Aktien Schweiz: Moderate Gewinne nach verhaltenem Start

Der SMI verzeichnet am Mittwochmittag nach verhaltenem Start moderate Gewinne und holt damit einen Teil der markanten Verluste des Vortages wieder auf. Mittlerweile notiert der SMI wieder über 8'900 Punkten.
14.03.2018 12:25

Geprägt bleibt die Stimmung von den neuen Turbulenzen um die Regierung in den USA. Die abrupte Entlassung des US-Aussenministers Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump sorgt weiterhin für Irritationen, ist aber mit den Abgaben vom Dienstag nun eingepreist. Einerseits kehre bereits wieder ein wenig Optimismus an die Börsen zurück, hiess es in Marktkreisen.

Andererseits bleibe die Grundhaltung der Investoren aber vorsichtig. Denn mit der Ernennung von Mike Pompeo zu dessen Nachfolger, sei die Wahrscheinlichkeit für einen Handelskrieg weiter gestiegen. Am Nachmittag rücken weitere Konjunkturdaten aus den USA in den Fokus, insbesondere die Daten zu den Produzentenpreisen, welche neue Hinweise zur Inflation liefern werden. Dies ist wiederum insbesondere für die künftige Zinspolitik der US-Notenbank relevant.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.45 Uhr 0,44% höher bei 8'920,24 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zieht um 0,32% auf 1'458,49 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,40% auf 10'337,37 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus und 7 im Minus.

Geberit (+1,3%) sind am Tag nach der Bilanzpräsentation gut gesucht und markieren die Tabellenspitze. Für die Titel hat die UBS das Kursziel etwas gesenkt, die Einstufung "Neutral" aber belassen. An anderer Stelle hiess es im Nachgang zu den Zahlen des Sanitärtechnikkonzerns, dass das höchste je erreichte Betriebsergebnis die Solidität des Geschäftsmodells erneut unterstreiche.

Weit oben in der Tabelle stehen auch Dufry mit einem Plus von 1,2%. Der Reisedetailhändler wird am morgigen Donnerstag die Zahlen für 2017 präsentieren. Dies wird zwar auch Vifor Pharma tun, wie das aktuelle Minus von 2,4% zeigt, gibt es dafür aber keine Vorschusslorbeeren.

Hinter Dufry verteuern sich Swisscom (+0,8%) am stärksten. Für Swisscom hat JP Morgan das Kursziel deutlich erhöht, damit aber lediglich die starke Kursentwicklung der Aktie im vergangenen Jahr nachvollzogen. Das Rating lautet unverändert "Underweight". Das neue Kursziel von 480 CHF liegt denn auch noch immer klar unter dem aktuellen Wert je Swisscom-Aktie von rund 510 CHF. Dennoch hiess es an der Börse dazu, dass die Kursziel-Anhebung der US-Bank einer Rating-Anhebung gleichkomme.

Gute Unterstützung bieten die Schwergewichte Nestlé und Novartis (je +0,7%) sowie etwas moderater Roche (+0,5%).

CS (+0,1%) finden im breiten Mittelfeld kaum Beachtung. CEO Tidjane Thiam hatte sich in einem Interview unter anderem zur künftigen Verwendung überschüssiger Mittel geäussert hat. Demnach zieht er Aktienrückkäufe der Dividendenauszahlung vor.

Ebenso ist die Kursentwicklung von Swatch (+0,1%) unauffällig. Der Uhrenkonzern hielt am heutigen Mittwoch seine Bilanzmedienkonferenz ab, welche aber kaum Überraschungen bot, da die Zahlen bereits bekannt waren. CEO Nick Hayek zeigte sich gewohnt zuversichtlich.

Auf der Verliererseite büssen einzig Aryzta (-4,3%) noch mehr ein als die bereits erwähnten Vifor Pharma. Nach guten Avancen in der Vorwoche ist dies damit bereits wieder der dritte Verlusttag in Folge für den Backwarenkonzern.

Givaudan (-2,1%) würden von vorsichtigen Aussagen eines Konkurrenten im Zusammenhang mit den steigenden Rohstoffkosten in Sippenhaft genommen, hiess es am Markt.

Im breiten Markt fallen Siegried (-2,9%) mit deutlicheren Abgaben auf. Das Unternehmen hat 2017 lediglich mit dem Umsatz die Markterwartungen halbwegs erfüllt, der Gewinn fiel dagegen deutlich tiefer aus als prognostiziert, was in Marktkreisen denn auch als Enttäuschung hervorgehoben wurde.

Moderat geben Sunrise (-0,7%) nach, welche von JP Morgan auf "Neutral" von "Overweight" zurückgestuft wurden. Die Aktien würden nahe an ihrem fairen Wert gehandelt, hiess es unter anderem vom US-Institut.

Dagegen ziehen Tecan (+0,6%) nach Zahlen etwas an, während Conzzeta (-0,2%) nach einer kleineren Akquisition der Tochtergesellschaft Schmid Rhyner leicht zurückgebunden werden.

(AWP)