Aktien Schweiz: Markant tiefer - SMI findet vorerst aber Boden

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag den vergangene Woche eingeleiteten Sinkflug noch beschleunigt. Der SMI büsst im Sog der weltweiten Börsenturbulenzen allein am Berichtstag über 200 Punkte oder mehr als 2 Prozent ein. Seit vergangenem Donnerstag hat der Leitindex derzeit beinahe 500 Punkte nachgegeben. Für den Moment scheint der SMI zwar vorerst einen Boden gefunden zu haben, aus den USA kommt nach dem massiven Einbruch vom Vortag aber noch keine Entwarnung: Die Futures deuten auf eine erneut sehr schwache Eröffnung an der Wallstreet hin.
11.10.2018 14:55

Die Gründe für die um sich greifende Verunsicherung seien nicht neu, hiess es im Handel. Hervorgehoben werden der sich ausweitende globale Handelskrieg, das Budget von Italien, die Zunahme von protektionistischen Massnahmen, ein verlangsamtes Wachstum in China, der Brexit oder der Vorgeschmack auf die Wahlen in den USA im November. Beunruhigt zeigen sich Marktteilnehmer aber weniger wegen des bisherigen Ausmasses der Korrektur an sich, als vielmehr wegen der Frage, ob der seit längerem befürchtete grössere Einbruch nun tatsächlich eingeläutet ist.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 14.40 Uhr 2,14 Prozent tiefer bei 8'702,59 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) fällt um 2,08 Prozent auf 1'387,25 Punkte zurück und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,07 Prozent auf 10'262,15 Punkte.

Das gesamte Umfeld für die Investoren sei in den vergangenen Monaten herausfordernder geworden, heisst es in einem Marktkommentar, nicht zuletzt auch wegen der anziehenden Zinsen auf amerikanischen Staatsanleihen. Zudem habe die globale Konjunkturdynamik ihren Zenit überschritten und das globale Wachstum sei nicht mehr so synchron wie noch 2017. Auch wenn nun doch noch nicht der grosse Einbruch kommt, rechnen die Beobachter für die nähere Zukunft mit einer zumindest wieder erhöhten Volatilität. Der VSMI ist denn auch seit Monatsbeginn von knapp über 11 auf mittlerweile über 17 Punkte gestiegen.

Wie oft bei steigender Nervosität an den Märkte kommen Finanzwerte stärker unter die Räder. Grösster Verlierer sind aktuell Partners Group (-4,0%), aber auch Julius Bär (-3,7%), UBS (-3,3%) und CS (-3,1%) fallen markant zurück. Hier treibt insbesondere die Angst vor stärker als erwartet steigenden Zinsen in den USA die Investoren aus den Papieren.

Über 3 Prozent büssen dazu noch die PS von Schindler ein (-3,6%), für den Gesamtmarkt relevanter sind allerdings die klaren Verluste auch der defensiven Schwergewichte Novartis (-2,7%), Roche (-2,1%) und Nestlé (-1,8%).

Bei den Techaktien haben AMS (-0,8%) und Temenos (-1,6%) einen guten Teil der frühen Verluste wieder abgebaut.

cf/uh

(AWP)