Aktien Schweiz: Leichte Gewinne - ABB weiter gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagvormittag etwas fester. Nach einer leicht schwächeren Eröffnung drehten die Indizes - zuerst der SMI - im Vormittagshandel ins Plus. Eine Reihe von Unternehmen hatte Resultate veröffentlicht, von denen lediglich jene von ABB die Anleger restlos zu überzeugen wussten. Die Aktien einiger anderer Unternehmen erlitten massive Kursrückschläge.
19.07.2018 11:45

Da die Konzentration der Anleger weder von Wirtschaftsdaten noch von der Politik abgelenkt wurde, konnten sie am heutigen Donnerstagmorgen ihre volle Aufmerksamkeit den veröffentlichten Zwischenresultaten widmen. Diesbezüglich können aus den Vollen schöpfen, da nicht nur etliche Unternehmen wie ABB, Givaudan, Kühne+Nagel und Leonteq mit ihren Zwischenberichten auf dem Terminkalender eingetragen waren, sondern weil sich ihnen auch noch Gesellschaften wie Bobst oder Meyer Burger unterwartet anschlossen. Am Nachmittag könnten noch Konjunkturdaten in den USA für Impulse sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 10.50 Uhr um 0,21 Prozent auf 8'957,04 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,10 Prozent auf 1'470,70 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06 Prozent auf 10'691,30. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten 13 im Plus, 16 im Minus und einer unverändert (Schindler).

Gestützt wird der Markt von den Schwergewichten Nestlé (+0,3 Prozent) und Novartis (+0,8 Prozent). Letztere profitieren weiterhin vom starken Halbjahresabschluss, den das Pharmaunternehmen am Mittwoch veröffentlicht hatte.

Im Fokus stehen aber ABB, die 4,9 Prozent zulegen und damit den SMI anführen vor Credit Suisse (+0,9 Prozent), Novartis und UBS (+0,6 Prozent). Der Industriekonzern verzeichnete im zweiten Quartal ein moderates Wachstum bei verbesserter Gewinnmarge. Auf Gewinnebene übertraf er die Konsens-Erwartungen der Analysten.

Für Roche geht es um deutliche 1,8 Prozent nach unten. Hier belasten Studiendaten zum Immuntherapeutikum Tecentriq bei Lungenkrebs. Dabei wurden zwar das Ziel erreicht, das progressionsfreie Überleben zu verlängern, beim allgemeinen Überleben zeigten die Ergebnisse aber keine statistische Signifikanz. Der Mitbewerber Merck habe mit seinem eigenen Präparat einen klaren Vorsprung, urteilen Analysten. Roche bliebe wohl nur die Rolle eines Nischenanbieters.

Nach unten gedreht haben indes Kühne+Nagel (-1,6 Prozent), die im frühen Geschäft noch zu den Gewinnern gehörten. Schlusslicht bilden aber nach wie vor Givaudan mit -2,7 Prozent, obwohl der weltgrösste Aromen- und Riechstoffhersteller mit seinen Halbjahreszahlen die Markterwartungen ebenfalls übertroffen hat.

Im breiten Segment stehen vor allem Dormakaba mit einem Minus von 17,7 Prozent vor Bobst (-15,6 Prozent), Rieter (-14,1 Prozent), Meyer Burger (-11,4 Prozent) und Leonteq (-11,1 Prozent) im Fokus.

Die Abschlüsse oder Vormeldungen dieser Gesellschaften enthielten alle einen Wermutstropfen für die Aktionäre. So will beispielsweise das Fintech-Unternehmen Leonteq, das operativ zu überzeugen wusste, auf absehbare Zeit keine Dividende mehr ausschütten und plant ausserdem eine Kapitalerhöhung.

Meyer Burger andererseits ist zwar nach vielen Quartalen die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt, die Aussagen zum Auftragseingang lassen die Analysten aber nichts Gutes für die nahe Zukunft erwarten.

Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst wiederum machte eine Gewinnwarnung und das Schliesstechnik-Unternehmen Dormakaba musste die avisierten Mittelfristziele bis zu zwei Jahre nach hinten verschieben.

Gute Zahlen zum Halbjahr wies Temenos aus, dennoch verlieren die Titel 8,8 Prozent. Hier spricht man von Gewinnmitnahmen nach einem guten Lauf in diesem Jahr.

sig/ra

(AWP)