Aktien Schweiz Schluss: Fester dank Kurssprung von Roche

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit leichten Gewinnen geschlossen und damit den Höhenflug der vergangenen Tage mit verlangsamtem Tempo fortgesetzt. Die am Vortag geknackte Grenze von 8'600 Punkten wurde problemlos verteidigt. Geprägt war das Geschehen von den beiden Pharmaschwergewichten als Gegenpole. Dass der SMI nicht bereits 8'700 Punkte überschritten hat, war vor allem auf den Dividendenabgang bei Novartis zurückzuführen. Auf der Gegenseite waren es Roche, die mit einem massiven Plus den Gesamtmarkt um rund 100 Punkte nach oben zogen.
02.03.2017 18:12

Ein gegensätzliches Paar bildeten jeweils nach Zahlen auch die starken LafargeHolcim und die schwachen Adecco. Im internationalen Kontext war die Stimmung vor allem von der Aussicht auf bald steigende Zinsen in den USA geprägt. Dies, nachdem sich am Vortag verschiedene US-Notenbanker "hawkish", also positiv gegenüber höheren Zinsen, geäussert hatten. Die Augen der Marktteilnehmer sind deshalb bereits auf die Rede der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen vom morgigen Freitag gerichtet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,31% höher bei 8'661,63 Punkten. Das neue Intraday-Jahreshoch wurde auf mittlerweile 8'676 Punkte hinaufgeschraubt. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,27% auf 1'373,69 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,82% auf 9'534,27 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln überwogen die Gewinner die Verlierer im Verhältnis 18:12.

Das Bild im SMI war von Spezialsituation geprägt. Dass Novartis mit einem Minus von 3,7% nach dem Dividendenabgang am Tabellenende landeten, wobei das Minus leicht höher ausfiel als die Dividende von 2,75 CHF, kann als Routinesituation abgehakt werden.

Dass aber gleichzeitig Roche mit einem massiven Plus von 6,5% den Gesamtmarkt noch stärker nach oben zogen, war ein schöner Zufall. Die Genussscheine von Roche wurden von Studiendaten getrieben. So hat die lang erwartete und wichtige "Aphinity"-Studie das Studienziel erreicht. Diese erprobte das Mittel Perjeta in der Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs. Mit einem Erfolg könnte der Pharmakonzern seine führende Marktposition auf diesem Gebiet sichern.

Die ausstehenden Daten hatten seit längerem wie ein Damoklesschwert über den Papieren geschwebt. Nun ist die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg in dieser Anwendung deutlich gestiegen, was sich auch bereits in ersten Kurszielerhöhungen niedergeschlagen hat.

Daneben haben zwei Bluechips die Jahreszahlen vorgelegt, was zu sehr gegenläufigen Marktreaktionen geführt hat. LafargeHolcim (+1,9%) waren in der Folge trotz einer Abschwächung gegen Handelsende gesucht. Der Zementhersteller hat mit dem am Morgen vorgelegten Zahlenkranz die Umsatzerwartungen im Schlussquartal zwar zum zweiten Mal in Folge verfehlt, beim betrieblichen EBITDA hingegen klar besser als von Analysten geschätzt abgeschnitten. Punkten konnte der Konzern insbesondere auch mit dem Ausblick.

Dagegen bildeten Adecco (-2,9%) gemeinsam mit Novartis das Schlussduo im SMI. An den Zahlen von Adecco wurde die Wachstumsbeschleunigung im Schlussquartal positiv hervorgehoben. Diese ist stärker ausgefallen als erwartet und hat sich auch im neuen Jahr fortgesetzt, allerdings in etwas abgeschwächtem Ausmass. Weniger Begeisterung löste dagegen der Rückgang der Margen aus. Insgesamt wurde das Ergebnis aber als solid gewertet und die Kursbewegung auf Gewinnmitnahmen im Anschluss an drei starke Tage davor zurückgeführt.

Nennenswerte Gewinne verzeichneten noch Aryzta (+1,2%), Galenica (+0,9%) und Bâloise (+0,8%). Kühne+Nagel (+0,7%) holten nur einen Teil der Verluste vom Vortag im Anschluss an die Jahreszahlen wieder auf.

Auf der Verliererseite fanden sich hinter Novartis und Adecco die Aktien der beiden Grossbanken CS (-1,0%) und UBS (-0,4%) sowie von Swatch (-0,6%).

Im breiten Markt zogen jeweils nach Zahlen GAM (+2,3%), Bobst (+3,4%), Newron (+3,2%), Autoneum (+3,3%) und Tamedia (+1,5%) jeweils klar an, wogegen Sunrise (-1,2%), Meyer Burger (-1,3%) und SPS (-0,7%) nachgaben sowie Panalpina unverändert schlossen.

cf/tp

(AWP)