Aktien Schweiz: Leicht im Minus - Bankaktien gesucht

Der Schweizer Aktienhandel hat am Dienstagvormittag seine Gewinne abgeben und ist ins Minus gerutscht. Der Handel bewegt sich mangels weltbewegender Nachrichten in ruhigen Bahnen. Damit könnte es am Nachmittag wieder vorbei sein, wenn die gestern feiertagsbedingt geschlossene Wallstreet eröffnet. Zudem könnten US-Konjunkturdaten für Bewegung sorgen.
04.09.2018 11:30

Verschiedene Kommentatoren gehen davon aus, dass den Märkten ein heisser Herbst bevorsteht. So könnte US-Präsident Donald Trump sein bereits irrlichterndes Verhalten noch verschlimmern, sollten die Republikaner ihre Mehrheit im Kongress nach den in 30 Tagen stattfindenden Zwischenwahlen verlieren. Daneben schwelt der Schuldenstreit zwischen Rom und Brüssel und zuletzt hat sich in den Schwellenländern das Risiko einer Finanzkrise aufgebaut. Damit seien die Voraussetzungen gegeben, dass der September seinem Ruf, der statistisch schwächste Börsenmonat im Jahr zu sein, wieder die Ehre erweisen könnte.

Um 10.50 Uhr notiert der Swiss Market Index (SMI) 0,05 Prozent tiefer bei 8'999,13 Punkten und damit wieder unter der Marke von 9'000 Zählern. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,03 Prozent auf 1'470,42 ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,15 Prozent auf 10'750,81 Stellen. Bei den 30 wichtigsten Titeln stehen noch 10 im grünen und 17 im roten Bereich. Drei (Bâloise, Geberit und Roche) notieren unverändert.

Die mit Abstand grössten Avancen verzeichnen dabei ABB mit +1,1 Prozent. Citigroup hat die Aktien mit einem höheren Kursziel auf ihre Buy-Liste gesetzt. Auch Sonova gewinnen nach einer Kurszielerhöhung, in diesem Fall durch die Deutsche Bank, 0,2 Prozent. Das Institut empfiehlt die Aktien weiterhin zum Kauf.

Fester notieren auch gewisse Finanzwerte, allen voran Swiss Re mit +0,7 Prozent und Credit Suisse mit +0,6 Prozent. Sowohl die Experten von Barclays, JPMorgan als auch Société Générale sehen nun wieder Kurschancen bei den Bankenvaloren.

Swiss Re sind im Windschatten einer zurückgewiesenen Übernahmeofferte von Covéa für den Rivalen Scor gesucht. Händler berichten dabei von Deckungskäufen aus dem angelsächsischen Raum. Rückversicherer würden derzeit verstärktes Interesse bei Drittparteien wecken, heisst es weiter. So sei vor kurzem in den USA die Übernahme von Validus durch AIG vollzogen worden und die XL Group werde bis Ende 2018 durch AXA gekauft.

Keine Stütze sind dagegen die Indexschwergewichte Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,6%). Für letztere hat Barclays das Kursziel gesenkt.

Swatch geben 0,5 Prozent nach. Die UBS hat die Titel von ihrer "Top Macro-to-Micro Stocks" Liste gestrichen. Am Vortag hatte bereits Société Générale das Kursziel für die Aktien des Uhrenherstellers gesenkt.

Im breiten Markt stehen einerseits auf der Gewinnerseite Addex mit +5,5 Prozent und auf der Verliererseite MCH und Santhera mit -5,4 Prozent respektive -4,7 Prozent im Rampenlicht. Das Biotech-Unternehmen Addex vermeldete einen Erfolg für seinen Produktkandidaten ADX71149.

Der Branchennachbar Santhera weist dagegen für das ersten Halbjahr einen höheren Verlust als im Vorjahr aus. Der Messebetreiber MCH leidet wiederum unter der geschrumpften Uhrenmesse Baselworld.

Lindt&Sprüngli geben 3,9 Prozent nach. Die UBS rät den Anlegern neu, die Aktien zu verkaufen und senkt gleichzeitig das Kursziel. Helvetia verlieren 0,3 Prozent. Das vom Versicherer veröffentlichte Ergebnis lag in etwa im Rahmen der Erwartungen.

Die Aktien von AMS steigen 1,8 Prozent im Windschatten einer Aufnahme der Valoren von Dialog Semiconductor auf die Liste der Schlüsselkaufempfehlungen durch das Bankhaus Lampe. Beobachter berichten dabei von Deckungskäufen aus dem Ausland.

sig/kw

(AWP)