Aktien Schweiz Schluss: Etwas tiefer auf hohem Niveau - Roche und Banken bremsen

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag etwas nachgegeben, konnte das hohe Niveau aber halten. Der Leitindex SMI hatte bereits am Montag die Marke von 9'000 Punkten überschritten und legte im frühen Handel nochmals zu. Erst mit US-Handelsstart ging es dann wieder unter den Vortagenschluss hinab. Zunächst hatten die schwergewichtigen Roche-Papiere gebremst, ab dem Mittag sorgten dann auch die ins Minus gedrehten Grossbankenwerte für etwas Druck.
20.06.2017 18:15

Die insgesamt freundliche Marschrichtung wird weiter von der Wall Street bestimmt. Der Dow Jones hatte am Vortag erneut eine Bestmarke erreicht, die Tech-Werte hatten sich dabei deutlich erholt. Der tiefere Ölpreis und wenig bewegende Konjunkturdaten hielten die Wall Street am Nachmittag zurück. Das Leistungsbilanzsaldo der USA für das ersten Quartal fiel etwas geringer aus als von den Ökonomen erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,07% tiefer auf 9'023,55 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,34% auf 1'424,91 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,16% auf 10'272,33 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Minus und sieben im Plus.

Die Papiere von Novartis zogen um 0,8% an. Bei dem Pharmakonzern hielt der positive Newsflow auch am Dienstag an: Gemeldet wurden gute Daten zum Augenmittel RTH258 zur Behandlung von altersbedingter neovaskulärer Makula-Degeneration. Analysten sprechen von "ermutigenden" Studiendaten.

Dem standen Abgaben von 0,9% in Roche gegenüber. Händlern zufolge gab es Umschichtungstransaktionen zu Gunsten von Novartis. Exane BNP Paribas hatte das Rating für Roche auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt und das Kursziel reduziert. Der Grund: Die detaillierten Ergebnisse der APHINITY-Studie zum Hoffnungsträger Perjeta. Und im Antikörper-Bereich habe das Präparat Tecentriq seine Rolle als Spitzenkandidat eingebüsst, so die Expertin.

Nestlé stiegen derweil um 0,7% und hatten im frühen Handel bei 84,30 CHF ein neues Allzeithoch markiert. Nachdem der Nahrungsmittelkonzern bereits vergangene Woche sein US-Süsswarengeschäft zur Disposition gestellt hatte, wurde nun ein Minderheitsanteil an der US-Firma Freshly erworben, einem Anbieter von frisch zubereiteten Mahlzeiten.

Clariant zogen um 0,5% auf 20,82 CHF an, nachdem Société Générale das Rating den Chemiekonzern auf "Buy" von "Hold" und das Kursziel auf 25 von 20 CHF erhöht hat. Der zuständige Analyst rechnet mit einer Erholung in den Kerngeschäften. Und die Synergien und das künftige Transformationspotenzial werde den zyklischeren Produktemix wettmachen, den Clariant nun mit der Fusion mit Huntsman erhalte, hiess es.

Bei den Assekuranzen hatten Swiss Re (+1,0%) als grösser Gewinner unter den Blue Chips die Nase vorn, gefolgt von Swiss Life (+0,6%) und Zurich Insurance (+0,2%). Swiss Re werden von der Deutschen Bank neu zum "Kauf" empfohlen. Einzig Bâloise (-0,8%) schlossen im Versicherungssektor tiefer.

Im Handelsverlauf rutschen die Bankaktien UBS, Credit Suisse (je -1,1%) und Julius Bär (-0,7%) klar ins Minus. Bei LafargeHolcim (-1,4%) verwiesen Marktteilnehmer auf die wachsenden Spannungen in der Golf-Region als möglichen Belastungsfaktor. Auch Dufry (-1,2%), ABB (-1,1%), Lindt & Sprüngli (-0,8%), Sika und Adecco (-0,7%) wiesen am Schluss grössere Minuszeichen auf.

Beim Backwarenkonzern Aryzta (-0,2%) findet in der Region Americas ein Management-Wechsel statt. COO Ronan Minahan und wird ad interim durch Keith Cooper ersetzt. Der weitere Managementabgang beweise, dass die Baustelle bei Aryzta immer noch gross sei, kommentierte die ZKB. Zudem hat sich mit dem spanischen Fondsmanager Francisco Garcia Parames ein bekannter Substanzinvestor mit 3,16% eingekauft.

Am breiten Markt stachen DKSH mit einem Abschlag von 3,4% heraus. Mit Merrill Lynch und der Credit Suisse haben gleich zwei einflussreiche Institute ihre Einstufung für den Marktdienstleister auf jeweils "Neutral" gesenkt. Beide gehen von einem sich abschwächenden Momentum in einigen Schlüsselmärkten aus.

Gurit (+3,6%) profitierten derweil von einer Ratingerhöhung auf "Übergewichten" durch die ZKB. Das Unternehmen habe jüngst mit gutem Newsflow wie grösseren Auftragseingängen aufwarten können, so der zuständige Analyst.

Die Papiere des Börsenneulings Idorsia verteuerten sich indessen um weitere 3,8%.

yr/mk

(AWP)