Aktien Schweiz: Leichte Verluste - Italien bremst Finanztitel

Am Schweizer Aktienmarkt geht es am Freitag nicht voran. Das höher als befürchtet ausgefallene Budgetdefizit der neuen Regierung in Italien bremst die Märkte zum Wochenschluss etwas aus. Entgegen der Hoffnung vieler Marktteilnehmer wurde das Defizit mit 2,4 Prozent deutlich höher angesetzt als von Finanzminister Giovanni Tria vorgesehen. Auch Brüssel hätte wohl lieber einen Wert unter der 2-Prozent-Marke gesehen. Damit ist laut Händlern ein Streit quasi vorprogrammiert.
28.09.2018 11:30

Trotz der leichten Verluste sieht es aber derzeit danach aus, dass der Schweizer Leitindex das dritte Quartal mit Gewinnen und über der Marke von 9'000 Punkten abschliessen kann. Am Nachmittag rücken dann insbesondere Stimmungsindikatoren aus den USA in den Mittelpunkt.

Gegen 10.50 Uhr steht der Swiss Market Index (SMI) mit 0,04 Prozent auf 9'108,60 Punkte knapp im Minus. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,21 Prozent auf 1'487,71 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,02 Prozent auf 10'825,21 Zähler.

Schlusslicht bilden die Finanzwerte. Am heutigen Handelstag belasten Sorgen um die italienischen Staatsfinanzen und anziehende Renditen dortiger Staatsanleihen die Papiere in ganz Europa, besonders aber in Italien. Am Vortag lagen die Titel bereits im Angebot durch die Zinserhöhung der US-Notenbank Fed vom Mittwoch. Schwächster Banktitel sind Julius Bär mit -2,1 Prozent, aber auch Credit Suisse (-1,7%) und UBS (-1,6%) geben nach.

Adecco leiden mit -1,7 Prozent unter einem deutlich negativen Analystenkommentar von Merrill Lynch. Nachdem am Vortag bereits Kepler Cheuvreux die Titel abgestuft hatte und Morgan Stanley für den Personaldienstleister höhere Risiken als für die Konkurrenz sieht, verabschiedete sich Merrill nun von seiner Kaufempfehlung und geht direkt auf "Underperform" zurück. AMS knüpfen mit -2,9 Prozent an ihre Vortagesverluste an. Am Donnerstag hatte sich die UBS negativ geäussert.

Ein positiver Kommentar der Credit Suisse sorgt indes für Kursgewinne bei Sonova. Die Titel legen um 1,1 Prozent zu. Kaum bewegt zeigen sich derweil Roche (+0,04%) nach einem Zukauf. Der Pharmakonzern übernimmt die britische Tusk Therapeutics für insgesamt bis zu 655 Millionen Euro, davon 70 Millionen als Vorabzahlung und bis zu 585 Millionen als Meilensteinzahlungen. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis (+0,5%) und Nestlé (+0,3%) stehen deutlicher im Plus.

Bei GAM kommt es erneut zu einem Wechsel im Management. Compliance-Chefin Natalie Baylis verlässt den Vermögensverwalter. Sie hat ihren Posten erst im Juni angetreten. Die Nachricht sorgt für Verluste von 3,7 Prozent.

Auf ein passables Debüt an der Schweizer Börse kann der Getränkekartonhersteller SIG Combibloc blicken. Mit einem ersten Kurs von 11,85 Franken startete die Aktie über dem Ausgabepreis von 11,25 Franken. Dieser lag allerdings bereits am unteren Ende der Preisspanne von 11 bis 12 Franken. Zuletzt wurden 12,01 Franken bezahlt.

In der zweiten Reihe legten einige Unternehmen noch vor Ablauf der Frist ihre Halbjahreszahlen vor. Dank einer Vereinbarung mit dem US-Partner Indivior erzielte das Biotechunternehmen Addex einen Gewinn im ersten Semester, was der Aktie ein Plus von 2,0 Prozent einbringt.

Der Westschweizer Energiespeicher-Hersteller Leclanché (+0,8%) erzielte eine Umsatzverdoppelung, der operative Verlust wurde durch Sondereinflüsse allerdings deutlich ausgeweitet. Der Finanzchef erwartet aber eine bessere Profitabilität im zweiten Halbjahr.

dm/ra

(AWP)