Aktien Schweiz Schluss: Gewinnmitnahmen von Schwergewichten abgefedert

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit leichten Verlusten geschlossen; dies nach einem etwas richtungslosen Verlauf. Es war erst der zweite negative Handelstag seit Beginn des Monats Juni, das heisst die Marke von 10'000 Punkten bleibt in Reichweite. Angesichts der positiven Performance von über 3 Prozent im laufenden Monat ist es eher überraschend, dass die Gewinnmitnahmen nicht schon früher eingesetzt haben. Dass diese gesamthaft nicht deutlicher ausfielen, war vor allem den defensiven Schwergewichten zu verdanken.
14.06.2019 18:15

Diese hielten sich angesichts der Nervosität im Zusammenhang mit dem Spannungen im Nahen Osten nach dem Angriff auf zwei Tankschiffe vergleichsweise gut. Die besorgniserregende Lage sorgte dennoch für eine gewisse Verunsicherung. Abgesehen davon sei das Geschehen aber in ruhigen Bahnen verlaufen, sagte ein Händler, denn wegen der verkürzten Handelswoche im Anschluss an Pfingsten seien viele Marktteilnehmer in den Ferien gewesen. Keinen grossen Einfluss hatten per Saldo die am Nachmittag vorgelegten Konjunkturdaten aus den USA.

Der Swiss Market Index (SMI) gab schliesslich 0,14 Prozent auf 9'847,61 Punkte nach. Im Wochenvergleich resultierte dennoch ein Plus von 1,0 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,41 Prozent auf 1'502,54 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,19 Prozent auf 11'894,1 Punkte. Von den 30 grössten Aktien gaben 22 nach, während deren 8 höher schlossen.

Unter den Bluechips waren AMS (-7,6%) als grösster Verlierer und im breiten Markt weitere Technologiewerte von einer Umsatzwarnung des US-Konzerns Broadcom betroffen. Der Halbleiterkonzern rechnet wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China mit einer sinkenden Nachfrage nach Smartphones, Speicherchips und Halbleitern für Breitbandanwendungen. Die österreichische AMS ist von Nachfragerückgängen am Smartphone-Markt direkt betroffen, denn der wichtigste Kunde ist Apple. Bei den Nebenwerten gaben etwa VAT (-5,2%) und U-Blox (-7,1%) markant nach.

Dahinter kam es bei ABB (-2,1%), Vifor Pharma (-1,5%) oder Logitech (-1,2%) zu nennenswerteren Gewinnmitnahmen.

Auch UBS (-1,2%) büssten überdurchschnittlich ein. Die Bank kam vor dem Wochenende wegen einer flapsigen Bemerkung des Chefökonomen der Vermögensverwaltungssparte ins Gerede, was in der chinesischen Finanzbranche einen Sturm der Entrüstung auslöste.

Stabil zeigten sich Richemont (+0,03%). Hier kam es jüngst zu Zukäufen von Richemont-Aktien durch ein Mitglied des Top-Managements, wobei es sich nur um VR-Präsident Johann Rupert handeln kann. Ob es auch in der ausklingenden Woche zu Zukäufen durch Rupert gekommen ist, ist unklar, da Management-Transaktionen erst nach einigen Tagen gemeldet werden müssen. In Marktkreisen wurden die Käufe indes als "kaum zu überbietender Vertrauensbeweis" in die Zukunft des Luxusgüterkonzerns angesehen.

Auf der Gegenseite wurden Adecco (+1,8%) klarer Tagessieger, nachdem Morgan Stanley die Titel auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel deutlich erhöht hatte. Am Markt werde das "Selbsthilfepotenzial" und der Operating Leverage des Personalvermittlers unterschätzt, so der zuständige Analyst.

Grössere Einbussen des Gesamtmarktes verhinderten die ebenfalls gesuchten Novartis (+0,5%) und Nestlé (+0,2%), während Roche (-0,1%) nur minimal nachgaben. Für Novartis hat Julius Bär die Empfehlung "Buy" bestätigt und das Kursziel erhöht.

Im breiten Markt fielen DKSH mit einem markanten Abschlag von gut 10 Prozent auf. Die Titel litten einerseits unter einer Rückstufung durch die Credit Suisse auf "Underperform", was die Bank unter anderem mit den herausfordernden Bedingungen in Thailand sowie höheren Zinskosten und Wechselkursveränderungen begründete. Andererseits lasteten die anhaltenden Demonstrationen in Hongkong auf den Titeln des Vertriebsdienstleisters für Asien.

cf/tt

(AWP)

 

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