Aktien Schweiz Schluss: Gewinnmitnahmen zum Wochenstart - Warten auf Impulse

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag nach zuletzt steigender Tendenz mit Abgaben in die neue Woche gestartet. Die Anleger hätten in einem insgesamt ruhigen Geschäft Gewinne mitgenommen, die Grundstimmung bleibe aber freundlich, hiess es in Handelskreisen. Besonders stark gerieten Zykliker und Finanztitel unter Druck, während solide Pharmaschwergewichte den Rückgang im SMI etwas dämpften.
06.11.2017 18:15

Nun warte man am Markt auf neue Impulse, so ein Händler. In den kommenden Tagen werden einige Unternehmen Zahlen vorlegen und weitere wichtige Konjunkturdaten zur Publikation anstehen. Im Handel mit Rohöl hatten derweil die News zu Festnahmen hoher Adliger und Politiker in Saudi Arabien für Verunsicherung und zu steigenden Preisen geführt. Und US-Präsident Donald Trump unterstrich auf seiner Asien-Reise die harte Haltung gegenüber dem nordkoreanischen Regime.

Bis Börsenschluss büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,36% auf 9'288,78 Punkte ein, nachdem der Index im frühen Handel bei 9'325 Stellen noch auf ein neues Jahreshoch geklettert war. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,40% auf 1'508,49 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,32% auf 10'657,75 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 22 im Minus, sieben im Plus und Novartis schlossen unverändert.

Die Titel der Swatch Group (-2,9%) belegten bis zum Schluss das Tabellenende im SMI. Im Handel wurde auf gute Verkaufszahlen der neusten Ausgabe der Apple Watch verwiesen, die vor allem das tieferpreisige Segment von Swatch zu konkurrieren droht. Dieser Konkurrenz sind die Luxusuhrenmarken der Richemont-Gruppe weniger stark ausgesetzt. Richemont verloren lediglich 0,4%.

Unter Gewinnmitnahmen litten nebst Swatch auch andere konjunkturabhängige Aktien wie jene des Zementkonzerns LafargeHolcim (-1,1%), des Sanitärtechnikers Geberit (-1,0%) oder des Personalvermittlers Adecco (-0,8%). Adecco legt am Dienstag den Bericht zum dritten Quartal vor.

Die Banken gehörten nach einem zuletzt "guten Lauf" am Montag ebenfalls zu den Verlierern. Julius Bär verbilligten sich um 1,2%, UBS um 0,8% und Credit Suisse um 0,4%. Marktbelastend wirkte sich ausserdem auch das Minus des Schwergewichts Nestlé (-0,5%) aus.

Demgegenüber traten Novartis und Roche mehr oder weniger auf der Stelle. Eine Hiobsbotschaft gab es aus dem Hause Roche. Der Konzern plant am Standort Kaiseraugst den Abbau von rund 235 Stellen. Davon betroffen ist der Verpackungsbereich und in der Produktion fokussiert sich Roche in Kaiseraugst künftig auf neue, hochwirksame Medikamente mit kleinen Produktionsvolumen. Novartis hatte derweil in Europa für die Zelltherapie CTL019 die Zulassung zweier Indikationen beantragt.

Dufry sanken leicht um 0,2%. Hier hatte das Research von Julius Bär die Papiere auf "Hold" von zuvor "Buy" heruntergestuft. Das gute organische Wachstum im dritten Quartal habe sich unter dem Strich kaum materialisiert, hiess es. Steigende Kurse waren gar bei Swisscom (+0,5%), Logitech (+0,4%) oder Sonova (+0,2%) zu sehen.

Am breiten Markt legten Temenos nach dem Gewinn eines Auftrags in den USA an der Börse mit 2,9% zu. Eine global tätige Tier 1-Bank hatte sich für das Core-Banking-System T24 der Genfer entschieden. Der Beteiligungsfirma New Venturetec (Aktie: +13%) war im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen und Leclanché (+2,1%) baut für einen Bremer Versorger eine 15-MWh-Speicherlösung.

Oerlikon (-3,7%) wurden im Nachgang der Zahlen von der CS neu mit "Neutral" statt "Outperform" bewertet. Im vierten Quartal rechnet der Analyst mit einem schwächeren Wachstumsmomentum und mit Blick auf die Bewertung gebe es nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial. Auch Metall Zug (-6,9%) gaben nach gesenkten Ergebniserwartungen stark nach.

Actelion (+0,4%, 280,25 CHF) hatte seinen letzten Handelstag vor dem Delisting am Dienstag. Der US-Konzern Johnson&Johnson (J&J) hatte die rund 30 Mrd USD schwere Übernahme im Juni abgeschlossen und die noch im Umlauf befindlichen Aktien wurden inzwischen für kraftlos erklärt. Die Inhaber solcher Titel erhalten 280 USD je Aktie.

mk/cp

(AWP)