Aktien Schweiz: Knappes Plus zum Monatsultimo

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montagvormittag nach einem verhaltenen Start knapp ins Plus gedreht. Gestützt wird der SMI am letzten Tag des dritten Quartals insbesondere von den nach einem ebenfalls langsamen Start mittlerweile gesuchten Roche. Insgesamt zeigen sich die Investoren zum Beginn der neuen Woche zurückhaltend, entsprechend gering sind auch die Ausschläge einzelner Titel. Weiterhin wird das Börsengeschehen vor allem von den verschiedenen Schritten im Handelszwist zwischen den USA und China geprägt.
30.09.2019 11:35

Es sei eine Kombination der Sorgen wegen der möglichen Pläne der USA, die chinesischen Aktien von der US-Börse zu dekotieren und einem möglichen Amtsenthebungsverfahren, welche die Börsen derzeit belaste, heisst es am Markt. Angesichts der für kommende Woche angesagten neuerlichen Gesprächen mit den Chinesen in Washington, erscheine zudem die Möglichkeit einer Dekotierung chinesischer Aktien eher gering. Allerdings sei das Drehbuch dieses Konflikts jeweils sehr schwer vorherzusagen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 10.50 Uhr 0,04 Prozent höher bei 10'041,87 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,13 Prozent auf 1'535,4 Punkte, wogegen der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05 Prozent auf 12'182,53 Punkte nachgibt. Von den 30 wichtigsten Aktien steht je die Hälfte im Minus und im Plus.

Die stärksten Avancen verzeichnen derzeit AMS (+2,1%), gefolgt von Sika (+1,3%). Letztere erhalten von einem positiven Feedback von einer Investorenveranstaltung von Baader Helvea mit verschiedenen Chemieunternehmen etwas Rückenwind. Die Präsentation von Sika habe die Zuversicht genährt, dass sich das organische Wachstum in der Region Americas gar noch beschleunigen könnte und dass der Rückgang in der Region EMEA weniger stark sein könnte als befürchtet. In Asien sei zudem die Nachfrage anhaltend stark.

Credit Suisse (+1,2%) sind ebenfalls in der Spitzengruppe zu finden. Die Bank steht nach verschiedenen Berichten in der Wochenendpresse weiterhin wegen der ausgearteten Bespitzelungsaffäre im Fokus. Am Montag hat die "Financial Times" mit Bezug auf Insider berichtet, dass der Verwaltungsrat der Credit Suisse hinter CEO Tidjane Thiam steht. Das Gremium sei sich einig, dass Thiam auch weiterhin die Geschicke der Bank leiten soll, hiess es. Mit einem Entscheid sei allerdings erst in den nächsten Tagen zu rechnen. Das Kursplus für die Aktie wird mit den Verlusten der vergangenen zwei Wochen begründet. Das Potential nach unten sei für den Moment ausgereizt, hiess es.

Dicht dahinter folgen UBS sowie konjunktursensitive Aktien wie LafargeHolcim, Adecco oder ABB, welche allesamt im Bereich von 0,9 Prozent nachlassen.

Roche (+0,5%) notieren als einziges der drei Schwergewichte im Plus (Novartis -0,3%; Nestlé -0,8%). Roche hatte am Freitagabend über Zulassungen für das Krebsmittel Tecentriq in Kanada sowie durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA für Rituxan für die Behandlung von Kindern mit zwei seltenen Blutgefässerkrankungen berichtet. Für die geplante Übernahme des US-Genspezialisten Spark Therapeutics hat Roche zudem die nächste Fristverlängerung eingereicht.

Mehr als Nestlé geben nur noch Temenos (-1,7%) nach. Hier kommt es nach den zwei starken Tagen zum Schluss der Vorwoche zu Gewinnmitnahmen.

Im breiten Markt geben Sunrise 2,6 Prozent nach. Der Telekomkonzern hatte am Morgen wie erwartet eine neue Kapitalstruktur zur Finanzierung der geplanten Übernahme von UPC Schweiz vorgelegt. Die benötigte Kapitalerhöhung ist mit 2,8 Milliarden Franken um 1,3 Milliarden tiefer als ursprünglich vorgesehen. Die Anleger begrüssen zwar die neuen Kapitalpläne der Nummer 2 im Schweizer Telekommarkt, nehmen aber dennoch Gewinne mit.

Etwas auffällig sind auch Basilea (+2,7%) nach positiven Studiendaten zu Derazantinib, einem Produktekandidaten zur Behandlung von intrahepatischer Cholangiokarzinome.

cf/tt

(AWP)