Aktien Schweiz: Nur noch leichte Gewinne - SMI fällt wieder unter 9'000 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Handelswoche am Montag freundlich gestartet, ist bis zum Mittag allerdings wieder knapp unter die Marke von 9'000 Punkten gefallen. Die Signale von den Börsen blieben etwas widersprüchlich, heisst es in einem Marktkommentar. Die Investoren würden das Risiko einer möglichen Sommerkorrektur gegen die Chance einer sich wieder beschleunigenden Rally abwägen. Schwung verlieh den europäischen Börsen der freundliche Wochenstart in Asien, wo die Aktienkurse von einem deutlichen Anstieg der japanischen Exporte profitierten.
19.06.2017 12:30

Rückendeckung für das Sentiment gab es zudem von französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dessen Parteibündnis eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erreicht hat. Der sozialliberale Staatschef sicherte sich damit eine komfortable Machtbasis für seine Reformen. Am Montag haben in Brüssel zudem - ein Jahr nach dem Brexit-Votum - die Verhandlungen zum Austritt Grossbritanniens aus der EU begonnen. Es wird aber kaum eine direkte und endgültige Lösung erwartet. Zu Beginn der neuen Woche ist der Terminkalender ansonsten recht überschaubar.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 11.50 Uhr 0,13% auf 8'974,68 Punkte, wobei das bisherige Tageshoch am Morgen 9'036 Punkte erreichte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,32% auf 1'422,24 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,12% auf 10'227,57 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 22 im Plus, sechs im Minus und zwei unverändert.

Mit einem kräftigen Plus sind am Montag Credit Suisse (+3,2%) die grössten Ausreisser, nachdem die Bankentitel in der Vorwoche noch deutlich verloren hatten. Verschiedene Institute haben das Rating erhöht bzw. die Titel mit Kaufempfehlung wieder in ihre Bewertung aufgenommen. So erhöhte etwa die Deutsche Bank auf "Buy": Nach der Kapitalerhöhung seien nun Fragen bezüglich der Kapitalisierung vom Tisch, schreibt der zuständige Analyst unter anderem zur Begründung. Ausserdem bestünden erste Anzeichen einer positiven Dynamik in der internationalen Vermögensverwaltung sowie in der Region Asien/Pazifik.

Zu den grössten Gewinner zählen ausserdem noch Dufry (+1,2%), Adecco (+1,0%) und Swiss Re (+0,9%).

Von den Schwergewichten geben indes einzig Novartis (+0,5%) dem SMI-Index Stütze. Der Pharmakonzern profitiert von einer Zulassung in der EU bei der Generika-Tochter Sandoz: Künftig darf das Biosimilar Rixathon (Rituximab) zur Behandlung von Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs und immunologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Rixathon ist für alle Indikationen zugelassen worden wie auch das Referenzmittel MabThera von Roche.

Während für Novartis die vergangenen Handelswoche unter dem Strich klar tiefer geendet ist, konnten Roche und Nestlé deutlich zulegen. Derzeit tendieren die beiden letzteren Werte allerdings im Minus (je -0,4%).

Noch schwächer sind unter den Blue Chips mittlerweile nur Sonova (-0,7%). Weiter büssen noch Richemont (-0,4%) und Lindt&Sprüngli (-0,3%) etwas ein. In einer Studie über Lindt&Sprüngli spricht die UBS von mittelfristigen Abwärtsrisiken für die Aktie: So bleibe unter anderem das Wachstum im grössten Markt, den USA, gedämpft.

Am breiten Markt profitieren derweil Conzzeta (+3,7%) von einer positiven Gewinnwarnung. Der Mischkonzern rechnet im ersten Halbjahr mit einem Umsatzwachstum von 15% bis 20% sowie einem um über 40% höheren Betriebsergebnis.

Besonders kräftig legt Börsenneuling Idorsia (+9,2%) zu, nachdem der Einstand an der SIX am Freitag bereits erfolgreich vonstattenging. Viele Fachleute würden zwar zweifeln, dass das Forscherpaar Martine und Jean-Paul Clozel ein zweites Meisterstück - nach Actelion - vollbringen kann, schreibt die "NZZ am Sonntag". Das hätten sie allerdings schon mehrmals getan, und stets hätten die Clozels sie eines Besseren belehrt.

Grösste Verlierer aus der zweiten Reihe sind dagegen New Value (-8,4%), nachdem die Beteiligungsgesellschaft im Geschäftsjahr 2016/17 einen Verlust eingefahren hat.

Zudem könnte die Apothekengruppe Zur Rose womöglich bereits im Juli an die Börse gehen. Das zumindest schreibt die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf Insider. Kurz vor hiesigem Börsenschluss beginnt derweil eine ausserordentliche Generalversammlung zum geplanten IPO.

ys/cp

(AWP)