Aktien Schweiz Schluss: Fester dank Nestlé - ABB Thema des Tages

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit kräftiger Unterstützung des Schwergewichts Nestlé im Plus abgeschlossen. Zunächst liessen die Gewinnmitnahmen der Grossbankentitel UBS und Credit Suisse den Leitindex SMI noch leicht zurückfallen, ehe sich das Blatt mit Nestlé wendete. Thema des Tages war jedoch ABB: In Südkorea wird ein Mitarbeiter des Technologiekonzerns der Veruntreuung von Geldern beschuldigt.
22.02.2017 18:15

Ansonsten verlief der Handel in ruhigen Bahnen und die Anleger übten sich in Zurückhaltung. Dabei nehme in Europa die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone zu, sagte ein Händler. Sollten die Ängste vor einer künftigen französischen Präsidentin Marine Le Pen zunehmen, dürfte dies an den Börsen künftig nicht spurlos vorübergehen. Gleichzeitig drohe die Gefahr einer Überhitzung des US-Aktienmarkts, hiess es weiter.

Bis Börsenschluss gewann der Swiss Market Index (SMI) 0,22% auf 8'585,85 Punkte und nimmt somit die 8'600-Punktemarke ins Visier. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, beendete den Handel wenig verändert bei 1'361,89 Zählern und der breite Swiss Performance Index (SPI) legte um 0,20% auf 9'400,65 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten am Ende 16 im Plus, Syngenta unverändert und 13 im Minus.

ABB (-0,5%) sind mit der Südkorea-Affäre nicht allzu stark unter Druck gekommen. Die mutmassliche Unterschlagung und Veruntreuung von Geldern durch den südkoreanischen Kassenwart dürften Schätzungen von ABB zufolge die Ergebniszahlen 2016 mit rund 100 Mio USD belasten. Analysten sprachen von einem "unglücklichen" Vorfall, der aber zum Teil über Versicherungen gedeckt sein dürfte. Ebenfalls am Mittwoch schlug ABB die Wahl des Cevian-Managers Lars Förberg in den Verwaltungsrat vor.

Mit am schwächsten gingen die Grossbanken UBS (-1,8%) und CS (-0,8%) bei den Blue Chips aus dem Handel. Dabei wurde auf Gewinnmitnahmen verwiesen nachdem die beiden Titel am Vortag zugelegt hatten. Besser hielten sich Julius Bär (+0,4%) oder Swiss Re (-0,3%). Der Rückversicherer wird am Donnerstag die Geschäftszahlen zum abgelaufenen Jahr vorlegen. Analysten rechnen mit einem soliden Ergebnis und mit einer erneut grosszügigen Ausschüttung.

Die beiden Pharmavaloren Roche (-0,1%) und Novartis (+0,5%) tendierten uneinheitlich, während die Aktien des dritten Schwergewichts Nestlé (+1,2%) den Gesamtmarkt kräftig stützten. Nach der geplatzten Übernahme von Konkurrent Unilever durch Kraft Heinz ist die Übernahmefantasie im Nahrungsmittelsektor gewachsen. Derweil setzte sich Unilever im Kampf um Eigenständigkeit ambitionierte Ziele und hob insbesondere das Margenziel an.

Auch Galenica lagen am Ende mit einem Plus von 0,7% weit vorne im SMI/SLI-Tableau. Die Gesundheitsgruppe steigt in den Wundversorgungs-Markt ein und übernimmt die Schweizer Traditionsmarken Merfen und Vita-Merfen. Der Fokus gilt allerdings der geplanten Aufteilung in einen Pharma- sowie einen Apotheken- und Logistikteil. Die Erwartung auf eine baldige Trennung gebe dem Kurs Auftrieb, hiess es im Handel. Fester tendierten etwa auch noch SGS (+1,0%) oder Givaudan (+0,8%).

Swisscom (-0,1%) rutschten zum Ende hin noch ins Minus ab. Der Telekomkonzern krempelt seine Struktur für Bündelabos um. Mit dem neuen Baukastenprinzip können Kunden ihre Bausteine aus Handy, TV, Internet und Festnetztelefonie selber zusammenstellen.

Im breiten Markt sind die Valoren von KTM (+0,7%) gesucht. Der Hauptaktionär des österreichischen Motorradherstellers, die Pierer Industrie AG, hat einen Anteil von bis zu 12,1% an KTM (27,2 Mio Aktien) platziert. Dadurch soll die Handelsliquidität der Aktie erhöht und der Aktionärskreis erweitert werden.

Belimo (+1,3%) profitierten von einer Studie des Analystenhauses Baader Helvea. Grosse Avancen gab es derweil erneut für Walter Meier (+7,1%). Der Klimatechnikkonzern hatte bereits am Vortag nach der Ankündigung des Zusammenschlusses mit Tobler über 5% zugelegt. Leclanché büssten dagegen nach Zahlen 4,5% ein.

mk/cf

(AWP)