Aktien Schweiz: Optimismus bei Handelsgesprächen sorgt für steigende Kurse

Der Schweizer Aktienmarkt setzt zum Wochenschluss den Aufwärtstrend der beiden Vortage fort und präsentiert sich auf breiter Front fester. Getragen werde die gute Stimmung von der Zuversicht der Anleger auf einen positiven Ausgang der Handelsgespräche der USA mit China, heisst es am Markt. Die Verhandlungen liefen "wirklich gut", hatte US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend gesagt und damit die Hoffnungen auf einen "Deal" geschürt. Konkreter wurde er allerdings nicht.
11.10.2019 11:30

Nach einer angedeuteten Annäherung zwischen Grossbritannien und Irland im Brexit-Streit keimte auch dort die Hoffnung auf einen Kompromiss auf. Die EU und Grossbritannien loten derzeit die Chancen einer Einigung aus. "Die Stimmung ist gut, und wenn uns nicht wieder ein Tweet überrascht, gibt es keinen Grund, warum die Kursgewinne nicht ins Wochenende gerettet werden sollten", sagt ein Händler. Ein anderer schloss Gewinnmitnahmen im Verlauf dagegen nicht aus, da die Risikoneigung vor dem Wochenende üblicherweise eher gering sei.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.05 Uhr 0,76 Prozent höher bei 9'978,36 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt gar 0,97 Prozent auf 1'523,18 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,63 Prozent auf 12'130,92 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien stehen 27 im Plus und drei im Minus.

An die Spitze der Gewinner setzen sich die Aktien von SGS. Die Papiere des Inspektionskonzerns steigen nach der Aufstufung auf "Buy" von "Hold" durch die Bank Vontobel um 3,1 Prozent. Zeitweise betrug das Plus gar rund 5 Prozent. SGS dürfte dank einer Reihe interner Massnahmen und Veränderungen die Ausgangsposition gestärkt haben und die Rentabilität steigern können, kommentiert Analyst Jean-Philippe Bertschy.

Die Aktien von Temenos rücken um 2,5 Prozent vor. Die Anteile des Bankensoftware-Herstellers werden laut Händlern vor der kommende Woche erwarteten Quartalszahlen gesucht. Zudem sorge der Kurssprung der Aktien des deutschen Softwareriesen SAP für anziehende Kurse im Sektor, heisst es. SAP steigen nach sehr guten Ergebnissen um 7 Prozent.

Die beiden Grossbankenwerte Credit Suisse (+2,7%) und UBS (+2,5%) reihen sich ebenfalls in der Spitzengruppe ein. Julius Bär rücken zudem um 2,2 Prozent vor. Händler erklären die Kursgewinne mit dem Anstieg der Anleihenrenditen. Höhere Renditen bedeuteten bessere Geschäftsmöglichkeiten, so die Aussage. Sollte es wirklich zu einer Entspannung im Handelsstreit kommen, dürften die Anleger die sicheren "Häfen Obligationen und Franken" verlassen, was zu einem weiteren Anstieg der Renditen und zu einem schwächeren Franken führen dürfte. Am Freitag war der Euro zum Franken bereits kurzzeitig über 1,10 gestiegen.

Zyklische Werte wie ABB, Adecco, Clariant Schindler und Sika gewinnen ausserdem gegen zwei Prozent.

Dagegen fallen Vifor mit einem Minus von 2,5 Prozent negativ auf, nachdem Baader Helvea das Rating auf "Hold" von zuvor "Buy" gesenkt hat. Der Analyst verweist auf zwei "hochriskante" klinische Studien, die im vierten Quartal 2019 eintreffen sollen. Die Vifor-Akten haben allerdings im laufenden Jahr rund 50 Prozent an Kurswert gewonnen.

Die Aktien von Marktschwergewicht Nestlé (-0,5%) leiden unter Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg im laufenden Jahr. Auch Nestlé zählt wegen des wenig krisenanfälligen Geschäftsmodells zu den sicheren Häfen, heisst es.

Am breiten Markt sind derweil Dufry (+2,0%) gefragt, nachdem der Reisdetailhändler mit einem positiven Steuereffekt in der Rechnung 2019 von 40 bis 50 Millionen Franken rechnet. Das sei ein willkommener Geldsegen, kommentiert die ZKB.

Weiter zulegen können die Aktien von Bossard (+2,3%), sie knüpfen damit an den Kursanstieg vom Vortag an. Die Schraubenhandelsfirma hatte die Anleger am Donnerstag mit besser als erwarteten Zahlen für das dritte Quartal positiv überrascht. Fester notieren auch Flughafen Zürich (+2,1%), nachdem im September etwas mehr Passagiere befördert wurden.

Die Anteile von Schweiter (-3,0%) verlieren hingegen deutlich, nachdem Baader Helvea das Rating auf "Hold" von "Buy" gesenkt hat.

pre/ys

(AWP)

 

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