Aktien Schweiz Schluss: Fester Wochenauftakt - Nestlé führt SMI auf Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag gut in die neue Handelswoche gestartet: Der Leitindex SMI kletterte am Vormittag mit kräftiger Unterstützung des Schwergewichts Nestlé bei 9'149 Punkten auf ein neues Jahreshoch, ehe das Rally am Nachmittag von Gewinnmitnahmen bei Roche und Novartis etwas gebremst wurde. Während Nestlé von Kursphantasien rund um den Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb getragen wurden, bleiben die volatilen Ölnotierungen in den Augen der Händler ein Risiko für die Märkte.
26.06.2017 18:15

Die Nervosität im Ölhandel sei nach wie vor gross und ein Abrutschen der Ölpreise stelle ein hohes Risiko für die Aktienmärkte dar, führte ein Händler aus. Den Beweis dafür lieferten am Montag sinkende Ölnotierungen im späten Handel, die den Aufschwung an den internationalen Aktienbörsen allerdings nur leicht abschwächten. Positiv wurden am Berichtstag die rekordhohen Daten zum deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex sowie die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken aufgenommen.

Bis Börsenschluss kletterte der Swiss Market Index (SMI) um 0,98% auf 9'121,22 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,45% auf 1'427,81 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,81% auf 10'358,54 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen am Ende 16 im Plus und zwölf im Minus. Swiss Life und Dufry beendeten den Handel unverändert.

Der SMI kann derzeit von der Unterstützung der Börsenschwergewichte profitieren. Nachdem der Index in der vergangenen Woche von den Kursgewinnen der Novartis-Papiere angeschoben wurde, sorgten am Montag Nestlé (+4,3% auf 85,65 CHF) für Schub. Der Einstieg des US-Investors Daniel Loeb liess die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns im frühen Geschäft gar bis auf das neue Allzeithoch von 86 CHF ansteigen.

Die aktivistische Investmentfirma von Loeb hatte bei Nestlé eine Beteiligung von 1,3% erworben und fordert unter anderem den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung. Die Mittel sollen anschliessend für Aktienrückkäufe verwendet werden, hiess es. Von der Bank Vontobel wurde der Einstieg des Hedgefonds Third Point als "Donnerschlag in Vevey" bezeichnet. Und Analysten der UBS sehen mit einem L'Oréal-Verkauf nun Raum für ein 10 Mrd-CHF schweres Aktienrückkaufprogramm.

Bei Novartis (-0,4%) wurden dagegen Gewinne mitgenommen, nachdem der Kurs in der Vorwoche noch um mehr als 7% zugelegt hatte. Wenig Einfluss hatten gute Studienresultate zum Produktkandidaten CTL019 für die Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs. Roche büssten ebenfalls 0,4% ein, obwohl der Konzern positive Resultate für das Bluter-Medikament Emicizumab (ACE910) in zwei Phase-III-Studien gemeldet hatte.

Zu den Gewinnern zählten nebst Nestlé auch die Grossbanken Credit Suisse (+1,1%) und UBS (+0,6%). Für die CS hatte JPMorgan die Bewertung mit "Overweight" wieder aufgenommen. Das Rating für UBS wurde von derselben Bank auf "Overweight" von "Neutral" angehoben. Die UBS habe eine perfekte Strategie für die Zusammensetzung ihrer Geschäftsbereiche gefunden, lobte der Analyst.

Klar fester beendeten auch weitere Finanztitel wie Bâloise (+1,1%) oder Julius Bär (+0,9%) den Tag. Und unter den Zyklikern hatten Kühne+Nagel (+0,9%) und LafargeHolcim (+0,5%) am Ende die Nase vorn.

Auf der Verliererseite standen derweil Sika (-1,0%) und Vifor Pharma (-0,8%) auf den letzten Plätzen. Und auch Lindt&Sprüngli (-0,3%) hatten einen schweren Stand nachdem die Bank Mainfirst die Papiere auf "Neutral" von "Outperform" zurückgestuft hatte.

Am breiten Markt profitierten Gurit (+1,7%) von der Gründung eines Joint Ventures zur Produktion von Balsaholz auf der Insel Java, wohingegen Bell (-0,4%) den Handel im Minus abschlossen. Dabei wurde in Deutschland das Verfahren im sogenannten Wurstkartell-Fall unter anderem auch gegen Bell eingestellt. Eine bereits verhängte Busse über 100 Mio EUR wird damit hinfällig.

Burckhardt Compression (Aktie: +0,3%) hat in Kanada eine kleinere Service-Firma zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt. Deutlichere Abgaben waren derweil etwa bei Schlatter (-3,3%) oder Evolva (-4,6%) zu sehen.

mk/cp

(AWP)