Aktien Schweiz: Kurse bröckeln ab - Pharmatitel weiter im Fokus

Am Schweizer Aktienmarkt sind die Kurse bis am Freitagmittag in einem weitgehend ruhigen Handel abgebröckelt. Insgesamt fehlten den Märkten die Impulse, hiess es im Handel. Die Investoren hätten derzeit wenig Bedarf sich neu zu positionieren, nachdem es an den Aktienmärkten bereits "sehr lange gut gelaufen" sei, so ein Marktteilnehmer. Zudem lastet eine etwas stärker als gedachte Eintrübung der Unternehmensstimmung in der Eurozone auf den Aktienbörsen.
23.06.2017 12:45

Im Fokus stehen auch weiterhin die Ölpreise, die sich am Freitag auf niedrigem Niveau weiter erholten. Die hohen Schwankungen der Ölpreise hatten an den Finanzmärkten in den vergangenen Tagen Sorgen um reduzierte Wachstumsaussichten aufkommen lassen. Die am Abend anstehenden Reden von Vertretern der US-Notenbank Fed dürften deshalb auf Interesse stossen. Am Nachmittag stehen aus den USA zudem Daten zur Stimmung der Einkaufsmanager sowie zum Häusermarkt an.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12.00 Uhr um 0,44% im Minus bei 9'011,26 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,41% auf 1'419,46 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt 0,35% auf 10'259,69 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, sieben im Plus und zwei unverändert.

Zu reden geben am Markt vor allem die Pharma-Schwergewichte. Novartis (-0,9%) geben wieder nach, nachdem sie am Vortag nach einer positiven Medikamentenstudie um rund 5% in die Höhe geklettert waren. Am Freitag haben weitere Analysten im Nachgang zur Studie ihre Schätzungen und ihre Kursziele angehoben. Zudem hat Novartis am Berichtstag die US-Zulassung der Tafinlar/Mekinist-Kombinationstherapie bei einer bestimmten Art von Lungenkrebs vermeldet.

Zu den Gewinnern gehören die Titel der Konkurrentin Roche (+0,4%). Auch der zweite Basler Pharmakonzern konnte mit positiven Nachrichten aufwarten. So zeigt das Mittel Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose laut neuen Daten eine signifikante Verlangsamung der Krankheitsprogression. Er gehe davon aus, dass Ocrevus das Potenzial habe, die "Nummer Eins bei MS-Therapien zu werden", kommentierte die ZKB. Wie Roche weiter mitteilte, haben US-Behörden zudem das Medikament Rituxan bei Leukämie in einer neuen Verabreichungsform zugelassen.

Auf den Indizes lasten neben Novartis ausserdem Abgaben der schwergewichtigen Nestlé-Titel (-0,6%). Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns hat sich seit dem Erreichen eines Allzeithochs am Dienstag rückläufig entwickelt.

Die deutlichsten Abgaben verzeichnen allerdings die Titel des Duty Free-Händlers Dufry (-1,8%). Im Handel wurde auf Medienberichte verwiesen, wonach die chinesische Dufry-Grossaktionärin HNA in China ins Visier der dortigen Aufsichtsbehörden geraten ist. Nun komme am Markt wieder Skepsis über eine mögliche vollständige Übernahme durch die HNA auf, so ein Beobachter. Klare Abgaben erleiden zudem Adecco (-1,6%). Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat am Freitag ihr "Neutral"-Rating für die Titel des Stellenvermittlers bekräftigt.

Die Grossbankentitel UBS (-1,0%) und CS (-0,7%) sind nach einem freundlichen Handelsstart mittlerweile klar in die Verlustzone abgerutscht. Leicht im Plus notieren Partners Group (+0,1). Der CEO des Asset Managers sieht das Unternehmen weiterhin auf Erfolgskurs, wie er im Interview mit AWP betonte. So sieht er für den Markt für Privatmarktanlagen ein zweistelliges Wachstum.

Zu den weiteren Gewinnern im SMI/SLI gehören zudem die zuletzt volatilen Vifor Pharma (+0,4%) sowie LafargeHolcim (+0,9%). Unterstützung für die Titel des Zementkonzerns kommt vom Bernstein-Aktienresearch, das am Freitag sein "Outperform"-Rating bekräftigt hat.

Am breiten Markt kommen die Santhera-Aktien (-3,1%) nach den starken Kursgewinnen des Vortags etwas zurück. Auch Tecan (-0,6%) notieren im Minus. Der Laborausrüster hat ein Plattform-Entwicklungsprojekt mit der italienischen Diasorin angekündigt.

Zulegen können dagegen die Titel der Liechtensteiner VP Bank (+2,4), die eine Einigung mit den deutschen Steuerbehörden vermeldete und gleichzeitig für das erste Halbjahr eine Gewinnsteigerung ankündigte. Auch die Titel der Goldbach Gruppe (+3,6%) legen zu, der Werbevermarkter vermeldete eine Vertragsverlängerung mit der Fernsehgruppe 3 plus.

tp/cp

(AWP)