-1,0%) entgegen den Trend deutlich schwächer. Der Hersteller von Computerzubehör ist auch abhängig vom Erfolg von Apple. Hier belasteten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der Apple zur Verlagerung von Produktion in die USA aufgefordert hatte. Nachdem die Aktie mit bis zu 44 Prozent plus seit April sehr gut gelaufen sei, nutzten einige die News um Gewinne mitzunehmen, so ein Händler am Montag.

Ganz am Ende der Rangliste finden sich Aryzta (-2,5%); auch Vifor (-1,0%) sind schwächer.

Am breiten Markt zeigt sich dasselbe Bild wie bei Logitech auch für AMS (-0,8%) oder SFS (-0,4%). Zuvor waren die Kurse von Halbleiteraktien in Asien, vor allem die Papiere von Apple-Zulieferern, nach den Aussagen von Trump unter Druck geraten.

ys/ra

(AWP)

 
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