Aktien Schweiz: Praktisch unverändert - Diverse Jahresberichte am breiten Markt

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag praktisch unverändert, nachdem schon am Vortag wenig Bewegung im Markt war. Im Vorfeld der wahrscheinlichen Leitzinserhöhung in den USA wolle sich niemand im grossen Stil engagieren. Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag blieben die Investoren vorsichtig, heisst es im Handel.
07.03.2017 13:10

"Die Aufbruchsstimmung in den USA treibt die Märkt an", umschreibt ein Händler die Grundstimmung am Markt. Er sieht in fast allen Regionen konjunkturelle Aufhellungen, nur vereinzelt gäbe es Zweifel. In Europa haben die am Morgen publizierten und unter den Erwartungen ausgefallenen Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie im Monat Januar jedoch etwas die Stimmung gedämpft. In der Schweiz richtet sich der Fokus auf die zahlreichen Jahresabschlüsse von kleineren und mittelgrossen Unternehmen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht am Mittag gegen 12.10 Uhr um 0,10% tiefer bei 8'656,32 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt mit 0,01% hauchdünn im Minus und notiert auf 1'371,20 und der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt um 0,03% auf 9'534,57 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und elf im Plus.

Die grössten Verluste unter den Blue Chips erleiden UBS (-1,0%). Kritische Berichte der Finanzpresse lösen Verkäufe aus, berichten Marktteilnehmer. Der Grossbank drohen weitere Marktanteilsverluste im Investment Banking. Die Marktanteile der Schweizer Banken in London und New York stünden weiter unter Druck, heisst es. Immer mehr bedeutende Kapitalmarkt-Transaktionen würden von spezialisierten Investment-Boutiquen abgewickelt, womit traditionelle Einnahmequellen der Banken zusehends verschwänden.

Während die sich die Valoren der CS (+0,1%) nach den starken Abgaben am Vortag etwas gefangen haben, gehören die Papieren der auf die traditionelle Vermögensverwaltung fokussierten Privatbank Julius Bär (-0,6%) zu den Verlierern im Leitindex.

Belastet wird der Gesamtmarkt ausserdem vom Pharmaschwergewicht Novartis (-0,7% auf 75,25 CHF). Exane BNP hat das Rating auf 'Underperform' von 'Neutral' und das Kursziel auf 73 von zuvor 80 CHF gesenkt. Die Rückstufung erfolge vor dem Hintergrund der nach wie vor schwachen Entwicklung bei Entresto, den anhaltendem Investitionsbedarf bei Alcon und dem verschärften Wettbewerbsumfeld für Sandoz bei den Biosimilars. Auch die Titel von Roche (-0,5%) geben nach.

Bei den Gewinnern fallen die Titel von Sika (+1,7%) auf, die damit die Kursverluste der Vortage wieder wettmachen. Konkreten Neuigkeiten zum Unternehmen liegen jedoch keine vor. Die Aktien weiterer baunaher Unternehmen wie Schindler (0,7%) und Geberit (+0,6%) sind ebenfalls gesucht.

Gestützt wird der Markt zudem von den schwergewichtigen Nestlé-Valoren, die ohne Neuigkeiten um 0,7% zulegen. Auch die Papiere von kleineren Nahrungsmittelunternehmen wie Aryzta (+0,5%) tendieren stärker.

Im breiten Markt ist viel los. Die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli geben um 0,4% nach. Der Schokoladenproduzent hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 mehr verdient und erhöht die Dividende. Die Kilchberger haben den Analystenkonsens auf den Gewinnstufen nicht ganz getroffen.

Ebenfalls Abgaben nach den Jahreszahlen verzeichnen PSP (-2,9%). Der zuständige ZKB-Analyst bezeichnete den Zahlenkranz der Immobiliengesellschaft als "verhalten" und spricht von einem "relativ hohen Leerstand" und "limitiertem Gewinnwachstumspotenzial".

Forbo (+5,3%), Santhera (+1,7%), VP Bank (+1,5%) und Bucher (+0,3%) legen nach der Publikation ihrer Jahreszahlen zu. Logitech (+1,2%) reagieren positiv auf optimistische Prognosen des Unternehmens fürs kommende Geschäftsjahr und die Ankündigung eines Aktienrückkaufs.

pr/rw

(AWP)