Aktien Schweiz: Kurse rutschen weiter - SMI unter 7'800 Punkten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt fällt am Montagnachmittag auf breiter Front zurück. Der Leitindex SMI hat die Verluste seit der Mittagszeit ausgeweitet und ist zuletzt auch unter die derzeit wichtige psychologische Marke von 7'800 Punkten gefallen. Nach wie vor herrsche im Vorfeld der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien sowie vor den in dieser Woche anstehenden geldpolitischen Entscheiden der Notenbanken in den USA, Japan und Schweiz hohe Nervosität unter den Marktakteuren, heisst es im Handel. Bereits in den beiden Vorwoche büsste der SMI gegen 6% ein.
13.06.2016 15:16

Der Schweizer Volatilitätsindex VSMI, der die Funktion eines "Angstbarometers" hat, nähert sich derweil den diesjährigen Höchstständen vom Februar, als heftige Turbulenzen an den chinesischen Finanzmärkten weltweit Kursstürze verursacht hatten. Im Gegenzug werden sicherheitsversprechende Anlagehäfen wie Gold oder die Staatsanleihen Deutschlands und der Schweiz verstärkt gesucht.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 15 Uhr 1,64% auf 7'793,08 Punkte und notiert damit auf Tagestief. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt 1,82% auf 1'173,44 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,64% auf 8'445,85 Punkte. Alle Blue Chips stehen im roten Bereich.

Die prozentual grössten Verluste verbuchen weiterhin LafargeHolcim mit -4,3%. Zum Zementkonzern erschien am Montag in der "Financial Times" ein Bericht, wonach das Unternehmen sein Devestitionsprogramm noch ausweiten soll, was das Unternehmen mittlerweile bestätigt hat. In der Wochenendpresse hat überdies der Grossaktionär Thomas Schmidheiny die Fusion von Holcim mit Lafarge verteidigt. Er räumte überdies ein, dass der Konzern bis Mitte 2017 grosse Baustellen haben werde, was allerdings auch so vorgesehen gewesen sei.

Dahinter haben sich mittlerweile die Aktien der CS (-3,4% auf 11,67 CHF) eingereiht. Nachdem die Titel in der Vorwoche bereits über 7% nachgaben und damit der schwächste SMI-Wert waren, gerät nun das Allzeittief von 11,60 CHF vom Februar in den Blick. Auch die Titel der UBS stehen mit -2,5% überdurchschnittlich unter Druck. Für die beiden Grossbanken hat Exane BNP die Kursziele gesenkt und das Rating von jeweils "Underperform" bestätigt. Julius Bär (-1,7%) schneiden etwas besser ab. CEO Boris Collardi hat in einem Interview mit der Wochenendpresse Verbesserungen des Systems angekündigt, um künftig Probleme mit Korruptionsskandalen wie bei der Fifa und bei Petrobras zu verhindern. Für das im laufenden Jahr angestrebte Wachstum zeigte er sich grundsätzlich zuversichtlich.

Grössere Verluste sind auch in Dufry (-3,0%), Swiss Re (-2,7%) und Zurich (-2,5%) zu sehen. Der Versicherungskonzern hatte noch am vergangenen Freitag eine interne Reorganisation angekündigt, was den Titel aber bereits vor dem Wochenende dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen konnte.

Die beiden Schwergewichte Novartis (-1,4%) und Nestlé (-1,2%) verhindern ein stärkeres Abgleiten des Marktes.

Syngenta (-0,2%), SGS und Kühne+Nagel (je -0,4%) schneiden am besten ab. Konkrete News liegen zu den Titeln aber nicht vor.

Am breiten Markt verzeichnen diverse Biotech-Aktien wie Newron (-8,0%), Molecular Partners (-6,8%), Cassiopea (-6,5%), Santhera (-5,3%) und Basilea (-4,8%) grosse Verluste.

cp/rw

(AWP)