Aktien Schweiz: Moderat im Minus - Fokus auf US-Arbeitsmarktdaten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitagmittag mit moderaten Abschlägen. Die Anleger warten weiterhin auf den US-Arbeitsmarktbericht für den September, der am Nachmittag veröffentlicht wird. Es habe sich bereits zur "Tradition" entwickelt, jeden Monat die anstehenden Zahlen als die "wichtigsten Arbeitsmarktdaten" zu bezeichnen, kommentierte ein Händler. Die "Jobdaten" sollen Hinweise auf die Zinspolitik der Notenbank Fed geben. Erholt sich der US-Arbeitsmarkt weiter, dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im Dezember steigen.
07.10.2016 12:45

Für Verunsicherung gesorgt hat zudem hat ein vorübergehender "Blitzabsturz" des britischen Pfunds in der Nacht auf Freitag, zu dem offenbar automatische Handelssysteme massgeblich beitrugen. Die Pfundschwäche, die mit den ökonomischen Daten Grossbritanniens nicht erklärbar sei, könnte auf eine nochmals steigende Volatilität hindeuten, hiess es am Markt. Hierzulande hat derweil das Chemieunternehmen Ems mit den Zahlen zu den ersten neun Monaten den Startschuss zur neuen Berichtssaison gegeben.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.00 Uhr um 0,24% tiefer bei 8'150,67 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,27% auf 1'246,34 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,29% auf 8'896,35 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titel notieren deren 24 im Minus und sechs im Plus.

Die deutlichsten Abgaben erleiden Zykliker wie Dufry (-1,8%) oder Adecco (-1,2%). Schwach zeigen sich auch die Aktien des Pharmaunternehmens Actelion (-1,2%), die unter einer Zurückstufung durch das Morgan Stanley-Research auf "Equal Weight" von bisher "Overweight" leiden. Nachdem sich die Aktie in diesem Jahr bislang überdurchschnittlich entwickelt habe, sei das Aufwärtspotenzial begrenzt, begründet der Experte sein neues Votum.

Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis (je -0,3%) geben leicht nach. Die beiden Pharmakonzerne rücken mit dem heute beginnenden Onkologie-Kongress ESMO in Kopenhagen in den Fokus, der noch bis Anfang kommender Woche dauert. Sowohl Novartis wie Roche haben am Kongress diverse wissenschaftlichen Präsentationen zu ihren Krebsmedikamenten angekündigt. Für die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,4%) hat die Investmentbank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung im Hinblick auf die Publikation der Zahlen zum dritten Quartal bekräftigt.

Die Titel des Rückversicherers Swiss Re (-0,2%) notieren nach einem schwachen Start noch etwas tiefer. Der Schweizer Rückversicherer dürfte bezüglich des Hurrikans "Matthew", der derzeit die Ostküste der USA bedroht, weltweit zu den am stärksten exponierten Versicherern gehören. Je nach Kurs des Sturms, dürften allerdings grosse Unterschiede bei den Schäden resultieren, kommentiert etwa JP Morgan. Die Versicherungsaktien Swiss Life (+0,4%) und Zurich (+0,7%) hingegen haben Oberwasser.

Auch die zuletzt sehr volatilen Grossbankenwerte liegen im Plus. Eine Reihe von institutionellen Anlegern würden wegen der anstehenden Zinserhöhung nun stärker in Banken- und Versicherungswerte umschichten, hiess es am Markt. Dabei stünden auch Credit Suisse (+0,5%) im Fokus, auch wenn sich die Anleger noch vor weiteren US-Bussen fürchteten. Derweil ersucht Spanien die Schweizer Behörden um Datenlieferungen von spanischen Kunden der UBS (Titel -0,2%).

Am breiten Markt geben Ems-Chemie (-2,8%) klar nach. Das von der Politikerin Magdalena Martullo geführte Unternehmen hat den Umsatz in den ersten neun Monaten gesteigert, ist aber hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Der Flughafen Zürich (-0,9%) hat derweil den Abgang seines langjährigen Finanzchefs vermeldet, er wechselt in der gleichen Funktion zum Börsenbetreiber SIX.

Heftige Abschläge erleiden die Titel des italienischen Pharmaunternehmens Newron (-11,1% auf 20,90 CHF). Newron hat in einer Privatplatzierung 1,3 Millionen neue Aktien an institutionelle Investoren zugeteilt, dies zu einem Preis von 19,75 CHF je Titel.

tp/cp

(AWP)