Aktien Schweiz: Leicht im Minus - Sektorrotation geht weiter

An der Schweizer Börse haben die Indizes am Freitagvormittag die Gewinne zum Handelsauftakt abgegeben und notieren nun leicht im Minus. Vor allem klare Abgaben der SMI-Schwergewichte Nestlé und Novartis belasten die Indizes, während etwa die Bankentitel die Vortagesverluste abschütteln. Insgesamt sei es aber ein "typischer Freitagshandel", meinte ein Händler.
13.09.2019 12:00

Für freundlichere Stimmung sorgt die sich abzeichnende Deeskalation im US-chinesischen Handelsstreit und auch die am Vortag mitgeilten geldpolitischen Massnahmen der EZB, welche die Erwartungen am Markt in etwa erfüllt hatten. Die noch für lange Zeit tiefen Zinsen und das weitere "Pumpen von Liquidität in die Märkte" durch neue Anleihekäufe machten Aktien weiterhin attraktiv, hiess es.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.25 Uhr um 0,31 Prozent tiefer bei 10'063,22 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) notiert mit 1'548,33 Zählern um 0,07 Prozent niedriger. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt um 0,41 Prozent auf 12'199,68 Zähler. Von den 30 SLI-Titeln notieren je 15 im Plus respektive im Minus.

Die in den vergangenen Tagen beobachtete Sektorrotation, die am Donnerstag mit dem EZB-Entscheid ein Ende gefunden hatte, setzt sich am Schweizer Markt nun wieder fort: Die Anleger kauften die im Jahresverlauf zurückgebliebenen Werte und reduzierten die Titel, die gut gelaufen seien, sagte ein Händler. Klare Abgaben erleiden etwa die im Jahresverlauf starken Lonza (-1,5%) wie auch die defensiven SMI-Schwergewichte Nestlé (-1,5%) und Novartis (-1,4%).

Anders als die Titel der Konkurrentin Novartis dagegen Roche (+0,8%) klar im Plus. Die Titel werden zum einen durch die am Morgen präsentierten Studiendaten gestützt. Hinzu kommt laut Händlern noch eine neu ausgesprochene Kaufempfehlung von Merrill Lynch, die für ein verstärktes Interesse an den Titeln sorge.

Weitere am Vortag noch starke Aktien müssen nun Verluste hinnehmen, so etwa die defensiven Swisscom (-0,5%) oder Sonova (-1,0%). Auch die Versicherungswerte Zurich (-0,3%) und Swiss Re (-0,2%) sind nun wieder bei den Tagesverlierern.

Gesucht sind dagegen nun typische zyklische Werte wie ABB (+0,3%), Adecco (+0,1%) oder LafargeHolcim (+0,4%). Auch die am Vortag noch schwachen Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch (je +0,7)% entwickeln sich stärker, ebenso wie die zyklischen AMS (+2,9%).

Zu den klarsten Gewinnern unter den Bluechips gehören derweil die Bankentitel Julius Bär (+1,6%), Credit Suisse (+1,8%) und UBS (+1,9%), die am Vortag nach der EZB-Sitzung noch ins Minus gerutscht waren. Einige Anleger seien hier wohl in eine "Bärenfalle" getappt, hiess es am Markt.

Auch am breiten Markt zeigen sich typische Zykliker fester. Die Erholung der europäischen Automobilwerte lässt etwa die Titel der hiesigen Autozulieferer Autoneum (+2,6%), Georg Fischer (+1,9%), Feintool (+2,1%) oder Tornos (+2,0%) anziehen. "Die Aktien der Autozulieferer haben so viel von ihrer Bewertung verloren, dass sie nun nicht mehr teuer bewertet sind", sagte ein Marktteilnehmer.

Gesucht sind zudem die Aktien des Baukonzerns Implenia (+3,4%). Spekulative Käufe würden den Aktienkurs in die Höhe treiben, hiess es. Gemäss einer Mitteilung vom Freitag hat sich eine Aktionärsgruppe um Veraison Capital und die Parmino Holding formiert, die zusammen gut 18 Prozent des Aktienkapitals hält. Veraison gilt als aktivistischer Aktionär.

tp/ra

(AWP)

 

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