Aktien Schweiz: Leichtes Plus - Nestlé zieht SMI nach oben

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach einer wenig bewegten Anfangsphase gegen Mittag etwas ins Plus vorgerückt. Der Leitindex SMI hat dabei die Marke von 9'100 Punkten wieder überschritten, wobei die Gewinne vor allem auf das Plus beim nach Marktkapitalisierung grössten Titel Nestlé zurückführen sind. Für etwas Bewegung sorgen könnten laut Händlern am Nachmittag noch anstehende US-Makrozahlen, ansonsten sei nicht mehr allzu viel zu erwarten.
11.05.2017 12:43

Generell sei die Stimmung an den Aktienmärkten weiter relativ gut. Die meisten Marktteilnehmer hätten offenbar wenig Lust, sich von ihren Dividendenpapieren zu trennen. Man warte aber auf frische Impulse, zumal der Markt zuletzt etwas heiss gelaufenen sei. Insofern wäre eine baldige zwischenzeitliche Konsolidierung auch keine allzu grosse Überraschung, heisst es im Markt. Auf dem aktuellen Stand bewegt sich der Schweizer Leitindex weiter auf dem höchsten Stand seit August 2015.

Der Swiss Market Index (SMI) avanciert zur Mittagszeit 0,20% auf 9'107,63 Punkte und notiert damit knapp 15 Punkte unter dem Jahres- bzw. 21-Mte-Hoch vom letzten Dienstag bei 9121,10. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert derweil 0,03% auf 1'445,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,14% auf 10'335,50 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zur Berichtszeit 15 im Minus, 14 im Plus und einer (Geberit) unverändert.

Der SMI wird in erster Linie von Nestlé (+0,7%) nach oben gezogen. Gut zwei Drittel des SMI-Plus ist den erneuten Avancen beim weltgrössten Nahrungsmittelhersteller geschuldet, wobei sich Analysten mit den Gründen etwas schwer tun. Dass der Titel auf dem Allzeithoch weiter anzieht, wird in erster Linie dem seit einigen Monaten amtierenden neuen CEO Mark Schneider zugeschrieben. Dieser mache mit der Umstrukturierung und dem Verkauf von weniger rentablen Bereichen vorwärts, heisst es allenthalben.

Grösster Gewinner sind derweil aktuell LafargeHolcim (+0,8%). Die Titel werden gestützt von einer Branchenstudie der Citigroup. Die Analysten der US-Bank haben dabei die Abdeckung des weltgrössten Zementherstellers neu mit 'Buy' und einem Kursziel von 69 CHF aufgenommen. Trotz einer Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt sehe der Baumaterialsektor im globalen Kontext nicht überwertet aus, heisst es in der Studie.

Klar gesucht sind auch Lonza (+0,7%). Der Lifescience-Konzern hat seine Kapitalerhöhung zur Teil-Finanzierung des Capsugel-Zukaufs abgeschlossen. Nach der Kapitalerhöhung dürften nun wieder vermehrt die fundamentalen Fakten im Vordergrund stehen und die seien bei Lonza gut, meinte ein Marktbeobachter. Weiter relativ klare Gewinne sind bei einigen Zyklikern wie Dufry (+0,7%), Swatch (+0,5%) oder Adecco (+0,5%) zu sehen.

Auch die Pharmakonzerne Roche GS (+0,2%) und Novartis (+0,1%) können leicht zulegen. Die Roche-Titel haben bekanntlich am Vortag nach schlechten News für das Immuntherapeutikum Tecentriq 1,8% eingebüsst. Wie der Konzern ausserdem am Morgen mitteilte, will er am diesjährigen Jahrestreffen der US-Onkologiegesellschaft ASCO Anfang Juni in rund 190 Abhandlungen Daten zu 20 Wirkstoffen präsentieren.

News gibt es sonst noch von Zurich Insurance: Der Erstversicherer hat mit seinen Quartalszahlen etwas unter den Erwartungen abgeschnitten, was denn auch etwas auf den Kurs drückt (-0,4%). Die Ersteinschätzungen sind derweil nicht allzu negativ. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinnen könne sich sehen lassen, wobei insbesondere das Lebensversicherungsgeschäft gut abgeschnitten habe. Einige Fragezeichen gebe es aber bezüglich Prämienvolumen.

Die grössten Verlierer bei den Blue Chips heissen derweil - ohne fundamentale News - Sika (-1,3%), Swiss Re (-0,8%) und Bâloise (-0,8%). Noch deutlich tiefer notieren zwar Kühne+Nagel (-3,9% bzw. 6,10 CHF), allerdings ist hier der Grossteil des Verlustes mit dem Dividendenabgang von 5,50 CHF zu erklären.

Im breiten Markt sind der Komponenten-Hersteller Schaffner (+8,1%) nach Halbjahreszahlen stark gesucht. Der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern Sunrise (+0,7%) hat ausserdem etwas mehr verdient als von Analysten geschätzt. Und die Basler Kantonalbank (+1,1%) will einen Teil ihres PS-Bestandes veräussern, während Implenia (-0,6%) in Österreich Besuch von den Behörden erhalten hat.

uh/ra

(AWP)