Aktien Schweiz: Leichtes Minus - Zahlen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag zur Mittagszeit leicht im Minus, wobei der SMI sich in einem Range von 40 Punkten um den Schlusskurs vom Mittwoch bewegt. Nach dem Plus von 0,5% am Vortag hielten sich die Anleger wieder etwas zurück, hiess es am Markt. Für etwas Druck auf die hiesigen Märkte sorgt laut Händlern der japanische Nikkei, der zwischenzeitlich deutlich abgesackt war.
09.11.2017 13:12

In New York hatten am Vorabend schwächere Bankaktien den Markt belastet, weil laut Beobachtern eine mögliche Verzögerung der US-Steuerreform Sorgen bereitet hatte. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierzulande Unternehmenszahlen. Es ist der letzte stark befrachtete Tag der laufenden Berichtssaison.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 12.10 Uhr 0,20% auf 9'246,91 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) sinkt 0,23% auf 1'503,76 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 10'608,76 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen mittlerweile 22 im Minus und acht im Plus.

Zurich (+0,1%) halten sich nach einem Update zum Geschäftsverlauf unauffällig. Von einem "überraschungsarmen" Zwischenbericht ist am Markt die Rede. Während die Bruttoprämien im Nichtlebengeschäft in den ersten neun Monaten geringfügig besser als erwartet ausfielen, konnte das Neugeschäft im Lebensversicherungsbereich mit den Analystenprognosen mithalten. Zu überzeugen weiss hingegen die firmeneigene Quote zur Kapitalposition.

Deutlich ins Minus sind mittlerweile Swiss Life (-1,2%) gerutscht. Damit kommt es zu einer Gegenbewegung, nachdem die Titel am Vortag nach der Zahlenvorlage deutlich zugelegt hatten. Im Handel wird über die unbereinigte Lage im Falle der sogenannten Versicherungsmäntel (Insurance Wrapper) in den USA spekuliert. JPMorgan geht offenbar davon aus, dass der Lebensversicherer mit Kosten in der Grössenordnung von 100 bis 200 Mio CHF für einen Vergleich in den USA rechnen muss. Sollte dem so sein, wäre der Traum einer fetten Dividendenanhebung vermutlich überzogen, heisst es.

Ebenfalls tiefer stehen Adecco, Swatch (je -1,2%) und Geberit (-1,1%). Für Geberit bestätigte Baader Helvea die Verkaufsempfehlung. Nach der Roadshow mit dem CEO ist der zuständige Analyst noch immer skeptisch, ob der Konzern seine mittelfristigen Ziele erreichen kann. Auch ABB (-0,8%) geben klar ab, nachdem der deutsche Mitbewerber Siemens im vergangenen Quartal im Industrie-Geschäft enttäuschte.

Zulegen können am anderen Ende der SMI/SLI-Tabelle hingegen LafargeHolcim (+0,9%). Profitiert hatten die Titel bereits am Mittwoch im Zuge guter Zahlen bei HeidelbergCement. Gut laufende Geschäfte in Europa und Nordamerika verhalfen dem Branchennachbarn im dritten Quartal zu einem unerwarteten Gewinnplus. Und HeidelbergCement steigen im Zuge positiver Analysen am Berichtstag weiter.

Leichte Avancen verzeichnen zudem Clariant (+0,6%), UBS (+0,5%) und Vifor (+0,3%). Die Schwergewichte tendieren uneinheitlich: Während Novartis (+0,2%) den SMI stützen, belasten ihn Roche (-0,5%) und Nestlé (-0,2%).

Am breiten Markt notieren Sunrise (-0,2%) nach Zahlen wenig bewegt. Das Telekomunternehmen hat im dritten Quartal etwas weniger Umsatz und einen leicht tieferen Betriebsgewinn erzielt als im Vorjahreszeitraum, konnte sich aber beim Reinergebnis deutlich steigern. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden ausserdem bestätigt.

Deutlich unter Druck kommen derweil - ebenfalls nach Zahlen - Schmolz&Bickenbach (-5,4%) sowie Züblin (-4,1%). Bobst (-0,3%) verlieren leicht, obwohl das Unternehmen anlässlich eines Investorentages die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2017 erhöht hat.

Zulegen können hingegen Ypsomed (+0,9%) nach einem Zwischenbericht. Ausserdem verbuchen Leclanché (+4,9%) deutliche Gewinne. Ein Energiespeicherprojekt mit dem Projektentwickler Deltro in Kanada erhält finanzielle Unterstützung aus Indien und Grossbritannien. Ein entsprechendes Joint Venture stellt 12 Mio USD in das kurz vor der Fertigstellung stehende Projekt zur Verfügung.

ys/uh

(AWP)