Aktien Schweiz Schluss: Fester auf breiter Front - Zurich nach Zahlen schwach

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit festeren Kursen auf breiter Front aus der Sitzung gegangen und hat damit nach dem verhaltenen Start in die Woche zum dritten Mal in Folge zugelegt. Die Stimmung habe sich angesichts solider Konjunkturdaten in den vergangenen Tagen zwar wieder etwas verbessert, hiess es in Marktkreisen, insgesamt herrsche aber weiterhin doch eine gewisse Verunsicherung vor. Neben Trump bewege derzeit mit Ausnahme einzelner Unternehmensergebnisse kaum etwas die Märkte. Zurich Insurance gaben im Anschluss an das Jahresergebnis klar nach.
09.02.2017 18:15

Unterstützung kam am Nachmittag aus den USA, wo die Börsen in der Eröffnungsphase ebenfalls klar höher tendierten. Zuvor wurden die Zahlen zu den wöchentlichen Ertanträgen auf Arbeitslosenhilfe publiziert, welche besser als erwartet ausgefallen waren, die Börsen in Europa direkt aber kaum beeinflusst haben. In den Fokus rückt vor dem Wochenende das Treffen des US-Präsidenten mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe, welches ab Freitag geplant ist. Es sei wichtig, wie sich das Klima zwischen diesen Handelspartnern weiter entwickle, hiess es dazu am Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) hat 0,70% auf 8'437,54 Punkte zugelegt. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,78% auf 1'337,83 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,66% auf 9'231,35 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln zogen 24 an und 5 gaben nach, während Actelion unverändert schlossen.

Klar im Mittelpunkt standen Zurich Insurance (-0,5%) im Anschluss an die Jahreszahlen. Auf den ersten Blick lag der vom Versicherungskonzern aus Zürich gemeldete Betriebsgewinn (BOP) zwar über den Analystenerwartungen, die Differenz liess sich allerdings mit einmaligen Faktoren erklären. Die Analysten-Gilde äusserte sich denn auch grundsätzlich eher positiv zum Ergebnis, wobei der Kursrückgang mit fehlenden positiven News, bzw. dem Kursanstieg im letzten Jahr erklärt wurde. Etwas enttäuscht habe das Eigenkapital sowie die Combined Ratio, hiess es dazu weiter. Andererseits lag der operative Gewinnbeitrag im Bereich General Insurance für das Schlussquartal am oberen Ende der Erwartungen.

Die übrigen Versicherer schlossen allesamt im Plus, Bâloise (+1,2%) nach der Ernennung eines neuen Finanzchefs und eines neuen Chief Investment Officer nicht ganz so ausgeprägt wie Swiss Life (+1,4%) aber etwa gleich stark wie Swiss Re (+1,2%).

Noch deutlicher als Zurich büssten einzig Aryzta an Terrain ein (-1,3%). Händler verwiesen hier auf Gewinnmitnahmen, nachdem die sich die Titel in den Vortagen deutlich vom massiven Kurssturz Ende Januar erholt hatten. Zu den weiteren Verlierern gehörten noch Nestlé und Swatch (je -0,2%) sowie Givaudan (-0,1%).

Auf der Gegenseite beendeten LafargeHolcim (+2,8%) den Handel als Tagessieger. Weitere konjunktursenstive Aktien wie Lonza (+1,3%) oder ABB (+1,1%) zogen ebenfalls klar nach oben. Letztere holten damit rund einen Drittel der Verluste des Vortages im Anschluss an die Jahreszahlen wieder auf. Verschiedene Banken hatten im Nachgang zu den Zahlen ihre Kursziele erhöht.

Swisscom (+0,8%) schlossen an die Gewinne des Vortages an, welche ebenfalls im Zusammenhang mit dem Jahresergebnis standen.

Von den Grossbanken verteuerten sich CS (+1,8%) mehr als UBS (+1,3%). Am Vortag waren beide schwächer aus dem Handel gegangen, insbesondere die CS nach einem Medienbericht über eine interne Überprüfung der Handelsaktivitäten in Moskau.

Im Gegensatz zu Nestlé stützten die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (+1,2%) und Roche (+1,1%) den Gesamtmarkt deutlich.

Im breiten Markt rückten die Aktien des der IT-Logistikers Also (+2,0%) klar vor, nachdem das Unternehmen von der Börse gelobte Jahreszahlen vorgelegt hat.

Belimo (-0,3%) fielen dagegen nach Jahreszahlen leicht zurück. Die Herstellerin von Antriebslösungen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik ist profitabel gewachsen. Zwar hat das Unternehmen in allen Regionen zugelegt, jedoch beklagen einige Analysten die "unerwartet schwache" organische Umsatzentwicklung.

Ebenfalls jeweils nach Zahlen brachen Leonteq (-8,3%) regelrecht ein, wogegen Molecular Partners (+2,3%) etwas höher gestellt wurden.

cf/yr

(AWP)