Aktien Schweiz Schluss: Gewinne auf breiter Front - Finanzwerte gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front zugelegt und sich damit etwas von den starken Verlusten der beiden Vortage erholt. Inmitten der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison waren es vor allem die Finanzwerte, die mit Avancen aufwarteten. Ein auf Rekordhoch gestiegener ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland unterstützte die Erholungsbewegung. Der Euro näherte sich in der Folge weiter der Marke von 1,11 Franken.
25.07.2017 18:15

Ebenfalls eine Stütze waren die wieder etwas festeren Ölpreise, hiess es im Handel. Diese profitierten vom Willen Saudi-Arabiens, die Exporte einzuschränken. Im Fokus steht auch einmal mehr Griechenland. Das hoch verschuldete Land wagte den Schritt an den Finanzmarkt und sammelte erstmals seit fast drei Jahren eigenständig Geld an den Finanzmärkten ein. Am Nachmittag publizierte US-Daten fielen uneinheitlich aus: So waren Daten vom Häusermarkt schwächer als gedacht, während das Verbrauchervertrauen Conference Board die Erwartungen der Volkswirte übertrafen.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zu Handelsende 0,45% höher bei 8'937,90 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte 0,55% auf 1'422,80 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 10'168,45. Von den 30 wichtigsten Titeln verzeichneten 21 ein Plus, sieben schlossen unter Vortagesschluss und Geberit und Partners Group gingen unverändert aus dem Tag.

Lindt & Sprüngli standen nach Halbjahreszahlen unter Druck; die Namenaktien verbilligten sich um 3,5%. Der Schokoladehersteller hat - trotz einer günstigen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr - die Erwartungen der Analysten mehrheitlich verpasst. Folglich sah sich das Unternehmen zu einer Reduktion seiner Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr veranlasst. Vor allem der Schlüsselmarkt Nordamerika bremste die Kilchberger.

Auf der anderen Seite der Rangliste figurierten die Finanzwerte. Diese profitierten laut Händlern von dem Umstand, dass der jüngste Zinsrückgang erst einmal gebremst sei. Allen voran Julius Bär zogen um 3,2% an und knüpften an die starke Performance des Vortages im Anschluss an gute Halbjahreszahlen an. Bis zum bisherigen Rekordhoch vom Frühsommer vor zwei Jahren ist es laut Händlern nur noch ein Katzensprung.

Gesucht waren auch Credit Suisse (+0,9%) und UBS (+1,7%), die beide am Freitag Bilanz ziehen werden. Deutlich fester gingen auch die Versicherer Zurich Insurance (+1,5%), Bâloise (+1,5%), Swiss Re (+1,3%) und Swiss Life (+1,11) um.

Mit Vorschusslorbeeren bedacht wurden LafargeHolcim (+0,5%) und Lonza (+0,7%), die beide am (morgigen) Mittwoch die Halbjahreszahlen zeigen werden. Am Donnerstag werden unter anderen Clariant (+0,8%) und Sika (+0,5%) mit den Zahlen folgen; gesucht waren auch Adecco (+1,1%), welche von guten Zahlen des Konkurrenten Randstad Auftrieb erhielten.

Von den drei Schwergewichten halfen Nestlé (+0,4%) und Novartis (+0,3%) dem Gesamtmarkt nur wenig, Roche (-0,2%) gar nicht. Letztere hat in der Schweiz die Zulassung für Gazyvaro zur Behandlung von follikulärem Lymphom erhalten. Dies wurde in Marktkreisen für die Kursentwicklung allerdings nicht als matchentscheidend erachtet.

Schwächer tendierten auch Aryzta (-1,3%), SGS (-1,0%), oder Vifor (-0,5%) und Richemont (-0,3%).

Im breiten Markt büssten nach Zahlen Autoneum (-4,7%) deutlich ein. Umsatz und Ergebnis lagen zwar im Rahmen der Erwartungen, der Wachstumsausblick hat sich jedoch aufgrund des schwächeren Automobilmarktes in Nordamerika etwas eingetrübt. Deutlich verkauft wurden auch AMS (-4,7% auf 70 CHF) nach Zahlen, diese waren allerdings seit Jahresbeginn sehr stark gelaufen. Ein Taucher auf unter 70 CHF habe darunter angesiedelte Stopp-Loss-Aufträge aufgelöst, erklärten Händler.

Ebenfalls jeweils nach Quartalsangaben fielen Logitech (-6,4%), Cembra Money Bank (-1,6%), Mikron (-1,2%) und HBM (-0,1%) zurück. Minim höher gehandelt wurden nach Zahlen einzig CFT (+0,1%).

ra/rw

(AWP)