Aktien Schweiz Schluss: Erholungsversuch startet stark und endet zaghaft

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag auf die starken Verluste der Vortage mit einem Erholungsversuch reagiert und fester geschlossen. Allerdings war das Börsengeschehen im Tagesverlauf relativ volatil und am Nachmittag bröckelten die zu Beginn noch hohen Gewinne zu einem guten Teil wieder ab. Dabei folgte der SMI den US-Aktien, welche im Anschluss an eher enttäuschende Daten zur Stimmung der US-Konsumenten den Anfangsschwung ebenfalls wieder etwas einbüssten.
12.10.2018 18:10

Nach den turbulenten Vortagen sei die Risikobereitschaft der Investoren gerade vor dem Wochenende noch nicht ins unermessliche gestiegen, hiess es zur eher wieder vorsichtigeren Haltung am Nachmittag. Es stelle sich für die kommenden Tage nun die Frage, ob die jüngsten Verwerfungen damit bereits ausgestanden seien, oder ob dies nur der Beginn einer schon länger befürchteten grösseren Korrektur an den Märkten sei. Für eine Entwarnung sei es mit der heutigen Erholung allein auf jeden Fall noch zu früh. Sollte sich allerdings wirklich bereits wieder ein Boden bilden, könnte dies die Kauflaune der Investoren rasch wieder anregen.

Der Swiss Market Index (SMI) rückte zum Schluss um 0,25 Prozent auf 8'660,38 Punkte vor. Auf Wochensicht ergab sich dennoch eine empfindliche Einbusse von 4,2 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,24 Prozent auf 1'384,94 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30 Prozent auf 10'232,38 Punkte. Von den 30 Top-Werten kosteten am Ende 22 mehr als am Vorabend und 8 weniger.

Grösster Gewinner unter den Bluechips waren AMS mit einem Plus von 4,0 Prozent, wobei die Titel vom Tageshoch gegen Handelsende deutlich zurückgenommen wurden. Die Aktien profitierten von den Spekulationen, wonach der US-Grosskunde Apple nach der vertieften Partnerschaft mit Dialog Semiconductor auch Teile des Sensorengeschäfts von AMS übernehmen könnte. Am Vortag hatten die AMS-Titel zunächst mit anderen Technologiewerten zu den grössten Verlierern gezählt, sich im Tagesverlauf aber bereits etwas erholt.

Weitere Techwerte wie Logitech (+1,6%) und Temenos (+0,9%) zogen ebenfalls überdurchschnittlich an, ähnliches galt für Sensirion (+6,4%) oder Kudelski (+4,1%) im breiten Markt.

Den Erholungspfad schlugen auch Dufry (+3,0%) als erster Verfolger von AMS ein. Die Aktien des Reisedetailhändlers haben in den vergangenen Wochen über 10 Prozent an Wert eingebüsst.

Lonza (+1,3%) erhielten von Marktspekulationen über eine mögliche positive Ergebnis-Überraschung etwas Rückenwind. Laut Sales-Tradern stockten in den Titeln namhafte Grossanleger ihre Positionen auf.

Die Banken beendeten die Sitzung nach starkem Beginn unauffällig im Mittelfeld. CS (+0,3%) gewannen dabei etwas mehr als UBS (+0,1%) und Julius Bär (+0,2%). Die starken Ergebnisse der US-Banken Citigroup, JP Morgan Chase und Wells Fargo, welche vor der Eröffnung der amerikanischen Börsen präsentiert wurden, verliehen keinen nachhaltigen Schwung.

Auch die Schwergewichte Roche (+0,3%) und Nestlé (+0,1%) gingen mehr oder weniger mit dem Markt, einzig Novartis (+0,7%) stachen von diesen mit nennenswerteren Avancen leicht hervor.

Die Aktien von Swiss Re (-0,7%) gehörten zu den wenigen Verlierern. Marktteilnehmer vermuteten, dass die Sturm-Saison zurück in den Köpfen der Investoren sei, nachdem beispielsweise die Auswirkungen von Hurrikan "Michael" durch die letzten Börsenturbulenzen etwas verdrängt worden seien. Noch mehr zurück fielen einzig Sika und Sonova (je-1,0%).

Im breiten Markt kletterten Ceva nach dem am Vortag bekanntgewordenen Übernahmeangebot um weitere 6,1 Prozent nach oben. Und auch die Aktien der CPH Chemie + Papier Holding (+5,6%) legen am Freitag kräftig zu. Die Luzerner Industriegruppe rechnet mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung im laufenden Gesamtjahr. Leclanché kletterten im Sog der Börsenerholung gar um über 11 Prozent in die Höhe.

cf/uh

(AWP)